Studie zum Weltfrauentag: 31,4 Prozent der Frauen in Führungspositionen – Oberösterreich Spitzenreiter, Tirol deutlich hinten

Der Informationsdienstleister CRIF Österreich präsentiert zum Weltfrauentag (Sonntag, 8. März) eine aktuelle Auswertung zum Frauenanteil in Führungspositionen. Der Frauenanteil in Führungspositionen liegt in Österreich aktuell bei 31,4 Prozent und ist damit im Vergleich zu den beiden Vorjahren weiter gestiegen (2025: 30,8 Prozent; 2024: 30,3 Prozent). Österreich liegt damit deutlich vor Deutschland, wo lediglich 23,5 Prozent der Führungspositionen weiblich besetzt sind.

Die Analyse umfasst rund 920.000 Funktionen – darunter Inhaber:innen, Geschäftsführer:innen, Vorstände, Aufsichtsräte und Prokurist:innen. Hoch ist der Anteil unter Inhaber:innen von Einzelunternehmen (44,7 Prozent) und Prokurist:innen (35,9 Prozent). In den Vorständen großer Unternehmen bleiben Frauen jedoch stark unterrepräsentiert: Nur 12,3 Prozent der Vorstandsmitglieder und 15,9 Prozent der Geschäftsführer:innen sind weiblich. In Aufsichtsräten liegt die Quote bei 24,2 Prozent.

„Auch wenn österreichweit bereits fast ein Drittel aller Führungspositionen von Frauen besetzt ist, zeigt der Blick auf die obersten Entscheidungsebenen ein deutlich anderes Bild. In den Vorstandsetagen ist nach wie vor nur etwa jede zehnte Führungskraft eine Frau, und auch in der Geschäftsführung ist weibliche Besetzung eher die Ausnahme als die Regel. Die Gesamtentwicklung ist positiv, doch gerade an der Spitze bleibt der Zugang für Frauen stark begrenzt“, kommentiert CRIF-Geschäftsführerin Anca Eisner-Schwarz die aktuellen Zahlen.

DEUTLICHE UNTERSCHIEDE ZWISCHEN DEN BUNDESLÄNDERN

Auch im Bundesländer-Vergleich gibt es deutliche Unterschiede in der Frauenquote. Oberösterreich weist mit 32,7 Prozent den höchsten Anteil weiblicher Führungskräfte auf, gefolgt vom Burgenland mit 31,2 Prozent und Wien mit 30,7 Prozent. Dahinter liegt Kärnten mit 30,0 Prozent, während die Steiermark auf 29,3 Prozent und Niederösterreich auf 28,9 Prozent kommen. Salzburg folgt mit 27,7 Prozent – die Bundesländer Vorarlberg (26,2 Prozent) und Tirol (25,7 Prozent) bilden den Abschluss des Rankings.

BRANCHEN: ZWISCHEN STARKER WEIBLICHER PRÄSENZ UND DEUTLICHEN MÄNNERDOMÄNEN

Die Branchenanalyse zeigt noch größere Unterschiede als der Blick auf die Bundesländer. Besonders hoch ist der Anteil von Frauen in Führung im Gesundheits- und Sozialwesen, wo 76,9 Prozent der Leitungsfunktionen von Frauen ausgeübt werden. Auch die Erbringung von sonstigen Dienstleistungen liegt mit 71,7 Prozent klar an der Spitze. Im Bildungssektor, also Erziehung und Unterricht, beträgt der Frauenanteil 49,1 Prozent, und die Beherbergung und Gastronomie erreicht 42,4 Prozent.

Dem gegenüber stehen Branchen, in denen Frauen in Führungsrollen weiterhin stark unterrepräsentiert sind. Das Baugewerbe bildet mit einem Frauenanteil von lediglich 4,6 Prozent das klare Schlusslicht. Ebenfalls sehr niedrige Werte weisen die Bereiche Telekommunikation, Softwareentwicklung und IT-Beratung mit 10,2 Prozent, die Logistik mit 10,4 Prozent sowie die Land- und Forstwirtschaft und Fischerei mit 11,9 Prozent auf. Auch das Verlags- und Medienwesen bleibt mit 18,2 Prozent deutlich unter dem österreichischen Gesamtdurchschnitt.

„Vielfalt passiert nicht zufällig. Unternehmen brauchen klare Karrierepfade, flexible Führungsmodelle und eine Personalpolitik, die Frauen systematisch in Entscheidungspositionen bringt. Wer Vielfalt konsequent fördert, schafft einen echten Wettbewerbsvorteil“, so Eisner-Schwarz abschließend.

METHODIK

Die Analyse basiert auf rund 920.000 ausgewerteten Unternehmensfunktionen unterschiedlicher Branchen und Rechtsformen. Berücksichtigt wurden u. a. Geschäftsführer:innen, Vorstände, Aufsichtsräte, Inhaber:innen und Prokurist:innen. Ergänzend wurden regionale und branchenspezifische Verteilungen ausgewertet.

Oliver Ollrogge, CRIF GmbH, Bereich Marketing/PR
E-Mail: o.ollrogge@crif.com, Tel.: 040 / 89 803 582

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender