
ÖGB-Kemperle zum Internationalen Frauentag: Mit Lohntransparenz Altersarmut verhindern
ÖGB-Bundespensionist:innenvorsitze fordert vehementes Vorgehen gegen Lohndiskriminierung und Altersarmut bei Frauen
Frauen verdienen in Österreich deutlich weniger als Männer – und tragen die Folgen dieser Ungleichheit oft bis in die Pension. Darauf macht ÖGB-Bundespensionist:innenvorsitzende Monika Kemperle anlässlich des Internationalen Frauentags aufmerksam. EU-weit verdienen Frauen im Schnitt rund 12 Prozent weniger als Männer, in Österreich beträgt die Lohnlücke sogar 15,5 Prozent.
Für Kemperle ist klar: „Frauen arbeiten genauso hart wie Männer. Sie haben oft höhere Bildungsabschlüsse und leisten zusätzlich einen Großteil der unbezahlten Care-Arbeit. Trotzdem verdienen sie weniger. Es ist beschämend, dass diese Ungerechtigkeit bis heute nicht beseitigt ist.“
Die Gründe sind teilweise bekannt: Frauen arbeiten häufiger in schlechter bezahlten Berufen, übernehmen mehr unbezahlte Sorgearbeit und steigen seltener in Führungspositionen auf. Doch diese Faktoren erklären nur rund ein Drittel der Lohnlücke. „Rund zwei Drittel des Lohngefälles sind nicht erklärbar. Umso wichtiger ist daher die rasche Umsetzung der Lohntransparenz-Richtlinie. Nur wenn Gehälter offengelegt werden, können Diskriminierungen sichtbar gemacht und wirksam bekämpft werden“, ist Kemperle überzeugt.
ALTERSARMUT BEKÄMPFEN
Niedrige Einkommen bedeuten automatisch niedrige Pensionen. Die Pensionslücke ist noch drastischer als die Einkommenslücke: 2025 erhielten Frauen in Österreich um 39,7 Prozent weniger Pension als Männer.
„Schon jetzt führt die Lohndiskriminierung bei Frauen zu einer noch größeren Diskriminierung bei den Pensionen. Wenn Betriebe dann Frauen über 50 Jahren weniger Chancen geben wollen, verschärft sich dieser Gegensatz noch mehr. Die unweigerliche Folge ist eine zunehmende Altersarmut“, ist Kemperle besorgt.
„Wer sein Leben lang geschuftet hat, soll auch eine Pension bekommen, von der man würdevoll leben kann“, so Kemperle weiter. Sie fordert Betriebe daher auf, Frauen über 50 Jahren mehr Chancen zu geben sowie alterns- und altersgerechten Arbeitsplätze zu schaffen.
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