
Kirschblütengespräch 2026: Österreich und Japan stärken Dialog über Life-Science-Strategien
VERBAND JAPANISCHER PHARMAUNTERNEHMEN: EXPERT:INNEN DISKUTIEREN IN WIEN ÜBER INNOVATION, BESSERE ZUSAMMENARBEIT UND DEN EINFLUSS KULTURELLER UNTERSCHIEDE BEI DER UMSETZUNG VON LIFE-SCIENCE-STRATEGIEN.
Wie können Innovationen im Gesundheitsbereich schneller bei Patient:innen ankommen? Welche Rolle spielen kulturelle Faktoren in der Zusammenarbeit von Politik, Wissenschaft und Wirtschaft? Und wie gelingt es, Life-Science-Strategien nicht nur zu formulieren, sondern auch konsequent umzusetzen?
Diese Fragen standen im Mittelpunkt des diesjährigen Kirschblütengesprächs, das Anfang März in der Residenz des japanischen Botschafters in Wien stattfand. Japan-affine Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft und Recht diskutierten dabei über Herausforderungen und Lösungsansätze für die Life-Science-Strategien in Österreich und Japan. Organisiert wurde die Veranstaltung von der Japanischen Botschaft und der Vereinigung Japanischer Pharmaunternehmen in Österreich (J-Pharm), zu der Daiichi Sankyo, Eisai und Takeda zählen.
INNOVATION VORANBRINGEN
Gerade im internationalen Wettbewerb gewinnt die Geschwindigkeit von Forschung, Zulassung und Marktzugang zunehmend an Bedeutung. Die Zusammenarbeit zwischen Japan und Österreich bietet in dieser Hinsicht viel Potenzial. „Die Stärkung der wirtschaftlichen Sicherheit und der medizinischen und pharmazeutischen Versorgungssicherheit ist zu einer gemeinsamen Priorität geworden. In diesem Bereich können Österreich und Japan durch enge Zusammenarbeit einen wichtigen Beitrag leisten“, sagte der japanische Botschafter in Österreich, S.E. KIMINORI IWAMA.
Technologische Entwicklungen – etwa im Bereich der künstlichen Intelligenz – könnten künftig dazu beitragen, Forschungsprozesse und regulatorische Abläufe deutlich zu beschleunigen.
ZUSAMMENARBEIT ALS SCHLÜSSEL
Neben strukturellen Fragen wurde auch die Zusammenarbeit zwischen Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft diskutiert. Erfolgreiche Innovationspolitik sei immer auch eine Frage der Vernetzung – und des gegenseitigen Verständnisses. Das ist auch fest im Selbstbild von J-Pharm verankert. MAG. (FH) ELISABETH KEIL, Präsidentin von J-Pharm, betonte: „Die partnerschaftliche Zusammenarbeit und der Austausch wissenschaftlicher und wirtschaftlicher Gespräche ist uns ein besonderes Anliegen. Wir tun dies geprägt vom Traditions- und Wertekatalog der japanischen Kultur.“
Gerade bei Kooperationen mit Japan spielten kulturelle Faktoren eine wichtige Rolle. „Wenn man mit japanischen Unternehmen Geschäfte machen will, ist die Beachtung kultureller Unterschiede unumgänglich, die trotz vieler Gemeinsamkeiten gerade mit Österreich bestehen. Besonders wichtig ist etwa ein respektvoller Umgang. In Japan sagt man sehr schwer, ‚Nein‘: Dies kann zu folgenschweren Fehleinschätzungen seitens europäischer Unternehmen führen“, erklärte MAG. MICHAEL LASCHAN, CEO bei Von Solstein Consulting. „Es ist essenziell, zwischen den Zeilen zu lesen.“
VON DER STRATEGIE ZUR UMSETZUNG
Ein weiterer Schwerpunkt beschäftigte sich mit der Umsetzung von unternehmenspolitischen Strategien im Life-Science-Bereich. Dabei wurden auch Unterschiede zwischen europäischen und japanischen regulatorischen Rahmenbedingungen thematisiert.
„Die regulatorischen Rahmenbedingungen sind in Japan relativ flexibel. Der vergleichsweise große Ermessensspielraum der Behörden kann jedoch die Voraussehbarkeit regulatorischer Verfahren einschränken“, erklärte UNIV.-PROF. DR. MARIKO YOSHIDA von der Kyoto University. Umso wichtiger sei ein gut funktionierendes internes Schnittstellenmanagement in westlichen Konzernen, die mit Japan arbeiten. Die Weiterentwicklung von KI-basierten Applikationen würde zudem die Bereitstellung der umfangreichen regulatorischen Dokumentation in japanischer Sprache erheblich erleichtern.
Bei der Umsetzung von Healthcare-Strategien spielen auch gesellschaftliche Entwicklungen – etwa die alternde Bevölkerung – sowie gesellschaftliche Akzeptanz eine zentrale Rolle. UNIV.-PROF. DR. WOLFGANG MAZAL sieht hier Gemeinsamkeiten aber auch Potenzial, voneinander zu lernen: „Japan und Österreich sehen sich mit gleichen Themen konfrontiert. Das betrifft beispielsweise den Umgang mit der demografisch bedingten Alterung. In Japan ist die Bereitschaft Älterer, sich auch am Arbeitsprozess zu beteiligen, höher und ist auch angesehener. Bei uns ist das anders. Was den Zusammenhalt der Generationen betrifft, können wir von Japan noch etwas lernen.“
AUSTAUSCH ÜBER GEMEINSAME HERAUSFORDERUNGEN
Das Kirschblütengespräch bot nicht nur Einblicke in unterschiedliche regulatorische und kulturelle Rahmenbedingungen, sondern auch eine Plattform für den Austausch über gemeinsame Herausforderungen im Life-Science-Sektor, die im Anschluss an die Podiumsdiskussion bei japanischer Kulinarik ausgiebig genutzt wurde.
ÜBER J-PHARM
J-Pharm ist die Vereinigung japanischer Pharmaunternehmen in Österreich dar. Mitglied sind derzeit Daiichi-Sankyo, Eisai und Takeda. Gemeinsam beschäftigen diese Unternehmen ca. 4.500 Mitarbeitende in Österreich. Ziel von J-Pharm ist es, die Bedeutung der Unternehmen im österreichischen Gesundheitswesen sichtbar zu machen, partnerschaftliche Beziehungen aufzubauen sowie sich gemeinsam mit forschenden (Pharma)Unternehmen, die einen ähnlichen kulturellen Hintergrund haben, in der Öffentlichkeit zu engagieren.
Weitere Infos unter: www.j-pharm.at
accelent communications gmbh
Mag. Andreas Freitag
Telefon: 06766199592
E-Mail: andreas.freitag@accelent.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender