Zadić/Grüne: Schon wieder hochgiftige PFAS-Mode bei SHEIN

Neuer Greenpeace Report deckt auf, dass SHEIN gefährliche Produkte, trotz Versprechungen, nicht vom Markt nimmt

„Wir reden hier nicht über Einzelfälle. Der Greenpeace Report zeigt, dass SHEIN, wissentlich und systematisch, hochgiftige Produkte verkauft und nach öffentlicher Kritik einfach wieder online stellt. Das ist brandgefährlich für Konsument:innen“, erklärt Alma Zadić, Konsumentenschutzsprecherin der Grünen, zum neuen Greenpeace Report über Produkte der Plattform SHEIN.

Bereits im Herbst 2025 hatte Greenpeace massive Grenzwertüberschreitungen bei SHEIN-Kleidung aufgedeckt. Die Plattform versprach, die betroffenen Artikel zu entfernen. Der aktuelle Nachtest zeigt: Viele Produkte sind wieder da, ident oder nahezu ident und erneut hoch belastet.

81 Prozent der getesteten Produkte überschreiten mindestens einen EU-Grenzwert, in neun von elf untersuchten Jacken wurden PFAS, auch „Ewigkeitsgifte“ genannt, festgestellt – teils 3.000-fach über dem zulässigen Grenzwert. PFAS sind extrem langlebige Chemikalien, die sich in Umwelt und Körper anreichern und mit schweren Gesundheitsrisiken in Verbindung gebracht werden.

„Wenn beanstandete Ware verschwindet und kurz darauf unter neuer Artikelnummer wieder auftaucht, werden Konsument:innen nicht vor Gefahren geschützt. Solche Tricks auf Kosten der Gesundheit der Menschen darf es in Europa nicht geben“, so Zadić. Besonders problematisch ist das Marktplatzmodell von SHEIN. Viele Produkte werden direkt aus Drittstaaten an Konsument:innen versendet. Die Plattform verdient, entzieht sich aber der Verantwortung, rechtlich gelten oft die Kund:innen als Importeur:innen. „Das ist eine absurde Konstruktion und ein Schlupfloch, dass endlich geschlossen werden muss. Verantwortung darf man nicht einfach wegdelegieren“, betont Zadić. Wer Produkte in der EU anbietet, müsse auch voll haften.

Der aktuelle Fall steht für die Grünen nicht isoliert. Zadić dazu: „Wir haben einen Giftskandal nach dem anderen. Wir sprechen über krebserregende PFAS in Kleidung oder Asbest in Kinderspielzeug. Immer wieder werden gefährliche Chemikalien in Billigprodukten gefunden und jetzt zeigt sich, dass SHEIN die eigenen Versprechen, belastete Produkte zu entfernen nicht einhält.“

Die Grünen fordern daher deutlich mehr Ressourcen für Zoll- und Marktüberwachungsbehörden. „Wir brauchen Kontrollen, Kontrollen, Kontrollen. Wenn hunderttausende Pakete täglich ins Land kommen, darf Produktsicherheit nicht Glückssache sein.“

Und was können Konsument:innen tun, wenn sie merken, ein giftiges Produkt zuhause zu haben? „Wir brauchen eindeutige Zuständigkeiten, umfangreich behördliche Testungen nach modernsten Standards und klare Meldemechansimen und verpflichtende Rückrufe, in Österreich und der EU“.

Die Grünen fordern daher:

* PLATTFORMEN IN DIE VOLLE HAFTUNG NEHMEN: Online-Marktplätze müssen rechtlich als Inverkehrbringer gelten und für nicht konforme Produkte haften.
* UMFANGREICHES PFAS-VERBOT IN ALLTAGSPRODUKTEN AUF nationaler und EU-Ebene
* STÄRKERE REGULIERUNG FÜR ULTRA-FAST-FASHION
* STÄRKUNG DER MARKTÜBERWACHUNG, systematische Kontrollen und verpflichtende Rückrufe.
* EMPFINDLICHE SANKTIONEN BEI WIEDERHOLUNGSTÄTERN: Bei systematischen Verstößen bis hin zu Verkaufsbeschränkungen in der EU.
* KLARE ZUSTÄNDIGKEITEN IN ÖSTERREICH: Bessere Koordination zwischen Bund, Ländern und Zoll sowie eine zentrale Beschwerdestelle für Online-Marktplätze.

„Wenn giftige Produkte mit tausendfachen Grenzwertüberschreitungen immer wieder online auftauchen, dann versagt das System. Unsere Aufgabe ist es, dieses System zu reparieren – mit klarer Haftung, wirksamen Kontrollen und politischen Konsequenzen. Der Schutz der Konsument:innen muss endlich an erster Stelle stehen“, so Alma Zadić abschließend.

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