Frauen an die Macht: 29 Top-Unternehmen knacken die 40-Prozent-Marke

AK Frauen-Management-Report für die 200 umsatzstärksten Unternehmen

DIE AK HAT DEN FRAUENANTEIL FÜR DIE 200 UMSATZSTÄRKSTEN UNTERNEHMEN ÖSTERREICHS ERHOBEN. ERGEBNIS DES AK FRAUEN-MANAGEMENT-REPORTS 2026: SCHON 29 UNTERNEHMEN KNACKEN DIE MARKE VON 40 PROZENT FRAUENANTEIL IN DER GESCHÄFTSFÜHRUNG! WEIT ABGESCHLAGEN HINGEGEN ZEHN BÖRSENNOTIERTE UNTERNEHMEN, DIE ES WEDER IN DER GESCHÄFTSFÜHRUNG NOCH IM AUFSICHTSRAT AUCH NUR AUF EINE EINZIGE FRAU BRINGEN.

Seit 2018 gibt es in Österreich eine gesetzliche Frauenquote von 30 Prozent für den Aufsichtsrat. Für den Vorstand bzw. die Geschäftsführung hingegen gibt es keine Vorgabe. Trotzdem knacken die 29 Top-Firmen der 200 umsatzstärksten Unternehmen in Österreich bereits die 40-Prozent-Marke auch in der Geschäftsführung. Diese Unternehmen zeigen auch bei Neubestellungen in die Geschäftsführung eine anhaltend fortschrittliche Personalpolitik. Besonders innovativ: der Finanzbereich. Jede fünfte Frau auf der operativen Top-Ebene ist Finanzvorstand – und das quer über alle Branchen.

Hingegen konnten 130 der 200 untersuchten österreichischen Unternehmen keine einzige Frau in Vorstand oder Geschäftsführung vorweisen, darunter zehn börsennotierte. Und das, obwohl der Frauenanteil bei den Studienabschlüssen mittlerweile bei 59 Prozent liegt (2022/2023). AK Expertin Simone Hudelist: “Diese Unternehmen schaffen es aus eigener Kraft einfach nicht, ihre verkrusteten Strukturen aufzubrechen.” Auch im Mittelfeld zeigen sich Österreichs 200 umsatzstärkste Unternehmen als strukturkonservativ: Von den insgesamt 606 Positionen in den Geschäftsführungen sind noch immer 518 mit Männern besetzt.

Den größten Frauenanteil in der Geschäftsführung haben mit 21 Prozent Unternehmen im Dienstleistungssektor. Der Finanzsektor liegt im Jänner 2026 mit 20 Prozent nur knapp dahinter. Im Handel ist der Frauenanteil mit 14 Prozent dagegen unterdurchschnittlich. Am schlechtesten schneidet die Industrie mit nur 9 Prozent Frauenanteil ab. Sie stellen mit 102 Unternehmen mehr als die Hälfte der 200 umsatzstärksten Unternehmen und drücken daher den Schnitt massiv.

Im EU-Durchschnitt sind 24 Prozent der Vorstandspositionen in börsennotierten Unternehmen in Frauenhand. In Deutschland sind es 26 Prozent. Doch während Österreichs öffentliche Unternehmen noch einen Frauenanteil von 21 Prozent in der Geschäftsführung erreichen, bringen es die 20 ATX-Unternehmen nur auf 13 Prozent.

Unterstützung bringt jetzt eine EU-Richtlinie, die – wenn auch verspätet – in österreichisches Gesetz umgesetzt wird: In Aufsichtsräten börsennotierter Unternehmen soll der Frauenanteil bei allen Wahlen und Entsendungen ab 30. Juni 2026 von 30 auf 40 Prozent angehoben werden.

Aus AK Sicht braucht es aber auch gesetzliche Vorgaben für Geschäftsführung und Vorstand. Die öffentliche Hand könnte hier mit gutem Beispiel vorangehen. Vorstands-Boni sollten an Zielvorgaben betreffend Frauenanteil in Führungspositionen sowie bei Neuaufnahmen in männerdominierten Branchen geknüpft werden.

AK Wien
Katharina Nagele-Allahyari
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