
Aktienbarometer 2026: Wertpapierbesitz weiterhin hoch im Kurs
Wertpapierbesitz steigt kontinuierlich – 31 Prozent investieren in Wertpapiere – private Vorsorge gewinnt weiter an Bedeutung
Der Wertpapierbesitz der österreichischen Bevölkerung zeigt weiterhin nach oben. Die neueste Erhebung des „Aktienbarometers“ – eine jährliche Umfrage im Auftrag der Industriellenvereinigung (IV), des Aktienforums und der Wiener Börse – zeigt, dass 31 Prozent der Menschen in Österreich in Aktien, Anleihen oder Investmentfonds und ETFs investiert sind, damit steigt der Wert weiterhin kontinuierlich – fast jeder Dritte besitzt somit Wertpapiere. Vermögensaufbau und private Vorsorge sind damit längst in der Mitte der Gesellschaft angekommen.
Die von Peter Hajek durchgeführte Studie zeichnet erneut ein deutliches Bild: Die österreichische Bevölkerung setzt verstärkt auf Wertpapiere als Teil der privaten Vorsorge. IV-Generalsekretär Christoph Neumayer erklärt dazu: „Trotz eines volatilen Börsenjahres 2025 ist das Vertrauen in die Kapitalmärkte weiter gestiegen. Langfristiger Vermögensaufbau und private Pensionsvorsorge werden für immer mehr Menschen wichtiger – 81 Prozent nennen Vermögensaufbau und 62 Prozent Pensionsvorsorge als zentrale Motive. Grund dafür ist auch das gesunkene Vertrauen in die staatliche Pension: Mehr als die Hälfte der Menschen ist unsicher, ob diese langfristig ausreichend sein wird. Gleichzeitig haben Digitalisierung, neue Anlageformen wie ETFs sowie breitere und einfachere Anlageoptionen Investments attraktiver gemacht.“
„Wer privat vorsorgt und damit die Sozialsysteme entlastet, darf dafür nicht bestraft werden. Im Gegenteil: Es braucht steuerliche Entlastungen wie zum Beispiel eigene Vorsorgedepots. Wer hier dagegen arbeitet bremst nicht ‚das böse Kapital‘, sondern jene, die für ihre eigene Zukunft vorsorgen wollen“, so Neumayer weiter.
Während andere Länder auf einen leistungsfähigen Kapitalmarkt setzen, ist Österreich weiterhin mehr als zögerlich und schöpft sein Potenzial nicht aus. Kapitalmarktbasierte Vorsorgeinstrumente spielen hierzulande eine deutlich geringere Rolle als in vielen anderen europäischen Ländern. „Während etwa die nordischen Länder viel stärker in die kapitalmarktorientierte Vorsorge investieren, ist Österreichs Wert mit weniger als 10 Prozent des BIP verschwindend gering. Dabei ist das Thema bereits in der Mitte der Gesellschaft angekommen: 1,3 Millionen Menschen, die weniger als 3.000 Euro netto verdienen, besitzen Wertpapiere. Die Menschen sind bereits viel weiter, doch die Politik hinkt weiter hinterher“, so Angelika Sommer-Hemetsberger, Präsidentin des Aktienforums.
„Ein modernes Vorsorgesystem bringt Rendite für die Menschen, Kapital für Unternehmen und entlastet den Staat. Diese Win-Win-Chance dürfen wir nicht länger ignorieren. Während Schweden, Dänemark und Polen Milliarden am Kapitalmarkt für die Zukunft arbeiten lassen und Deutschland Vorsorgekonten mit Steuervorteilen startet, verweigert sich Österreich der Ergänzung des Umlagemodells. 340 Milliarden Euro parken hierzulande als Cash oder unverzinst auf Sparkonten. Was Österreich fehlt, ist nicht Wissen, sondern Mut zu System-Entscheidungen, die unseren Wohlstand langfristig sichern,“ sagt Christoph Boschan, CEO der Wiener Börse.
Ein leistungsfähiger Kapitalmarkt ist dabei nicht nur für die private Vorsorge entscheidend, sondern auch für Innovation, Wachstum und Beschäftigung. Unternehmen brauchen Eigenkapital, um neue Technologien, Geschäftsmodelle und Transformation zu finanzieren. Kapitalmarkt und Sozialsystem sind daher kein Widerspruch, im Gegenteil: Sie bedingen einander.
HAUPTERGEBNISSE DER STUDIE
* Wertpapierbesitz in Österreich steigt weiter. Rund 31% der österreichischen Wohnbevölkerung ab 16 Jahren BESITZEN WERTPAPIERE, das entspricht etwa 2,4 Millionen Menschen.
* Unter den Wertpapierbesitzerinnen und Wertpapierbesitzern sind INVESTMENTFONDS/ETFS (24%) und AKTIEN (18%) die verbreitetsten Anlageformen. ANLEIHEN (11%) spielen eine deutlich geringere Rolle, zeigen jedoch ebenfalls einen SIGNIFIKANTEN ANSTIEG GEGENÜBER DEN VORJAHREN.
* Neben den aktuellen Besitzerinnen und Besitzern gibt es ein erhebliches POTENZIAL VON RUND 19% DER BEVÖLKERUNG, die sich grundsätzlich vorstellen können, künftig in Wertpapiere zu investieren (ca. 1,4 Mio. Personen).
* Viele Befragte schätzen ihr WISSEN ÜBER WERTPAPIERE ALS EHER GERING ODER MITTELMÄSSIG ein. Fehlendes Finanzwissen stellt somit weiterhin eine große Hürde für eine stärkere Beteiligung am Kapitalmarkt dar.
* Menschen, die nicht an Wertpapieren interessiert sind, sind besonders RISIKOAVERS.
* Einer der wichtigsten Gründe für Investitionen in Aktien ist die PENSIONSVORSORGE. Mehr als die Hälfte der Befragten ZWEIFELT DARAN, DASS DIE STAATLICHE PENSION ALLEIN AUSREICHEN WIRD. Besonders jüngere Altersgruppen setzen daher stärker auf zusätzliche private Vorsorge.
Industriellenvereinigung
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