
Wie sich das Impfwesen weiter optimieren lässt
Wichtigster Punkt: der Ausbau des Erwachsenenimpfprogrammes
DIE MÖGLICHKEITEN, IMPFPRÄVENTABLE ERKRANKUNGEN ZU VERHINDERN, WERDEN MIT JEDEM NEU ZUGELASSENEN IMPFSTOFF MEHR. DOCH DIESE MÖGLICHKEITEN STEHEN NICHT IMMER ALLEN NIEDERSCHWELLIG ZUR VERFÜGUNG. DER ÖSTERREICHISCHE VERBAND DER IMPFSTOFFHERSTELLER (ÖVIH) DISKUTIERT DAHER REGELMÄSSIG ZU JAHRESBEGINN ÜBER VERBESSERUNGEN DES IMPFWESENS IN ÖSTERREICH. IN DEN LETZTEN JAHREN WURDEN ERSTE WICHTIGE SCHRITTE GESETZT. LAUT ÖVIH IST ABER VOR ALLEM BEIM ERWACHSENENIMPFPROGRAMMEN NOCH VIEL ZU TUN. WAS GENAU OPTIMIERT WERDEN SOLLTE, HAT DER ER NUN IM „AKTIONSPLAN IMPFEN 2026“ AUFGELISTET.
AUS ERFOLGEN LERNEN
„Was wir vor allem im letzten Jahr gesehen haben, ist, dass Impfungen wie die neu im Impfprogramm aufgenommene Pneumokokken-Impfung und auch die Impfung gegen Herpes Zoster (Gürtelrose) sehr gut von der Bevölkerung angenommen werden. Vor allem deshalb, weil sich die Impfkommunikation sehr verbessert hat und die Impfstoffe auch im Rahmen eines öffentlichen Impfprogrammes finanziert werden“, stellt Mag.a Renée Gallo-Daniel, Präsidentin des ÖVIH fest. Auch bei der Influenza-Impfung ist eine steigende Akzeptanz sichtbar. In Zahlen: In der noch laufenden Influenza-Saison wurden etwa 200.000* Impfungen mehr verabreicht als in der vergangenen Saison. Doch die Durchimpfungsrate bleibt stark ausbaufähig. Die Lösung wäre eine weitere Stärkung des Öffentlichen Impfprogramms Influenza. Die Impfungen gegen Pneumokokken und Gürtelrose sind seit Einführung der kostenfreien Impfung für die entsprechenden Personengruppen sprunghaft angestiegen. „Diese Zahlen sind sehr erfreulich, aber wir müssen die Impfprogramme weiter ausbauen, um bei den Durchimpfungsraten zumindest in die Nähe der WHO-Ziele zu kommen“, so die ÖVIH-Präsidentin.
ERWACHSENENIMPFPROGRAMM AUSBAUEN
„Österreich hat ein hervorragendes kostenfreies Kinderimpfprogramm, das sehr gut funktioniert“, ergänzt ÖVIH-Vizepräsidentin Mag.a Sigrid Haslinger. „Das sollten wir beibehalten und stärken, da Kinderimpfungen nicht nur die Kinder selbst schützen, sondern generell dazu beitragen, Krankheiten zu reduzieren, insbesondere in der näheren Umgebung der Kinder. Jetzt ist es wichtig, zusätzlich den Bereich der Erwachsenenimpfungen weiter auszubauen, um die bestmögliche Prävention für alle Altersgruppen zu erreichen.“ Orientieren solle man sich dabei an den Empfehlungen im Österreichischen Impfplan.
„2025 waren 77 der 91 Impfstoffkandidaten in der Pipeline der Vaccines-Europe-Mitglieder für Erwachsene gedacht, viele davon könnten in den nächsten Jahren zugelassen werden. Auch sie sollten allen in Österreich zeitnah nach Zulassung zur Verfügung stehen, die davon profitieren können“, betont DI Olivier Jankowitsch, Generalsekretär des ÖVIH. „Das funktioniert nur, wenn österreichweite Impfkonzepte entsprechend ausgerichtet sind.“
TRANSPARENZ ALS OBERSTES GEBOT
Zur richtigen Ausrichtung gehören auch valide Daten. „Um mögliche Impflücken und -hürden besser und früher zu erkennen, brauchen wir so viele Informationen aus der praktischen Umsetzung wie möglich“, betont Gallo-Daniel. „Daher sollten der e-Impfpass auf alle Impfindikationen erweitert und die enthaltenen Daten regelmäßig ausgewertet und transparent publiziert werden.“ Gleichzeitig solle man auch die gesundheitsökonomischen Aspekte stärker berücksichtigen. „Impfungen können Folgekosten von Medikamenten über Krankenhausaufenthalte bis zu Arbeitsausfällen ersparen. Wenn wir Impfkosten und Einsparungen gegenüberstellen, wird auch für alle verständlich, warum wir das öffentliche Impfprogramm weiter ausbauen müssen“, erklärt die ÖVIH-Präsidentin.
VERSORGUNGSSICHERHEIT GEWÄHRLEISTEN
Nicht vergessen werden darf dabei die frühzeitige Bedarfsplanung, da die Impfstoffproduktion meist aufwendig und langwierig ist. Die Planung muss dementsprechend langfristig erfolgen. Um alle benötigten Impfstoffe zeitgerecht zur Verfügung stellen zu können, ist eine laufende Abstimmung mit den Herstellern erforderlich. „Wir sind jederzeit für Gespräche und Abstimmungen offen“, bekräftigt ÖVIH-Vizepräsidentin Haslinger.
ALLE ÖVIH-FORDERUNGEN AUF EINEN BLICK
* Definition von Impfzielen in allen Alters- und Risikogruppen zu allen im österreichischen Impfplan vorgesehenen Impfungen
* Schaffung eines umfassenden Impfprogrammes für alle Altersgruppen
* Niederschwelliger Zugang zu den Impfungen
* Bundeseinheitliche Datenerhebung bzw. -auswertung mithilfe aller zur Verfügung stehenden digitalen Tools
* Laufende Abstimmung mit der impfstoffherstellenden Industrie
* Aufklärungskampagnen durch die öffentliche Hand
Alle Details dazu sind im Aktionsplan Impfen 2026 nachzulesen.
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* Durchschnittswert auf Basis von ÖGK und Impf-Dashboard
_Impfempfehlungen sind im Österreichischen Impfplan nachzulesen, Impfberatung bieten Ärzt:innen und Apotheker:innen im österreichischen Gesundheitswesen._
Für den Österreichischen Verband der Impfstoffhersteller
FINE FACTS Health Communication GmbH
Mag.a Uta Müller-Carstanjen
Telefon: +436645153040
E-Mail: mueller-carstanjen@finefacts.at
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