
WiG „Gesundheitsförderung im Gespräch“: Vortrag zu Social Media und Frauengesundheit traf Nerv der Zeit
Empowerment oder Disempowerment durch Social Media? Großes Interesse an Vortrag von Dr.in Yvonne Prinzellner, Public-Health-Forscherin Gender, Medien und Frauengesundheit
Großes Interesse gab es an der Veranstaltung „Gesundheitsförderung im Gespräch“ der Wiener Gesundheitsförderung – WiG, welche sich im Rahmen der Frauengesundheitswoche dem Thema „Frauengesundheit im digitalen Zeitalter – Empowerment oder Disempowerment durch Social Media?“ widmete. Die Veranstaltung stand unter der Patronanz von Mag.a Kristina Hametner, Leiterin des Büros für Frauengesundheit. „Frauengesundheit braucht differenzierte Perspektiven – gerade im digitalen Raum, der unseren Alltag zunehmend prägt“, unterstrich Hametner die gesellschaftliche Relevanz des Themas in ihrem Statement.
Soziale Medien sind längst zu zentralen Räumen geworden, in denen über Gesundheit, Körper, Psyche, Lifestyle und Alltagserfahrungen gesprochen wird. Dazu Dennis Beck, Geschäftsführer der Wiener Gesundheitsförderung – WiG: „Soziale Medien ermöglichen einen niederschwelligen Wissensaustausch, Selbsthilfe und gegenseitige Unterstützung. Es gibt großes Potenzial für Austausch und Selbstermächtigung, aber auch neue Herausforderungen für die Frauengesundheit. Gefahren entstehen vor allem dadurch, dass sich Werbung oder Falschinformation von qualitativ hochwertiger Information nur schwer unterscheiden lassen.“
EMPOWERMENT ODER DISEMPOWERMENT?
Die Public-Health-Forscherin Dr.in Yvonne Prinzellner beleuchtete in ihrem Vortrag die zunehmende Bedeutung verschiedener digitaler Plattformen für Gesundheitsdiskurse von Frauen. Sie analysierte, wie Krankheitsbilder und Symptome online häufig verkürzt dargestellt werden, wie normative Körper- und Lebensentwürfe verstärkt und wie Fehl- sowie Falschinformationen verbreitet werden. Aber auch positive Aspekte wurden gegenübergestellt – wie zum Beispiel die Sichtbarmachung von Tabuthemen und die Kraft von Vernetzung am Beispiel von Krebs oder Endometriose betroffener Frauen. Diese Dynamiken könnten einerseits gesundheitliche Belastungen zusätzlich verstärken aber auch Hilfestellungen bieten und die Gesundheit fördern. Daher kommt die Vortragende zum Schluss, dass digitale Räume aus gesundheitskommunikativer und geschlechtersensibler Perspektive sowohl Empowerment als auch Disempowerment fördern können. Zwischen Empowerment und Disempowerment liege oft nur ein schmaler Grat – entscheidend ist, wie digitale Inhalte eingeordnet, gekennzeichnet und genutzt werden.
Die anschließende Diskussion zeigte, wie stark das Thema die Teilnehmer*innen bewegt: Fragen zur Medienkompetenz, zu strukturellen Rahmenbedingungen digitaler Plattformen sowie zu konkreten Ansatzpunkten für gesundheitsförderliche Nutzung standen im Mittelpunkt. Der Nachmittag machte deutlich: Die Auseinandersetzung mit digitalen Gesundheitsräumen ist ein zentrales Zukunftsthema der Frauengesundheit und erfordert weiterhin interdisziplinären Dialog zwischen Forschung, Praxis und Öffentlichkeit.
Mag.a Petra Hafner
Leiterin Öffentlichkeitsarbeit Wiener Gesundheitsförderung – WiG
Telefon: +43 1 4000 76921
E-Mail: petra.hafner@wig.or.at
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