
Vier Jahre Krieg: Kinder in der Ukraine zwischen Überleben und Zukunftssicherung
Vier Jahre nach der Eskalation des Krieges prägen Gewalt, Vertreibung und Unsicherheit weiterhin den Alltag von Millionen Kindern in der Ukraine. Seit Februar 2022 wurden mehr als 3.200 Kinder getötet oder verletzt, mit zuletzt erneut steigenden Opferzahlen. Über 1.700 Bildungseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört, jedes dritte Kind kann nicht regelmäßig am Präsenzunterricht teilnehmen. Mehr als ein Drittel der Kinder (rund 2,59 Millionen) sind weiterhin vertrieben, viele davon bereits mehrfach. Strom-, Heizungs- und Wasserausfälle verschärfen besonders im Winter die Notlage. Gezielte Angriffe auf die Infrastruktur und Energieversorgung erschweren das Leben der Menschen in der Ukraine enorm. UNICEF unterstützt daher unter anderem beheizte Zelte als Ort zum Aufwärmen und liefert Generatoren zur Unterstützung der Infrastruktur.
KINDER IN DER UKRAINE BRAUCHEN EINE PERSPEKTIVE
Gleichzeitig geht es längst nicht mehr nur um Nothilfe, sondern um die Zukunft des Landes. Massive Lernverluste, psychische Belastungen und ein dramatischer demografischer Rückgang, die Zahl der Kinder ist in vier Jahren von sieben auf fünf Millionen gesunken, gefährden die langfristige Entwicklung der Ukraine. Viele Jugendliche zweifeln inzwischen an ihren Perspektiven im eigenen Land.
UNICEF verbindet daher humanitäre Hilfe mit systematischem Wiederaufbau. 2025 erreichte die Organisation sieben Millionen Menschen, darunter 2,5 Millionen Kinder, mit akuter Unterstützung. Gleichzeitig werden Bildungssysteme modernisiert, Lernrückstände aufgeholt und digitale Angebote ausgebaut, um Kindern auch unter Kriegsbedingungen kontinuierliches Lernen zu ermöglichen. Reformen stärken familienbasierte Betreuung statt institutioneller Unterbringung; mittlerweile leben über 90 % der Kinder im alternativen Betreuungssystem in familiären Strukturen. Investitionen in frühkindliche Entwicklung, Gesundheitsversorgung und soziale Dienste sichern zudem die Grundlage für Resilienz und langfristige Stabilität.
Auch zentrale Versorgungsstrukturen werden resilienter aufgebaut: Unterstützte Wasserwerke sichern Millionen Menschen den Zugang zu sauberem Wasser, zunehmend energieunabhängig und klimaresilient durch die Umstellung auf die Versorgung mit Solarenergie.
Doch die Finanzierung bleibt kritisch: Für die humanitäre Hilfe 2026 benötigt UNICEF 350 Millionen US-Dollar, der Plan ist derzeit deutlich unterfinanziert.
Vier Jahre Krieg dürfen nicht zu einer verlorenen Generation führen. Der Schutz, die Förderung und die Zukunftschancen der Kinder müssen jetzt oberste Priorität bleiben.
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