
2/3 Schüler:innen fühlen sich nicht auf Zukunft vorbereitet: Offener Brief an BM Wiederkehr
Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl und Bundesgeschäftsführerin Bernadette Krall übergeben einen offenen Brief an das Bildungsministerium und fordern mehr Bildungs- und Berufsorientierung. Gleichzeitig nehmen sie Bildungsminister Christoph Wiederkehr in die Pflicht, konkrete Maßnahmen zu setzen.
Am Freitag, 13.03., präsentierte die Schülerunion Österreich die Ergebnisse zu ihrer Umfrage, wo herauskam, dass 2 von 3 Schüler:innen sich nicht ausreichend auf ihre Zukunft vorbereitet fühlen. Heute übergibt die Schülerunions-Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl gemeinsam mit Bundesgeschäftsführerin Bernadette Krall einen offenen Brief mit den Forderungen und nimmt BM Wiederkehr in die Verantwortung.
„Unsere bundesweite Umfrage mit mehreren tausend teilnehmenden Schüler:innen zeigt ein klares Bild: Zwei von drei Schüler:innen wissen nicht, welchen Beruf sie später einmal ausüben möchten. Dieses Ergebnis verdeutlicht, dass viele junge Menschen zu wenig Orientierung über ihre Möglichkeiten nach der Schule haben. Deshalb bin ich überzeugt, dass Bildungs- und Berufsorientierung in unserem Schulsystem deutlich stärker gefördert und besser miteinander verbunden werden müssen. Jede Schüler:in soll nicht nur einen Beruf, sondern ihre:seine Berufung finden!“, stellt Bernadette Krall klar.
„Schüler:innen sollten frühzeitig Einblicke in unterschiedliche Ausbildungswege erhalten. Praktika, Informationsveranstaltungen oder Gespräche mit Fachkräften und Studierenden können helfen, realistische Vorstellungen von verschiedenen Berufs- und Studienwegen zu entwickeln. Wichtig ist dabei auch, dass weder die berufliche Ausbildung noch ein Studium als ‚besser‘ oder ‚schlechter‘ dargestellt werden – beide Wege sind wertvoll und für unsere Gesellschaft gleichermaßen notwendig“, zieht die Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl ihr Fazit.
Wenn zwei Drittel der Schüler:innen noch keine klare Vorstellung von ihrer Zukunft haben, zeigt das, wie dringend bessere Orientierung notwendig ist. Für uns als Schüler:innen ist klar, dass wir hier von Bildungsminister Christoph Wiederkehr mehr Bildungs- und Berufsorientierung einfordern müssen.
„Es ist Zeit, die Probleme in unserem Bildungssystem ehrlich zu benennen und jetzt wichtige Reformschritte anzugehen. Eines dieser Probleme ist für uns die fehlende Absicherung der Grundkompetenzen im Rahmen der Pflichtschule. Alle Schüler:innen sollen nach der Sekundarstufe I sicher lesen, schreiben und rechnen können, unabhängig davon, ob sie später eine Lehre beginnen oder ein Studium anstreben”, betont Bundesobmann Maximilian Pech.
„Deshalb schlagen wir vor, bereits in der 6. oder 7. Schulstufe verpflichtende IKM-Testungen durchzuführen. Bei festgestellten Defiziten sollen individuelle Entwicklungsgespräche zwischen Eltern, Schüler:innen und Lehrer:innen stattfinden, um gezielte Fördermaßnahmen festzulegen. Gleichzeitig soll der Lehrkörper verpflichtet werden, konkrete Schritte zu setzen, damit betroffene Schüler:innen die notwendigen Grundkompetenzen bis zum Ende der Sekundarstufe I erreichen können. Darüber hinaus fordern wir eine verbindliche Überprüfung dieser Grundkompetenzen im ersten Semester der Abschlussstufe der Sekundarstufe I. Fällt das Ergebnis negativ aus, soll eine verpflichtende Sommerschule besucht werden, gefolgt von einer Wiederholungsprüfung. Nur mit einem positiven Abschluss soll ein weiterführender Bildungsweg möglich sein. Gleichzeitig braucht es ein begleitendes System, um Prüfungsangst frühzeitig abzufedern. Unser Ziel ist es, Defizite im Schulsystem frühzeitig zu erkennen und gezielt gegenzusteuern. Nur so können wir sicherstellen, dass alle Schüler:innen die notwendigen Voraussetzungen erhalten, um in Schule, Ausbildung und später am Arbeitsmarkt erfolgreich zu sein“, stellt Bundesobmann Pech klar. Den offenen Brief finden Sie unter https://we.tl/t-fJH6XDAA0n
Die Schülerunion ist mit über 30.000 Mitgliedern die größte Schüler:innenorganisation Österreichs, in der sich die Mitglieder ehrenamtlich engagieren. Durch ihr vielfältiges Serviceangebot, wie zum Beispiel dem Schulrechtsnotruf und diversen Weiterbildungen, gilt sie als wichtige Anlaufstelle für Schüler:innen. Darüber hinaus bringt sie ihre Forderungen in der Bundesschülervertretung (BSV) ein, in der sie im Schuljahr 2025/26 23 von 29 Mandaten stellt. Die Bundesschulsprecherin Hannah Scheidl kommt ebenfalls von der Schülerunion.
Jonas Pichlbauer
Pressesprecher Schülerunion Österreich
Telefon: +43 664 5174064
E-Mail: jonas.pichlbauer@schuelerunion.at
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