ÖGB-Frauen zur WIFO-Auswertung: Teilzeit ist kein „Frauenproblem“, sondern Folge ungleicher Verteilung von Arbeit und Betreuung

ÖGB-Hörmann fordert mehr Väterkarenz, Familienarbeitszeit-Modell und bessere Rechte für Teilzeitbeschäftigte

Die aktuelle WIFO-Auswertung im Auftrag der AK zeigt einmal mehr die strukturelle Benachteiligung von Frauen am Arbeitsmarkt: Jede zweite Frau arbeitet in Teilzeit, aber nur jeder achte Mann. Hauptgrund sind Betreuungspflichten. Für die ÖGB-Frauen ist klar: Teilzeit ist für viele Frauen keine echte Wahl, sondern eine Folge fehlender Gleichstellung und unzureichender Rahmenbedingungen.

„Frauen arbeiten Teilzeit, weil sie insgesamt mehr leisten – in der Arbeit und zu Hause. Die Betreuungspflichten werden noch immer überwiegend von Frauen übernommen. Das ist kein individuelles Problem, sondern ein strukturelles Versagen“, sagt die gf. ÖGB-Vizepräsidentin und Bundesfrauenvorsitzende Christa Hörmann.

Solange Betreuung, Karenz und Erwerbsarbeit nicht partnerschaftlich aufgeteilt sind, bleiben Frauen häufiger in Teilzeit – mit massiven Folgen für Einkommen, Karriere und Pension.

„Mehr Väterkarenz ist ein zentraler Hebel für echte Gleichstellung. Wer früh Verantwortung übernimmt, bleibt auch später stärker in die Betreuung eingebunden. Deshalb brauchen wir bessere Bedingungen für eine partnerschaftliche Aufteilung der Karenz sowie echte Unterstützung der Betriebe dafür und nicht nur Lippenbekenntnisse. Und wir brauchen endlich die Umsetzung des ÖGB/AK-Familienarbeitszeit-Modells“, betont Hörmann. Bei dem Modell der Familienarbeitszeit, wie ÖGB und AK es fordern, soll jedem Elternteil eine Geldleistung zustehen, wenn die Arbeitszeit in den ersten vier Jahren des Kindes zwischen 28 und 32 Stunden beträgt.

MEHRSTUNDEN WIE ÜBERSTUNDEN BEZAHLEN

Gleichzeitig brauchen Teilzeitbeschäftigte bessere arbeitsrechtliche Rahmenbedingungen. Die ÖGB-Frauen unterstützen die Forderung, Mehrarbeit ab der ersten Stunde wie Überstunden zu bezahlen. Ebenso fordert der ÖGB einen Rechtsanspruch auf Aufstockung der Arbeitszeit sowie eine Arbeitszeitverkürzung.

„Teilzeitbeschäftigte dürfen nicht länger als billige Flexibilitätsreserve missbraucht werden. Wer mehr arbeitet, muss dafür fair bezahlt werden und eine echte Perspektive auf mehr Stunden haben“, so die gf. ÖGB-Bundesfrauenvorsitzende.

Neben fairen Arbeitsbedingungen ist vor allem der Ausbau der Kinderbildung und -betreuung entscheidend. Nur wenn ausreichend leistbare und ganztägige Betreuungsangebote vorhanden sind, haben Frauen und Männer echte Wahlfreiheit bei ihrer Arbeitszeit.

„Gleichstellung passiert nicht von selbst. Sie braucht politische Entscheidungen, bessere Arbeitsbedingungen und eine faire Verteilung von Erwerbs- und Care-Arbeit“, so Hörmann abschließend.

https://www.oegb.at/familienarbeitszeit

https://www.oegb.at/teilzeit

ÖGB Kommunikation
Mag. Barbara Kasper
0664/614 5221
barbara.kasper@oegb.at
https://www.oegb.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender