
Herpes Zoster: Großes Versprechen, kein Impfstoff
Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien kritisiert Mängel in der Impfstoffversorgung
Seit 1. November 2025 besteht die Zusage von Gesundheitskasse und Gesundheitsministerium zur Kostenübernahme der Herpes-Zoster-Impfung. Die Impfung stellt eine wichtige Schutzmaßnahme für Personen ab 60 Jahren sowie für medizinische Risikogruppen dar. Doch der versprochene gratis Impfstoff ist erneut nicht verfügbar. Die Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien kritisiert diesen Umstand, der zulasten des Vertrauens von Ärztinnen und Ärzten ebenso wie Patientinnen und Patienten in das kostenfreie Impfprogramm geht.
„Die kostenlose Impfung gegen Herpes Zoster klingt schön und ist sinnvoll, aber in der Praxis hält das Versprechen nicht“, sagt Naghme Kamaleyan-Schmied, Vizepräsidentin der Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien und Obfrau der Kurie niedergelassene Ärzte. Bereits zum Start der Impfkampagne war der bestellbare Impfstoff binnen zwei Tagen vollständig vergeben. Im Dezember konnten Ärztinnen und Ärzte in einem engen einwöchigen Zeitfenster jeweils nur eine kleine Menge bestellen. „Seither warten wir Ordinationen und unsere Patientinnen und Patienten dringend auf Nachschub.“ Aus dem Ministerium heißt es lediglich, dass „im Laufe des ersten Halbjahres 2026 eine große Menge“ wieder verfügbar sein soll.
Besonders problematisch: Die Impfung gegen Herpes Zoster erfordert zwei Dosen im Abstand von zwei bis sechs Monaten. „Viele Patientinnen und Patienten haben bisher nur die erste Teilimpfung erhalten. Ob die zweite Dosis rechtzeitig verfügbar sein wird, ist ungewiss“, sagt Kamaleyan-Schmied.
Insgesamt ist die Kommunikation aus dem Ministerium ein Hin und Her. So hieß es Mitte November zunächst, dass es Anfang des Jahres die nächste Lieferung geben soll. Anfang Dezember kam die Planänderung und es konnte zwischen 12. und 18. Dezember ein beschränktes Kontingent je Arzt bestellt werden. Seit Jahresbeginn heißt es nun ohne konkrete Angaben eben „im Laufe des ersten Halbjahres 2026“.
Dabei ist der Bedarf groß: In Österreich treten jährlich rund 30.000 bis 40.000 Fälle von Gürtelrose auf. Etwa jede dritte Person erkrankt im Laufe ihres Lebens daran. Die Erkrankung äußert sich durch einen einseitigen, schmerzhaften Hautausschlag mit flüssigkeitsgefüllten Bläschen und kann in schweren Fällen Augen, Ohren oder Gesicht betreffen – mit möglichen Folgen wie Seh- oder Hörstörungen sowie Gesichtslähmungen. Deshalb ist es so wichtig, Personen ab 60 und Risikopatientinnen und -patienten zu impfen.
Kammer für Ärztinnen und Ärzte in Wien
Mag. Katharina Hemmelmair
Telefon: 06649697506
E-Mail: hemmelmair@aekwien.at
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