
WKÖ-Danninger: „Alle Alarmglocken müssen schrillen: Anreize für Mehrarbeit sind dringender denn je“
Statistik Austria: Obwohl wir heute 750.000 Erwerbstätige mehr haben als vor 20 Jahren, stieg das Arbeitsvolumen kaum
„Die heute veröffentlichten Daten der Statistik Austria bestätigen einen Negativtrend, auf den wir schon lange hinweisen: Obwohl wir heute 750.000 Erwerbstätige mehr haben als vor 20 Jahren, ist das Arbeitsvolumen seit 2005 kaum gestiegen. Das ist ein deutliches Warnsignal, bei dem alle Alarmglocken schrillen müssten“, sagt Jochen Danninger, Generalsekretär der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ). Denn dies zeigt, dass pro Person immer weniger gearbeitet wird. Hauptursachen dafür sind mehr Teilzeit und weniger Überstunden – ein Trend, der dringend gestoppt oder besser noch umgedreht gehört.
„Trotz der schwierigen Konjunktursituation der letzten Jahre gibt es nach wie vor Branchen mit akutem Fachkräftemangel. Durch die demografische Entwicklung wird sich diese Lücke in den kommenden Jahren noch massiv vergrößern. Hier sollte auch der Weckruf von AMS-Chef Kopf, dass bis 2050 rund 250.000 Arbeitskräfte in den Regionen fehlen könnten, wachrütteln. Wenn wir nicht auf ernsthafte Probleme zusteuern wollen, müssen wir jetzt gegensteuern“, warnt Danninger.
Er fordert daher sowohl Anreize für Vollzeitarbeit als auch für Überstunden. Das beginne beim Ausbau der Kinderbetreuung und reiche bis hin zur dauerhaften steuerlichen Begünstigung von Überstunden. Zudem müsse Arbeiten im Alter stärker forciert werden, um das Arbeitskräftepotenzial in einer immer älter werdenden Bevölkerung besser auszuschöpfen.
Dass der Arbeitsmarkt ältere Arbeitnehmer gut aufnimmt und die Unternehmen den Wert von Erfahrung immer mehr erkennen, zeigen ebenfalls die Daten der Statistik Austria: Denn ein wesentlicher Grund für die Zunahme der Beschäftigten ist die Steigerung der Erwerbstätigenquote der 55- bis 64-Jährigen, die sich von 29,9 % im Jahr 2005 auf 60,9 % in 20 Jahren mehr als verdoppelt. Dafür wiederum ist in den letzten zwei Jahren auch die Anhebung des Frauenpensionsalters verantwortlich. Denn 90 Prozent der Frauen, die von der Anhebung betroffen sind, sind in Beschäftigung. Dennoch liegt Österreich bei der Erwerbsbeteiligung Älterer EU-weit immer noch im letzten Drittel, Anreize für längeres Arbeiten sind daher nötig.
„In Summe müssen wir alle Hebel ziehen, um das Arbeitsvolumen zu steigern. Wenn wir nicht rechtzeitig gegensteuern, wird uns der Fachkräftemangel massiv an Wachstum und Wohlstand kosten“, so Danninger abschließend. (PWK089/DFS)
Andreas Jilly
Sprecher der Wirtschaftskammer Österreich
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