
Neue Ausbildungsstufe für Sanitäter:innen notwendig
Die ÖGK streicht Leistungen. Wer eine nachhaltige Entlastung im Gesundheitswesen will, muss endlich eine notwendige neue Ausbildungsstufe für Sanitäter:innen einführen.
Die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) hat angekündigt, Leistungen zu streichen. Unter anderem sollen künftig weniger Krankentransporte finanziert werden. Einmal mehr wird damit an Symptomen gekürzt, nicht an Ursachen.
Ja, in Österreich wird zu viel transportiert. Doch die Lösung liegt nicht darin, Transporte zu streichen, sondern darin, unnötige Krankenhaustransporte von vornherein zu vermeiden. Das eigentliche Problem sind nämlich nicht jene Patient:innen, die nach einer Behandlung nach Hause gebracht werden müssen, sondern jene, die gar nicht erst in eine Notaufnahme hätten gebracht werden dürfen.
Hier liegt ein erhebliches, bislang völlig ungenutztes Entlastungspotenzial – über 800 MILLIONEN EURO PRO JAHR, um genau zu sein. Internationale Vergleichsstudien und erfolgreiche Pilotprojekte zeigen: Sanitäter:innen könnten Patient:innen gezielt in die passende Versorgungsebene lenken, anstatt standardmäßig die überfüllten Notaufnahmen anzusteuern. Voraussetzung dafür ist allerdings eine NEUE, DREIJÄHRIGE AUSBILDUNGSSTUFE für etwa ein Zehntel aller Sanitäter:innen in Österreich. Diese Stufe würde die notwendige medizinische, kommunikative und organisatorische Kompetenz vermitteln, um situationsgerecht zu entscheiden und zu handeln. Ehrenamt und Zivildienst bleiben davon unberührt weiterbestehen, wie auch der Notarztdienst, der aufgrund besser ausgebildetem Sanitäter:innen für echte Notfälle vorgehalten werden kann.
Trotz intensiver Bemühungen der „INITIATIVE ZUKUNFT RETTUNGSDIENST“ findet dieser zukunftsweisende Ansatz bislang kein Gehör. Dabei ist eine solche Ausbildungsstufe in allen entwickelten Ländern längst etabliert – und in Österreich seit 20 Jahren überfällig.
Der Bundesverband Rettungsdienst (BVRD.at) fordert daher ein klares Umdenken: Wer das Gesundheitssystem nachhaltig entlasten will, darf nicht bei Leistungskürzungen stehen bleiben, sondern muss in Kompetenz investieren – nämlich genau dort, wo grundlegende Entscheidungen fallen. Anstatt pauschal Leistungen zu streichen, braucht Österreich ZUKUNFTSFÄHIGE KONZEPTE. Eines davon liegt seit Jahren auf dem Tisch. Jetzt ist es höchste Zeit, es umzusetzen.
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Weiterführende Links
Sanitäter:innen; Neue Schlüsselfunktion im Gesundheitswesen: https://www.bvrd.at/sanitaeterinnen-neue-schluesselfunktion-im-gesundheitswesen/
Bundesverband Rettungsdienst BVRD.at
T: +43 732 205 286 | M: +43 676 912 2819
E-Mail: office@bvrd.at
Website: https://www.bvrd.at
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