
Voglauer/Grüne: „Weniger Seiten, kein Tiefgang – leidet der Fairness-Bericht unter Shrinkflation?“
„Während der Druck der großen Handelskonzerne auf die kleinen landwirtschaftlichen Produzent:innen und Lieferant:innen immer weiter steigt und es an Transparenz entlang der Wertschöpfungskette noch immer in weiten Bereichen mangelt, wird der jährliche Bericht des Fairness-Büros immer schmäler. Auch mit Blick auf die Ausgaben der vergangenen Jahre hätte ich mir mehr Tiefgang erwartet. Nur 24 Seiten statt wie im Vorjahr 35 Seiten – offenbar macht sich die Shrinkflation auch hier bemerkbar“, kritisiert Olga Voglauer, Landwirtschaftssprecherin der Grünen, den heute vorgelegten „Fairness-Bericht 2025“.
„Die Zunahmen an Beschwerden und Schlichtungen zeigen, die Arbeit des Fairness-Büros zum Schutz der kleinen Produzent:innen, Erzeuger:innen-Gemeinschaften und Lieferant:innen vor der Übermacht der Handelskonzerne ist wichtig, das muss weiter gestärkt und nach außen getragen werden. Die Bäuerinnen und Bauern müssen wissen, an wen sie sich vertraulich wenden können und dass sie keine Angst vor scheinbar übermächtigen Abnehmer:innen zu haben brauchen. Das Fairness-Büro kann hier für mehr Augenhöhe zwischen den Partnern sorgen“, meint Voglauer.
„Eine solche niederschwellige Erstanlaufstelle verdient eine ordentliche Leitung und braucht entsprechende Transparenz. Von einem weisungsfreien Organ, das als Vorbild für andere EU-Mitgliedsstaaten dienen soll, darf es nicht zu viel verlangt sein, dass die Unabhängigkeit und Weisungsfreiheit auch transparent dargelegt und seine Arbeit in einem ordentlichen Bericht dokumentiert wird“, fährt Voglauer fort.
Die Landwirtschaftssprecherin der Grünen hatte zur Leitung und Arbeit des Fairness-Büros Mitte Dezember 2025 eine Anfrage an den zuständigen Landwirtschaftsminister Totschnig gerichtet, die am 11. Februar beantwortet wurde: „Wir Grüne wollten unter anderem wissen, wie weisungsfrei und unabhängig eine Einrichtung sein kann, die vom Generalsekretär des Ministeriums quasi als Nebenjob geleitet wird. Und auch, warum dessen Funktion laut Organigramm seit geraumer Zeit ruhend gestellt wurde. Interessanterweise ist nach Beantwortung unserer Anfrage das grafische Organigramm des BMLUK mit Stand 1. März 2026 überarbeitet worden und das Fairness-Büro sowie dessen Leitung werden dort einfach nicht mehr angeführt. Ist die Arbeit des Fairness-Büros derart vertraulich, dass mittlerweile weder im Bericht, noch auf der Website des Büros oder des Ministeriums angegeben wird, wer es leitet?“, fragt Voglauer.
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