BMF und OeKB stellen Spezialprogramme zur günstigeren Finanzierung der Energieinfrastruktur bereit

Technologisch hochwertiger Netzausbau Grundlage für industrielle Fertigung und Exportwirtschaft – Bundeshaftungen ermöglichen günstige Finanzierung und Dämpfung der Netzkosten

Die dringend notwendige verstärkte Hinwendung zur Versorgung mit nachhaltiger Energie bedarf eines intensiven Ausbaus der Energieinfrastruktur und dabei insbesondere der Verteiler- und Übertragungsnetze. Dies ist im Sinne des Kampfes gegen den Klimawandel und für die Stärkung des Standortes von zunehmender Dringlichkeit. Allein der Investitionsbedarf für Verteilernetze wird bis 2040 auf 44 Milliarden Euro geschätzt. Auch der Ausbau von Kraftwerken, Umspannwerken und Speicherkapazitäten erfordert hohe Investitionen. In diesem Sinne trägt das Spezialprogramm zur Reduktion der Netzkosten und somit zur Sicherstellung der Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Exportunternehmen bei.

Wie im Regierungsprogramm 2025-2029 festgehalten, sollen verstärkt budgetschonende Instrumente zur Stärkung des Standorts und Unterstützung unternehmerischen Wachstums forciert werden. Nachdem das Bundesministerium für Finanzen (BMF) und die Oesterreichische Kontrollbank AG (OeKB) der Exportwirtschaft bereits seit Februar 2023 eine attraktive Finanzierung für den Umstieg auf Erneuerbare Energien bereitstellen, wurden nun, wie in der Industriestrategie Österreich 2035 der Bundesregierung vorgesehen, Spezialprogramme für Energieversorgungsunternehmen (EVU) und Verteilnetzbetreiber (VNB) umgesetzt. Damit setzt die Bundesregierung einen ersten entscheidenden Schritt zur Umsetzung der Industriestrategie.

Budgetneutrale Ausweitung der Unterstützungsmöglichkeiten

Finanzminister Markus Marterbauer: „Der Ausbau erneuerbarer Energiegewinnung und deren Nutzung für Unternehmen und Private ist für Österreichs Zukunft entscheidend, benötigt aber hohe Investitionskosten in den Netzausbau. Mit den Spezialprogrammen, die ab sofort gelten, leisten wir einen Beitrag zur Energiewende und sorgen für eine Entlastung bei den Kunden, sowohl bei privaten als auch gewerblichen. Mit den beschlossenen Spezialprogrammen werden die Netzausbaukosten und damit zugleich die Netzkosten verringert. Nach der bereits im Dezember beschlossenen Bremse bei den Netzkostensteigerungen ein weiterer wichtiger Schritt zur Sicherung des notwendigen Netzausbaus bei gleichzeitigen kostendämpfenden Maßnahmen. Das Ausfuhrförderungsgesetz, das im Wesentlichen auf staatlichen Haftungen und einer darauf aufbauenden kommerziellen Finanzierung ohne Subventionen basiert, bietet uns dafür eine seit Jahrzehnten bewährte und budgetschonende Grundlage.“

Staatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl ergänzt: „Eine leistungsfähige Energieinfrastruktur zu wettbewerbsfähigen Kosten ist die Grundvoraussetzung für den Ausbau der heimischen Exporte und für den Erfolg unseres Wirtschaftsstandorts. Mit den speziellen Finanzierungslösungen für Energieversorgungsunternehmen und Verteilnetzbetreiber wollen wir den Ausbau der Energieinfrastruktur gezielt unterstützen und vorantreiben sowie einen Beitrag zur Reduktion der Netzkosten leisten. Damit bringen wir eine rasch wirksame Maßnahme auf den Weg, die durch zusätzliche Instrumente der Bundesregierung, wie den geplanten Netzinfrastrukturfonds, erweitert werden soll. So wird es uns gelingen, die Energiewende erfolgreich voranzutreiben und gleichzeitig wirtschaftlichen Erfolg und damit unseren Wohlstand nachhaltig zu sichern.“

Helmut Bernkopf, im OeKB-Vorstand für den Bereich Export Services zuständig: „Es freut mich sehr, dass wir nach der im November 2025 vorgestellten Exportinitiative, die unter anderem die Finanzierung von Unternehmensgründungen und -übernahmen sowie erweiterte Finanzierungen von Betriebsmitteln und Vorräten umfasst, nun gemeinsam mit dem BMF unsere Unterstützungsmöglichkeiten abermals ausweiten können. Die neuen Spezialprogramme sind ein wichtiger Beitrag, um die Energieversorgung und damit die Wettbewerbsfähigkeit des heimischen Standorts zu stärken.“

Das Spezialprogramm sieht verschiedene mögliche Maßnahmen vor, die zu geringeren Kosten beim Netzausbau sorgen:

Finanzierungen für Energieversorgungsunternehmen

Basis für die Finanzierung ist jener Teil der Infrastrukturinvestition, die einen entscheidenden Beitrag bei der Stärkung der Exporte spielen, also den Standort stärken. Umfasst sind dabei neben dem Netzausbau (Verteiler- und Übertragungsnetze) auch Kraftwerke, Umspannwerke oder der Auf- bzw. Ausbau von Speicherkapazitäten. Das Spezialprogramm unterscheidet sich von klassischen Exportfinanzierungsgeschäften durch längere durchschnittliche Laufzeiten und größere Einzelinvestitionssummen. Das ermöglicht eine besonders kostengünstige Abwicklung durch die involvierten Finanzierungspartner BMF, OeKB und nicht zuletzt den Hausbanken.

Finanzierungen für Verteilnetzbetreiber

Energieversorgungsunternehmen können aber auch mit eigenen Verteilnetzbetreiber- bzw. Netzausbau-Gesellschaften arbeiten. Mit der Gewährung von staatlichen Haftungen von bis zu 80 % können diese Gesellschaften langfristige Finanzierungen erhalten, wofür die üblichen Konditionen des Exportförderverfahrens angewendet werden.

Wie bei der seit Februar 2023 bereitgestellten „_Exportinvest Green Energy_“ für Investitionen in Erneuerbare Energien, ermöglichen diese beihilfefreien Unterstützungen günstige langfristige Finanzierungskonditionen sowie niedrigere Gesamtkosten durch die teilweise Haftungsübernahme des Unternehmensrisikos. Damit verringern sich auch die Netznutzungskosten für private und gewerbliche Abnehmer.

Haftungen für Mezzaninkapital beim Netzausbau

Darüber hinaus wurde beschlossen, im Bereich des Netzausbaus auch Haftungen für Mezzaninkapital im Rahmen des Ausfuhrförderungsgesetzes darzustellen. Dabei wird der Bund bis zu 80 % des Risikos von Mezzaninkapital übernehmen und damit die Kosten des Nachfragekapitals deutlich senken. Das ermöglicht weitere Zinsvorteile für Netzbetreiber bei ihren Investitionen.

Über die OeKB Gruppe

Die Unternehmen der OeKB Gruppe mit ihren mehr als 500 Mitarbeitenden erbringen wesentliche und relevante Services für die österreichische Exportwirtschaft, den Kapitalmarkt und die Tourismuswirtschaft, bieten Dienstleistungen für den Energiemarkt und sind Teil der österreichischen Entwicklungsfinanzierung. All ihre Aktivitäten haben einen deutlichen volkswirtschaftlichen Nutzen, stärken den Standort Österreich und unterstützen Österreichs Wirtschaft im globalen Wettbewerb. Die OeKB handelt wettbewerbsneutral, sektorenübergreifend und nachhaltig verantwortungsbewusst.

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