
Kollektivvertrag Hotellerie und Gastronomie: Nur mit Verhandlungen kommen wir weiter
Missstände gehören angesprochen – WK-Absage der morgigen KV-Verhandlung ist keine Lösung
Einer berechtigten Kritik der Gewerkschaft vida an Missständen in der Tourismusbranche ist heute ein überzogener Schritt der Arbeitgeberseite gefolgt: Die Obleute der Fachverbände Hotellerie und Gastronomie in der Wirtschaftskammer haben die für morgen geplanten Kollektivvertragsverhandlungen für rund 240.000 Beschäftigte im Tourismus einseitig abgesagt.
vida-Vorsitzender Roman Hebenstreit reagiert mit Bedauern: „Verhandlungsverweigerung löst keine Probleme. Weder Arbeitgeber noch Beschäftigte haben etwas davon, wenn sich die Wirtschaftskammer dem Dialog entzieht. Wir hätten uns vom Sozialpartner mehr Kritikfähigkeit und Gesprächsbereitschaft erwartet.“
Negativbeispiele müssen benannt werden
„Wir sprechen der Branche ausdrücklich nicht den Respekt ab. Gerade um die vielen rechtschaffenen Betriebe nicht in Verruf zu bringen, ist es notwendig, Negativbeispiele klar zu benennen“, so Hebenstreit. In einer vorangegangenen Aussendung hatte er auf unrechtmäßige Förderungsbezüge einzelner Unternehmen aus dem COFAG-Topf hingewiesen. Ebenso thematisierte er den Ende Jänner bekannt gewordenen schweren Registrierkassenbetrug sowie einen massiven Schwarzgeldfund bei einem Tourismusbetrieb im Land Salzburg.
Auch das sogenannte „Zwischenparken“ von Beschäftigten beim AMS sowie Verstöße gegen den Arbeitnehmer:innenschutz sind in der Branche dokumentierte Problemlagen. „Diese Fälle sind keine Erfindungen der Gewerkschaft. Uns wäre es auch lieber, wenn öffentliche Kassen und Beschäftigte davor verschont blieben. Nur wenn Missstände klar benannt und bekämpft werden, verhindern wir, dass sie pauschal der gesamten Hotellerie und Gastronomie angelastet werden.“
Nur Verhandlungen bringen Lösungen
Im Interesse der Beschäftigten fordert Hebenstreit die WKÖ-Vertreter:innen auf, zeitnah die Verhandlungen aufzunehmen: „Wenn Sie – wie in Ihrer Stellungnahme betont – im Sinne Ihrer Mitgliedsbetriebe an fairen Rahmenbedingungen und einem respektvollen Umgang interessiert sind, dann lassen Sie uns die KV-Verhandlungen starten. Die Verhandler:innen der Gewerkschaft vida sind bereit für konstruktive, sozialpartnerschaftliche Gespräche“.
Gewerkschaft vida
Cornelia Groiss
Telefon: +43 664 6145 756
E-Mail: cornelia.groiss@vida.at
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