
8. März Weltfrauentag: Frauen leisten täglich unverzichtbare – und oft unsichtbare – Arbeit
Gerade rund um den Weltfrauentag am 8. März wird deutlich, wie viel Frauen tagtäglich tragen und häufig ohne entsprechende gesellschaftliche oder wirtschaftliche Anerkennung.
Frauen übernehmen im Alltag zahlreiche Rollen gleichzeitig und leisten einen enormen Beitrag für Familien und Gesellschaft.
„Frauen sind in vielen Familien gleichzeitig Problemlöserinnen, Zuhörerinnen, Organisatorinnen und Seelsorgerinnen. Sie planen den Alltag, kümmern sich um Kinder oder Angehörige und halten das Familienleben am Laufen. Diese Leistungen sind selbstverständlich geworden – obwohl sie enorm viel Zeit und Energie erfordern“, sagt Britta Brehm-Cernelic, Vizepräsidentin des Katholischen Familienverbandes.
Zahlen zeigen, wie groß dieser Beitrag tatsächlich ist: In Österreich betreut oder pflegt etwa jede sechste Frau über 18 Jahren ein Familienmitglied. Insgesamt werden rund 800.000 Menschen im Land zu Hause von Angehörigen betreut oder gepflegt – fast drei Viertel davon sind Frauen. Viele reduzieren dafür ihre Erwerbstätigkeit oder verlassen den Arbeitsmarkt ganz.
Diese sogenannte Care-Arbeit hat auch langfristige wirtschaftliche Auswirkungen. Der Einkommensunterschied zwischen Männern und Frauen liegt in Österreich bei rund 16 Prozent, wenn ausschließlich bezahlte Erwerbsarbeit betrachtet wird. Wird jedoch auch unbezahlte Haus- und Sorgearbeit berücksichtigt, zeigt sich laut Zeitverwendungsstudie 2021/2022 der Statistik Austria ein deutlich größeres Ungleichgewicht: Frauen leisten insgesamt mehr als die Hälfte der gesamten bezahlten und unbezahlten Arbeitsstunden, erhalten jedoch nur etwas mehr als ein Drittel der gesamten Einkommen.
„Wer über Gleichstellung spricht, muss auch über unbezahlte Arbeit sprechen. Ein großer Teil der Leistungen, die unsere Gesellschaft am Laufen halten, wird von Frauen erbracht – aber weder ausreichend gesehen noch fair verteilt“, betont Brehm-Cernelic.
Die Folgen reichen weit über den Berufsalltag hinaus. Frauen, die über Jahre hinweg Betreuung und Pflege übernehmen, arbeiten häufiger Teilzeit oder unterbrechen ihre Karriere. Dadurch verdienen sie im Laufe ihres Lebens weniger und sind im Alter deutlich stärker von finanziellen Nachteilen betroffen.
„Der Weltfrauentag ist deshalb auch ein Anlass, diese Leistungen sichtbar zu machen. Frauen tragen täglich Verantwortung in vielen Rollen – als Organisatorinnen, Unterstützerinnen, Pflegende, Vermittlerinnen und Gestalterinnen des Familienalltags. Diese Arbeit verdient mehr Anerkennung, mehr Sichtbarkeit und bessere Rahmenbedingungen“, so Brehm-Cernelic.
Für den Familienverband ist klar, das sollte nicht nur am Weltfrauentag gewürdigt werden, sondern tagtäglich.
Deswegen startet der Katholische Familienverband die Social-Media- Kampagne „Frauen vor den Vorhang“ auf Instagram und Facebook.
Ziel ist es, Frauen und ihre vielfältigen Leistungen sichtbar zu machen. Aufgerufen sind alle, eine Frau aus ihrem Umfeld – etwa eine Mutter, Kollegin, Freundin oder Nachbarin – symbolisch „vor den Vorhang zu holen“, ihr öffentlich Danke zu sagen, um ihre Leistungen sichtbar zu machen.
Dafür stehen zwei Sujets zum Download bereit, die auf Social Media geteilt werden können. Mit der Verwendung des Hashtags #FRAUENVORDENVORHANG soll eine breite Aufmerksamkeit für die vielfältigen Beiträge von Frauen im Alltag entstehen.
Katholischer Familienverband Österreich
Mag. Julia Standfest
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