
Soziale Teilhabe braucht berufliche Teilhabe – dabei-austria appelliert an Ministerin Schumann
Berufliche Teilhabe ist zentral für ein soziales Europa: dabei-austria fordert angesichts drohender Kürzungen eine nachhaltige Sicherung des Ausgleichstaxfonds.
dabei-austria begrüßt die Aussagen von Sozialministerin Korinna Schumann zum „sozialen Europa“. Der Dachverband berufliche Inklusion Austria betont jedoch: Soziale Teilhabe ist ohne berufliche Teilhabe nicht denkbar. Gerade für Menschen mit Behinderungen ist Arbeit der wirksamste Schutz vor Armut und Ausgrenzung.
Die aktuelle Entwicklung am Arbeitsmarkt zeigt dringenden Handlungsbedarf: Laut jüngsten Daten ist die Arbeitslosigkeit von Menschen mit Behinderungen im Februar um 14,6 Prozent gestiegen – und damit fünfmal so stark wie insgesamt. Stabile Unterstützungsangebote sind jetzt wichtiger denn je. Doch ausgerechnet hier drohen in den kommenden Jahren massive Kürzungen.
„Wer über soziale Teilhabe spricht, muss auch über den Zugang zum Arbeitsmarkt sprechen. Arbeit ermöglicht Selbstbestimmung, gesellschaftliche Beteiligung und wirtschaftliche Sicherheit. Für viele Menschen mit Behinderungen sind gezielte Unterstützungsangebote entscheidend, um diese Chancen zu erhalten“, sagt Eva Skergeth-Lopič, Vorstandsvorsitzende von dabei-austria.
BEWÄHRTE PROGRAMME ZEIGEN WIRKUNG – UND STEHEN DENNOCH VOR KÜRZUNGEN
In Österreich leisten die Programme des NETZWERKS BERUFLICHE ASSISTENZ (NEBA) und ergänzende Maßnahmen einen zentralen Beitrag zur beruflichen Inklusion. Österreichweit arbeiten rund 2.800 Fachkräfte in mehr als 210 Projekten daran, Menschen mit Behinderungen und ausgrenzungsgefährdete Jugendliche beim Einstieg in Arbeit zu unterstützen oder bestehende Beschäftigung zu sichern.
Die Zahlen belegen die Wirkung: 53 Prozent der Begleitungen durch die Arbeitsassistenz führten zu einer Beschäftigungsaufnahme, 86 Prozent davon am ersten Arbeitsmarkt. Bei der Sicherung bestehender Beschäftigung lag die Erfolgsquote bei 85 Prozent.
„Armut zu bekämpfen und gleichzeitig die Mittel für jene Programme zu kürzen, die Menschen mit Behinderungen den Zugang zum Arbeitsmarkt erst ermöglichen – das ist ein Widerspruch, den wir nicht unkommentiert lassen können“, sagt Christina Schneyder, Geschäftsführerin von dabei-austria.
APPELL AN NACHHALTIGE ATF-SICHERUNG
Der Ausgleichstaxfonds (ATF) ist das zentrale Finanzierungsinstrument für berufliche Inklusion. Laut aktuellem Budgetfahrplan sollen die Bundeszuschüsse jedoch von 65 Millionen Euro im Jahr 2026 auf nur noch 15 Millionen Euro im Jahr 2029 sinken. Das gefährdet zentrale Unterstützungsangebote für Menschen mit Behinderungen.
dabei-austria appelliert daher an Ministerin Schumann, den Ausgleichstaxfonds langfristig und nachhaltig abzusichern. „Ein soziales Europa zeigt sich auch daran, ob Menschen mit Behinderungen echte Chancen am Arbeitsmarkt haben. Dafür braucht es stabile Rahmenbedingungen und eine verlässliche Finanzierung der erfolgreichen Unterstützungsangebote“, so Schneyder.
Dachverband Berufliche Inklusion – Austria
Andreas Bachmann
Öffentlichkeitsarbeit
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