
Rechtsextreme Tathandlungen – Bilanz 2025
1.518 Anzeigen gegen Rechtsextremismus, 277 Hausdurchsuchungen, 75 Festnahmen – Aufklärungsquote bei 65,5 Prozent
Die österreichischen Sicherheitsbehörden konnten 2025 insgesamt 1.986 rechtsextremistische, fremdenfeindliche beziehungsweise rassistische, islamfeindliche, antisemitische sowie unspezifische oder sonstige Tathandlungen feststellen. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies einen Anstieg um 33,6 Prozent (1.486 Tathandlungen in 2024), im Vergleich zu 2020 sogar einen Anstieg um 121,9 Prozent (895 Tathandlungen). Die meisten Tathandlungen konnten in Wien festgestellt werden (485), gefolgt von Oberösterreich (350) und Niederösterreich (298). Diese Zahlen stammen aus der Beantwortung einer parlamentarischen Anfrage, die wiederum auf einer Anzeigenstatistik basiert.
Von den 1.986 Tathandlungen wurden 65,5 Prozent (1.281 Tathandlungen) aufgeklärt. Hier kann ein leichter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr verzeichnet werden, wo die Aufklärungsquote bei 64,1 Prozent lag.
„Der Verfassungsschutz geht konsequent gegen jede Form von Extremismus vor. Entscheidend sind dabei neben der ausgezeichneten internationalen Vernetzung vor allem auch die hohe Professionalität und das Engagement der Ermittler“, sagte Innenminister Gerhard Karner.
NATIONALER AKTIONSPLAN GEGEN RECHTSEXTREMISMUS
Erst vor wenigen Tagen wurde der Nationale Aktionsplan gegen Rechtsextremismus gestartet. Durch diesen Schritt werden zahlreiche Maßnahmen zwischen Innenministerium, dem Justiz- und dem Bildungsministerium, aber auch den Ländern sowie der Zivilgesellschaft gebündelt und die bisherigen Maßnahmen noch effizienter gestaltet.
ANZEIGENSTATISTIK RECHTSEXTREMER TATHANDLUNGEN
Im Zuge der Aufklärung rechtsextremer Straftaten wurden im Jahr 2025 insgesamt 1.518 Personen durch die Sicherheitsbehörden zur Anzeige gebracht. Im Vergleich zu 2024 bedeutet dies einen Anstieg um 36 Prozent (1.116 Anzeigen). 2020 wurden 731 rechtsextreme Straftaten angezeigt – ein Anstieg um 107,7 Prozent.
Im Jahr 2025 wurden hierbei 1.379 männliche (90,8 Prozent) und 139 weibliche (9,2 Prozent) Personen angezeigt. 2024 waren es 1.013 Männer und 103 Frauen.
Unter den Beschuldigten befanden sich im Vorjahr 243 Jugendliche (16 Prozent). 2024 lag der Anteil der Jugendlichen noch bei 24,8 Prozent, 2020 bei 27,4 Prozent – hier kann ein klarer Rückgang verzeichnet werden.
1.229 der in diesem Spektrum 2025 angezeigten Personen (81 Prozent) besitzen die österreichische Staatsbürgerschaft (2024: 910, das entspricht 81,5 Prozent). 2020 waren dies 89,1 Prozent.
In Zusammenhang mit der Bekämpfung rechtsextremer Aktivitäten wurden 2025 in Österreich insgesamt 277 Hausdurchsuchungen (inklusive freiwilliger Nachschauen) durchgeführt (2024: 260) und 75 Festnahmen vollzogen (2024: 53).
ZÄHLWEISE
Zwischen polizeilicher Anzeige und Verurteilung liegt ein langer Prozess, der viele Schritte wie eine Anklage, eine Verhandlung etc. beinhaltet. Manche Anzeigen führen auch zu keinem Ermittlungsverfahren – zum Beispiel bei Anzeigen gegen unbekannte Täter oder gegen Strafunmündige. Durch das Innenministerium werden rein die polizeilichen Anzeigen erfasst.
Bundesministerium für Inneres
Ministerialrat Markus Haindl, BA MA
Pressesprecher des Bundesministers
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