FCG/GPA Zeisel zum 8.3.: Digitale Welt wird immer männlicher

Alarmierende Zahlen zum Geschlechter-Gap in Technologie und KI

Technologie und digitale Transformation verstärken bestehende Ungleichheiten. Frauen sind in der Entwicklung digitaler Technologien und Künstlicher Intelligenz (KI) stark unterrepräsentiert. Sie nutzen digitale Werkzeuge seltener. Ihre Chancen auf Jobs in Zukunftsbranchen sind geringer. „Das ebnet den Weg für Gewalt im digitalen Raum“, warnt Karin Zeisel, Bundesfrauenvorsitzende der Fraktion Christlicher Gewerkschafter:innen in der Gewerkschaft GPA.

Aktuelle Zahlen zeigen: In Europa arbeiten nur rund 19 Prozent Frauen in Technologie-Berufen oder in der KI-Entwicklung. „Wird Technologie vor allem aus männlicher Perspektive entwickelt, entsteht eine digitale Welt, die nicht für alle funktioniert. Das ist auch demokratiepolitisch problematisch“, so Zeisel.

MEHR BEWUSSTSEIN. MEHR FÖRDERUNG. MEHR DIVERSITÄT.

Frauen haben einen schlechteren Zugang zu digitalen Entwicklungs- und Führungspositionen. Sie sind bei der Nutzung digitaler Tools benachteiligt. Zudem besteht das Risiko, durch automatisierte Entscheidungen diskriminiert zu werden.

„Algorithmen und KI-Systeme basieren oft auf männerdominierten Daten. So werden bestehende Geschlechterstereotype weiter verstärkt“, betont Markus Hiesberger, Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA. Seine Forderung ist klar: „Wir brauchen mehr Bewusstsein, mehr Förderung und mehr Diversität – in den Daten, in den Entwicklerteams und vor allem in den Entscheidungsebenen.“

Die FCG/GPA stellt dazu konkrete Forderungen auf. Es braucht gezielte Bildungsprogramme in den Schulen. Digitale Kompetenzen von Mädchen und jungen Frauen müssen gestärkt werden. Frauen müssen in technischen Berufen gezielt gefördert werden. Sensibilisierungs- und Mentoring-Programme sollen inklusive Tech-Teams schaffen. Zudem müssen geschlechterdifferenzierte Daten regelmäßig erhoben werden, um Fortschritte messbar zu machen. „Aus Gewerkschaftssicht ist es weiterhin verstärkt notwendig, technische Berufe für Frauen zu bewerben und für Frauen attraktiver zu machen. Allein schon hinsichtlich der Verdienstmöglichkeiten“, so der Bundesgeschäftsführer der FCG/GPA.

DIE DIGITALE WELT WIRD GEFÄHRLICH EINSEITIG – JETZT BRAUCHT ES KLARE POLITISCHE UND INSTITUTIONELLE WEICHENSTELLUNGEN

Die aktuellen Zahlen zeigen eindeutig: Ohne gezielte Maßnahmen wird die Digitalisierung die Geschlechterungleichheit weiter verschärfen. Es braucht daher: genderneutrale Algorithmen, die Frauen systematisch abbilden, mehr weibliche Expertise in der Entwicklung von Technologien und KI, digitale Bildungsoffensiven, die Frauen gezielt stärken, Regulierung, die Bias erkennt und beseitigt sowie transparente KI-Systeme, die diskriminierungsfrei eingesetzt werden.

Zeisel und Hiesberger halten fest: „Die digitale Zukunft darf nicht frauenfeindlich sein. Sie muss gerecht, inklusiv und chancengleich gestaltet werden.“

FCG/GPA
Mag. Gertraud Kreiml, MA
Telefon: 0676/817111395
E-Mail: gertraud.kreiml@gpa.at
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