
„teilhaben teilsein“ durch Demokratiebildung im Parlament
Mehr als 170.000 Schülerinnen und Schüler bisher in der Demokratiewerkstatt
Mehr als 170.000 Schülerinnen und Schüler nahmen bisher die Gelegenheit wahr, die Demokratiewerkstatt des österreichischen Parlaments seit deren Start im Jahr 2007 zu besuchen. Das Parlament stellt für junge Menschen ein breites Angebot an demokratiebildenden Beteiligungs- und Teilhabemöglichkeiten zur Verfügung, von der Demokratiewerkstatt bis hin zu Formaten wie dem Jugendparlament und dem Lehrlingsparlament. Interesse an der politischen Mitbestimmung sollen darüber hinaus didaktische Führungen im Herzen der Demokratie für Kinder und Familien sowie für Schulklassen wecken. Auf junge Besucherinnen und Besucher wartet im interaktiven Besuchszentrum „Demokratikum – Erlebnis Parlament“ etwa eine „Demokratierallye“ über die Demokratie und den Parlamentarismus in Österreich. Mit dem Format „Parlament kommt zu dir“ besucht das Parlament darüber hinaus Klassenzimmer und Kindergärten in ganz Österreich. Als Jahresschwerpunkt rückt das Parlament 2026 nunmehr auch unter dem Titel „teilhaben teilsein“ die gesellschaftspolitische Teilhabe von jungen Menschen in den Mittelpunkt.
INTERAKTIVE WERKSTÄTTEN LASSEN DEMOKRATIE ERLEBEN
Die Demokratiewerkstatt des Parlaments versteht sich als unterrichtsergänzendes Angebot für junge Menschen im Alter von 8 bis 19 Jahren. Den Teilnehmenden werden in Präsenz- und Online-Werkstätten im Parlament interaktiv die Themen Demokratie, Parlamentarismus und Verfassung vermittelt. Die jeweiligen Themen und Inhalte der mindestens elf unterschiedlichen Werkstätten sind der Zielgruppe entsprechend aufbereitet. Die Themen der Werkstätten vor Ort reichen von dem Weg eines Gesetzes, dem Umgang mit Medien, der Arbeit von Abgeordneten und der Partizipation über die Entwicklung der Republik Österreich bis hin zur Europäischen Union, neuen Medien im Internet und Sensibilisierung gegen Antisemitismus. Darüber hinaus werden Spezialworkshops etwa mit Zeitzeugen organisiert.
Die zusätzlichen Online-Werkstätten wurden 2020 neu entwickelt, um Schulklassen aus ganz Österreich die Möglichkeit zu bieten, direkt vom Klassenzimmer aus an einer Werkstatt teilzunehmen. In den vier Online-Werkstätten können Schülerinnen und Schüler den Weg der Gesetzgebung im Parlament erforschen, sich mit der Rolle der Medien in einer Demokratie befassen oder Abgeordneten zum Nationalrat sowie Mitgliedern des Bundesrats live Fragen stellen.
Durch die Ausweitung auf Onlineformate finden aktuell wöchentlich bis zu 26 Werkstätten insgesamt – vor Ort und online – statt. Pro Jahr erreicht man dadurch mittlerweile etwas mehr als 15.000 Schülerinnen und Schüler.
Ein virtuelles Informationsportal für Kinder und Jugendliche im Alter von 8 bis 14 Jahren zu den Themen Demokratie und Parlamentarismus gibt es mit der DemokratieWEBstatt. Die Website legt das Hauptaugenmerk auf eine altersgerechte Aufbereitung und Vermittlung der Inhalte.
DEMOKRATIEWERKSTATT-PROFIS VON DER VOLKSSCHULE BIS ZUR OBERSTUFE
Seit der Eröffnung der Demokratiewerkstatt im Oktober 2007 wurden bis dato 7.300 Kinder und Jugendliche von der Volksschule bis zur Oberstufe mit dem Titel „Demokratiewerkstatt-Profi“ ausgezeichnet und allen in Anerkennung für ihr Interesse Medaillen und Urkunden überreicht. Um Demokratiewerkstatt-Profi zu werden, absolviert man mindestens vier verschiedene Workshops der Demokratiewerkstatt. Die Schülerinnen und Schüler, die sich in den Workshops wiederholt mit Fragen zu Demokratie und Parlament auseinandergesetzt haben, ernennt der Präsident des Nationalrats persönlich zu Demokratiewerkstatt-Profis. Unterstützt wird er dabei von Abgeordneten zum Nationalrat und Mitgliedern des Bundesrats aller Parlamentsfraktionen.
JUNGE TEILNEHMENDE: „WIR LEBEN GERNE IN EINER DEMOKRATIE“
Neben den Grundsätzen der Demokratie und parlamentarischen Abläufen werden in den Demokratiewerkstatt-Workshops Grundlagen für die politische Partizipation vermittelt. Die Teilnehmenden lernen, sich selbst als Mitspielerinnen und Mitspieler im demokratischen System zu positionieren. Die Gruppengröße beträgt maximal 30 Teilnehmende. Besonderes Augenmerk wird auf eine ambitionierte didaktische Vermittlung sowie Nachhaltigkeit gelegt. Die Teilnehmenden beschäftigen sich in Kleingruppen mittels altersspezifisch aufbereiteten Rechercheaufträgen mit der jeweiligen Thematik und verarbeiten das Ergebnis in Form eines Medienbeitrages – also einer Zeitung, eines Podcasts oder Films, die dann auch auf der Website der DemokratieWEBstatt abrufbar sind. So wurde beispielsweise auch zur Teilnehmerzahl von 170.000 im Jänner 2026 eine Workshop-Zeitung veröffentlicht.
Eines der vielzähligen Beispiele aus den erarbeiteten Medienbeiträgen behandelt etwa das Thema Demokratie in einer Ausgabe der Zeitung „Demokratiewerkstatt aktuell“ im November 2025. Aus einem Workshop zum Thema „Partizipation“ heißt es dort in einem Beitrag von Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 und 12 Jahren: „Für uns ist in einer Demokratie wichtig: Aufmerksamkeit für andere Menschen und für die Familie, Teamwork, Zuhören, gemeinsam entscheiden, zusammenhalten, viele verschiedene Themen, Wahlen, Freiheit, das Volk, Abstimmungen, Einsatz gegen Rassismus und vieles mehr. Wir leben gerne in einer Demokratie. Aber warum? Antwort: Weil wir alle unsere Meinungen sagen und so mitbestimmen dürfen.“
„Wir sind immer wieder erstaunt, wie Sie den Kindern innerhalb so kurzer Zeit Inhalte vermitteln, die für unsere Demokratie so wichtig und wertvoll sind“, heißt es etwa in einem Feedback von Lehrpersonen im November 2025, die in den zusammenfassenden Monatszeitungen der Demokratiewerkstatt zu finden sind. Festgehalten wird unter anderem auch: „Eure Erklärungen und Diskussionen haben uns gezeigt, wie wichtig Demokratie und Mitbestimmung sind – nicht nur in Österreich, sondern in ganz Europa.“
DEMOKRATIE ERFAHREN IN SCHULE UND FREIZEIT
Als Ergänzung zu den Angeboten der Demokratiewerkstatt und der DemokratieWEBstatt veranschaulicht die „Demokratiewerkstatt virtuell “ Begriffe und Basiskonzepte des politischen Lernens. Mit Hilfe von Videos, Grafiken, Texten, Cartoons und Audioaufnahmen werden dabei Begriffe wie Parlament, Demokratie, Verfassung, Regierung oder Medien erklärt. Die Begriffe sind altersgerecht aufbereitet und in ihren wechselseitigen Beziehungen, Abhängigkeiten und in ihrem Zusammenspiel individuell erforsch- und erfahrbar. Die Inhalte sind mit didaktischen Impulsen angereichert, die es möglich machen, das Angebot sowohl in der Schule als auch alleine zu Hause zu benutzen.
JUGENDPARLAMENT MIT PLENARDEBATTE ALS HÖHEPUNKT
Beim regelmäßig von der Parlamentsdirektion organisierten Jugendparlament erfahren die Teilnehmenden direkt im Hohen Haus anhand einer fiktiven Gesetzesvorlage zu einem aktuellen Thema einen Tag lang, was es heißt, Abgeordnete oder Abgeordneter zum Nationalrat zu sein. Schulklassen der 9. Schulstufe aller Schultypen erhalten die Möglichkeit, sich dafür zu bewerben. Die Einladung zur Bewerbung für eine Teilnahme richtet sich jeweils an bestimmte Bundesländer. Im Zuge der Veranstaltung können die Schülerinnen und Schüler direkt mit Politikerinnen und Politikern diskutieren sowie ihre Meinungen und Ideen äußern. Mitzuerleben, wie Politik funktioniert und selbst einmal die Rolle einer Politikerin oder eines Politikers einzunehmen, soll die Jugendlichen dazu ermuntern, auch später aktiv am politischen Alltag teilzunehmen.
Jedem Jugendparlament wird ein Thema vorgegeben, das die Teilnehmenden im Laufe der Veranstaltung in fiktiven Klubs bearbeiten. In Klub- und Ausschusssitzungen diskutieren die Schülerinnen und Schüler, wofür sie stehen, welche Meinungen sie vertreten oder bei welchen Fragen es mit anderen Klubs Kompromisse geben kann. Des Weiteren müssen Reden für das Plenum vorbereitet und ein mögliches Vorgehen bei der Diskussion mit den anderen Klubs besprochen werden.
Höhepunkt ist die Plenardebatte, bei der die Jugendlichen ihre Reden halten und die Gesetzesvorlage diskutieren. Ob die Gesetzesvorlage angenommen oder abgelehnt wird, wird bei der Schlussabstimmung entschieden. Die Jugendlichen werden bei ihrer Arbeit auch von Themen-Experten und „echten“ Politikerinnen und Politikern unterstützt. Sie geben professionelles Feedback und stehen für Fragen zur Verfügung.
LEHRLINGSPARLAMENT UND LEHRLINGSFORUM MIT WORKSHOPS
In ähnlicher Art und Weise möchte das Format Lehrlingsparlament Lehrlinge für politische und demokratische Entscheidungsprozesse interessieren. Indem die Teilnehmenden im Hohen Haus selbst die Rolle von Parlamentariern einnehmen, erleben sie den Gesetzgebungsprozess und die damit in Zusammenhang stehenden Abläufe in ihren Kernpunkten. Die Lehrlinge lernen, ihre Meinung zu artikulieren und eigene Standpunkte zu vertreten bzw. zu verhandeln. Am Ort der Gesetzgebung erleben sie, wie politische Entscheidungen zustande kommen und wie vielseitig die Arbeit als Politikerin oder Politiker ist.
Das ebenso angebotene Lehrlingsforum beabsichtigt, Lehrlingen Politik sowie Demokratieverständnis näherzubringen und dabei an ihre reale Erfahrungswelt anzuknüpfen, Interesse an Politik zu wecken und dabei zu zeigen, wie vielfältig man sich an demokratischen Prozessen beteiligen kann. Im Rahmen des Lehrlingsforums wird in themenspezifischen Workshops Lehrlingen im Alter ab 15 Jahren ein Verständnis für Politik, Demokratie oder die Europäische Union vermittelt. Es können Lehrlinge aus ganz Österreich im Berufsschul- bzw. Gruppenverband an thematisch unterschiedlichen Workshops in Präsenz oder online teilnehmen. Für alle Werkstätten gilt ebenso wie für die anderen Demokratiewerkstatt-Workshops: Die Erfahrungen werden reflektiert und als Ergebnis in einem Podcast, einem Zeitungs- oder Filmbeitrag aufbereitet, der danach auf der Website des Lehrlingsforums zur Verfügung steht.
DAS PARLAMENT AUF REISEN
Nicht nur im Hohen Haus an der Wiener Ringstraße wird Demokratie vermittelt: Das Parlament besucht auch Schulen und Kindergärten. Die mobilen Workshops von „Parlament kommt zu dir“ vermitteln Schülerinnen und Schülern, Lehrlingen und Kindergartenkindern Parlamentarismus und sensibilisieren für die Themen Rassismus und Antisemitismus. Im Modul „Gesetzgebung & Demokratie“ erarbeiten Schülerinnen und Schüler sowie Lehrlinge die Grundsätze von Demokratie und Parlamentarismus. Diese Workshops werden an Schulen der Sekundarstufe 1 und 2 in ganz Österreich angeboten. Im Modul „Demokratie & Verantwortung – das Format gegen Antisemitismus“ setzen sich Schülerinnen und Schüler der Sekundarstufe 2 sowie Lehrlinge mit den Ursachen, Erscheinungsformen und Auswirkungen von Antisemitismus auseinander. Seit Herbst 2023 gibt es außerdem ein neues Modul zur Demokratievermittlung im elementarpädagogischen Bereich. Dieses richtet sich an Kindergärten und Kinder ab vier Jahren und beruht auf einer illustrierten Geschichte rund um drei Maskottchen: die schlaue Eule Polli, Kater Hans und den Hund Theo. So werden die Kinder unterstützt, demokratische Prozesse dem Alter entsprechend zu erleben und zu verstehen.
Insgesamt fanden zwischen 2023 und 2025 rund 2.000 dieser mobilen Workshops mit mehr als 24.000 Teilnehmenden aus allen Bundesländern statt.
FÜHRUNGEN FÜR SCHULKLASSEN UND FAMILIEN
Bei einer Anzahl von gesamt 3.459 Schulklassenführungen und Kinder- und Familienführungen durch das Parlament gab es im Jahr 2025 über 74.000 teilnehmende Personen. Bei den Führungen für Kinder und Familien soll dabei bei einem speziellen Rundgang durch das Haus auf spielerische Art das Interesse an der Politik geweckt und den Kindern ein Einblick in die komplexe Welt der Gesetze und ihrer Entstehung gewährt werden. Die Führungen für Volksschulkinder wiederum zielen darauf ab, dass diese die Rolle des Parlaments kennenlernen und Demokratie als Prozess begreifen, mit dem sie in ihrem täglichen Leben konfrontiert sind und an dem sie sich aktiv beteiligen können.
Bei den Führungen für Jugendliche werden Schülerinnen und Schüler eingeladen, sich als aktive Gestalterinnen und Gestalter politischer Prozesse zu erleben und Partizipationsmöglichkeiten kennenzulernen, die auch Personen vor dem Wahlalter offenstehen. Das Führungsformat für junge Erwachsene fördert darüber hinaus etwa die kritische Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Themen und vermittelt wichtige Kompetenzen für die aktive Teilnahme am demokratischen Prozess. Die angebotenen Führungen für Lehrlinge zielen unter anderem darauf ab, das Verständnis für Partizipation zu fördern und zu zeigen, wie jede und jeder Einzelne demokratische Prozesse mitgestalten kann.
DEMOKRATIKUM – ERLEBNIS PARLAMENT FÜR KINDER UND JUGENDLICHE
Programme für junge Menschen im Hohen Haus werden auch im interaktiven Besuchszentrum „Demokratikum – Erlebnis Parlament “ angeboten. Kinder können dabei Aspekte der Demokratiegeschichte in einem Wimmelbild entdecken oder ihren Tagesablauf als Politikerin oder Politiker in einem digitalen Spiel organisieren. Der „Pass für Entdeckerinnen und Entdecker“ leitet sie durch die Stationen. Im Rahmen einer Demokratierallye können Jugendliche im Alter von 10 bis 14 Jahren selbständig oder in Gruppen Details über die Demokratie und den Parlamentarismus in Österreich entdecken. Die Jugendlichen erforschen dabei, inwiefern die Themen ihres Lebens mit dem Parlament verknüpft sind, und entdecken dabei die digitalen und interaktiven Ausstellungsstationen des „Demokratikum – Erlebnis Parlament“. (Schluss) mbu
HINWEIS: Unter dem Titel „teilhaben teilsein“ rückt das Parlament die gesellschaftspolitische Teilhabe von jungen Menschen in den Mittelpunkt. Mehr Informationen zum Jahresschwerpunkt 2026 finden Sie unter www.parlament.gv.at/jahresschwerpunkt. Eine Auswahl von Fotos aus den Angeboten des Parlaments für junge Menschen finden Sie im Webportal des Parlaments.
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