
Voglauer/Grüne: Zweisprachigkeit ist kein Ordnungsvergehen
„Die Tatsache, dass die slowenische Sprache im Kärntner Landtag zum Problem gemacht wird, ist ein politischer Offenbarungseid. Hier geht es nicht um die Geschäftsordnung, sondern um die Gesinnung. Es ist ein Armutszeugnis und ein Rückfall in eine Politik von gestern, wenn der zweite Landtagspräsident Staudacher die Verwendung slowenischer Begriffe mit einem Ordnungsruf sanktioniert“, kommentiert Olga Voglauer, Volksgruppensprecherin der Grünen und Landessprecherin der Grünen Kärnten, den Vorfall im Kärntner Landtag, bei dem der Abgeordnete Franz-Josef Smrtnik für einzelne slowenische Worte in seiner Rede gerügt wurde.
Die politische Botschaft des Ordnungsrufs sei eindeutig: „Slowenisch soll sichtbar sein, aber bitte nicht dort, wo demokratische Entscheidungen getroffen werden. Das ist kleinlich, ausgrenzend und eines demokratischen Landtags unwürdig“, so Voglauer, die betont: „Kärnten ist zweisprachig – historisch, rechtlich und gesellschaftlich. Das Land Kärnten bekennt sich auch in seiner neuen Kulturstrategie ausdrücklich zu Slowenisch als Mehrwert einer zweiten Landessprache. Wer dieses Bekenntnis öffentlich abgibt, muss es auch leben – und zwar auch im Kärntner Landtag.“
Abschließend hält Voglauer fest: „Nicht das Slowenische ist das Problem. Das Problem ist eine Politik, die Zweisprachigkeit noch immer als Störung und nicht als Stärke begreift. Wer so handelt, schädigt das gemeinsame Kärntner Selbstverständnis.“
Grüner Klub im Parlament
Telefon: +43-1 40110-6317
E-Mail: presse@gruene.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender