Allianz: Globaler Social Resilience Index steigt – Österreich behauptet Spitzenplatz

* GLOBALE ERGEBNISSE ZUM DRITTEN MAL IN FOLGE LEICHT VERBESSERT
* ANHALTENDER VORSPRUNG HOCHENTWICKELTER VOLKSWIRTSCHAFTEN, ZUNEHMENDE FRAGILITÄT IN TEILEN DER SCHWELLENLÄNDER UND WACHSENDE BEDEUTUNG INSTITUTIONELLER STABILITÄT
* STABILE BEWERTUNG FÜR ÖSTERREICH TROTZ GLOBALER UNSICHERHEITEN (PLATZ 7 VON 171 WELTWEIT, SRI-WERT: 78,7 PUNKTE)
* SOZIALER ZUSAMMENHALT, STARKE INSTITUTIONEN UND SOLIDE RAHMENBEDINGUNGEN TROTZ KONJUNKTURELLER ABKÜHLUNG
* ÖSTERREICH NICHT VON DER „MIDDLE-RESILIENCE TRAP“ BETROFFEN

Der Allianz Social Resilience Index (SRI) bewertet die strukturelle Widerstandsfähigkeit von 171 Ländern gegenüber sozialen, politischen und wirtschaftlichen Schocks. Der globale SRI-Wert stieg 2025 von 47,4 auf 47,9 Punkte und verbessert sich damit zum dritten Mal in Folge. Diese Entwicklung wird getragen von geringerer importierter Inflation in vielen asiatischen Volkswirtschaften, stabileren Währungen sowie einer spürbaren Stärkung der staatlichen Institutionen in Asien und Teilen Zentral- und Osteuropas. An der Spitze des globalen Rankings stehen erneut die nordischen Länder: Finnland (84,3 Punkte), Dänemark (83,8 Punkte) und Island (81,4 Punkte).

Gleichzeitig zeigt sich eine zunehmende Polarisierung: Während einige Länder ihre institutionellen Kapazitäten stärken, verlieren andere an sozialer Kohäsion oder geraten durch geopolitische Belastungen unter Druck. Eine neue Herausforderung für die soziale Resilienz könnte der erneute Energiepreisschock infolge der Eskalation des Konflikts im Nahen Osten darstellen. Europa ist aufgrund seiner stärkeren Abhängigkeit von Energieimporten strukturell stärker exponiert als die USA. Besonders anfällig sind jedoch Schwellenländer mit geringerer Resilienz und begrenzten fiskalischen Spielräumen. Länder wie Vietnam, Thailand, Marokko, Tunesien oder Malaysia weisen eine geringe Resilienz und eine hohe Abhängigkeit von Lebensmittel- und Energieimporten auf und sind daher besonders anfällig für steigende Energiepreise.

ÖSTERREICH: STABILE SPITZENPOSITION TROTZ GLOBALER UNSICHERHEITEN

Österreich zählt auch im diesjährigen Social Resilience Index zu den widerstandsfähigsten Ländern der Welt, liegt mit 78,7 Punkten erneut Platz 7 unter 171 Staaten und bestätigt damit die Rolle als eine der stabilsten und resilientesten Volkswirtschaften in Europa. Der minimale Rückgang von 0,2 Punkten im Vergleich zu 2024 bedeutet keine Veränderung des strukturell hohen Niveaus der sozialen und institutionellen Belastbarkeit.

Der Allianz Report hebt insbesondere Österreichs starke institutionelle Qualität hervor – ein Faktor, der im internationalen Kontext zunehmend an Bedeutung gewinnt. Die hohe Effektivität staatlicher Strukturen, das Vertrauen in Rechtsstaatlichkeit sowie niedrige Korruptionswahrnehmung unterstützen die politische Stabilität und wirken dämpfend auf gesellschaftliche Spannungssituationen.

Von zentraler Bedeutung sind Österreichs ausgebaute soziale Sicherungssysteme: Das Gesundheits-, Bildungs- und Pensionssystem sowie vielfältige einkommens- und beschäftigungsbezogene Unterstützungsmechanismen tragen dazu bei, externe Schocks – wie beispielsweise geopolitisch bedingte Energiepreissteigerungen – abzufedern und breite gesellschaftliche Teilhabe zu gewährleisten. Im europäischen Vergleich zählt Österreich weiterhin zu jenen Ländern, die selbst bei erhöhtem externem Preisdruck durch soziale Transfers und automatische Stabilisatoren eine spürbare Entlastung erreichen können.

Auch die ökonomische und fiskalische Resilienz bleibt solide: Eine relativ stabile Währungssituation, eine belastbare öffentliche Einnahmenbasis und fiskalische Handlungsspielräume sichern Österreich die Fähigkeit, in Krisenphasen aktiv zu stabilisieren. Zwar ist Europa laut Allianz Research insgesamt stärker von Energiepreisrisiken betroffen als die USA, dennoch wirkt Österreichs sozialstaatliche Architektur als verlässlicher Puffer gegen daraus resultierende soziale Spannungen.

„Die Ergebnisse des Social Resilience Index zeigen klar, wie zentral starke Institutionen, soziale Kohäsion und verlässliche Governance für stabile Gesellschaften sind. Österreich gehört mit Platz 7 weiterhin zu den widerstandsfähigsten Ländern weltweit – ein Standortvorteil, der in Zeiten geopolitischer Unsicherheit kaum hoch genug bewertet werden kann. Gleichzeitig macht der Bericht deutlich, dass Resilienz keine Selbstverständlichkeit ist. Wir müssen gezielt in gesellschaftlichen Zusammenhalt, Bildung, Digitalisierung und die Transformation des Wirtschaftsstandorts investieren, um auch in Zukunft stabil zu bleiben“, so DANIEL MATIĆ, CEO DER ALLIANZ ÖSTERREICH.

„MIDDLE-RESILIENCE TRAP“ ALS STRUKTURELLES RISIKO

Die sogenannte „Middle-Resilience Trap“ beschreibt einen Cluster von Ländern, die bei einer Resilienz von 65–70 stagnieren und dadurch stärker zu politischer Polarisierung, Reformstau und sozialen Konflikten neigen. Sie befinden sich damit strukturell in einem Zwischenzustand, der weder ausreichend niedrig ist, um externe Unterstützung oder tiefgreifende Reformen zu erzwingen, noch hoch genug, um langfristige politische und gesellschaftliche Stabilität zu gewährleisten.

Zu diesen Ländern zählen unter anderem Tschechien, Ungarn, Italien, die USA und Japan, die – trotz teils hoher materieller Lebensstandards – eine wachsende Diskrepanz zwischen wirtschaftlichem Wohlstand und institutioneller Leistungsfähigkeit aufweisen. Die Allianz Studie zeigt, dass diese Stagnation mit zunehmender politischer Polarisierung, Reformblockaden, einer geringeren Vorhersehbarkeit von Politikprozessen sowie einer Erosion des Vertrauens in staatliche Institutionen einhergeht.

In Ländern, die in der „Middle-Resilience Trap” verharren, verschärfen sich diese Dynamiken meist über mehrere Jahre hinweg: Zwischen 2020 und 2025 fanden etwa 70 % aller globalen Streiks, Proteste und Unruhen in genau dieser Ländergruppe statt – ein deutliches Zeichen für latente gesellschaftliche Spannungen, die nicht ausreichend durch institutionelle oder soziale Puffer aufgefangen werden. Während wirtschaftliche Kennzahlen in diesen Staaten oft noch solide erscheinen, drohen langfristig zunehmende gesellschaftliche Konflikte, da die politische Handlungsfähigkeit schrittweise erodiert.

Österreich liegt deutlich oberhalb dieses Bereichs und zählt damit weiterhin zu den hochresilienten Staaten mit stabiler langfristiger Perspektive.

ZUR STUDIE

Der Allianz Social Resilience Index (SRI) bewertet die strukturelle Widerstandsfähigkeit von 171 Ländern anhand von zwölf wirtschaftlichen, sozialen, institutionellen und externen Indikatoren. Er zeigt, wie gut Staaten in der Lage sind, soziale, politische und ökonomische Schocks abzufedern und langfristige Stabilität zu sichern. Die jährlich veröffentlichte Studie dient Wirtschaft, Politik und Investoren als Frühindikator für gesellschaftliche Spannungen und potenzielle Risikoentwicklungen.

Den vollständigen Bericht zum Download finden Sie hier.

Allianz Österreich
Dr. Thomas Gimesi
Telefon: +43 676 878 222 914
E-Mail: presse@allianz.at
Website: https://www.allianz.at/

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