
Herkunftskennzeichnung bei Honig: Meilenstein für Transparenz, Konsumentenschutz und die heimische Imkerei
Mit der konsequenten Umsetzung der EU-Vorgaben setzt Österreich ein starkes Zeichen für klare Kennzeichnung von Importhonigen und für die Wertschätzung von 33.000 heimischen Imker.
Mit der Umsetzung der EU-Richtlinie (EU) 2024/1438, der sogenannten Frühstücksrichtlinie, wird die Herkunftskennzeichnung bei Honig deutlich transparenter. Künftig müssen bei Honigmischungen alle Ursprungsländer sowie ihre Prozentanteile nachvollziehbar am Etikett ausgewiesen werden. Damit endet die Ära der irreführenden Sammelbezeichnungen wie „Mischung von Honig aus EU- und Nicht-EU-Ländern“. Das schafft mehr Orientierung für Konsumenten, stärkt den Verbraucherschutz und verbessert die Fairness im Wettbewerb für die heimischen Imkerinnen und Imkern.
„Das ist ein wichtiger Schritt, den wir lange gefordert haben: Wer Honig kauft, soll klar erkennen können, woher er kommt. Das schafft Vertrauen und unterstützt unsere österreichischen Imker im fairen Wettbewerb. Besonders bedanken möchte ich mich bei Alexander Bernhuber, der diese Richtlinie im Europäischen Parlament als Chefverhandler maßgeblich vorangetrieben hat“, sagt BAUERNBUND-PRÄSIDENT ABG.Z.NR DI GEORG STRASSER.
Auch EU-ABGEORDNETER ALEXANDER BERNHUBER, Chefverhandler des Europäischen Parlaments für diese Richtlinie, betont die Bedeutung klarer Regeln für Konsumenten und Imker: „Die neue Frühstücksrichtlinie ist ein positives Beispiel dafür, wie funktionierende Herkunftskennzeichnung bei Honig in der Praxis aussehen kann. Klare und nachvollziehbare Angaben schaffen Transparenz für Konsumentinnen und Konsumenten, stärken das Vertrauen in unsere Lebensmittel und unterstützen gleichzeitig die heimischen Imker im fairen Wettbewerb. Als Chefverhandler des Europäischen Parlaments für dieses Dossier freut es mich daher umso mehr, einen wesentlichen Beitrag zu dieser Kennzeichnungspflicht und zur Unterstützung unserer Imker geleistet zu haben“, so BERNHUBER.
LANDWIRTSCHAFTSMINISTER NORBERT TOTSCHNIG: „Durch die Honigverordnung können Konsumentinnen und Konsumenten künftig auf einen Blick erkennen, woher der Honig stammt. Die klare Herkunftskennzeichnung schafft Transparenz und ist entscheidend, da immer mehr importierter Honig auf den europäischen Markt drängt und heimische Qualitätsprodukte dadurch unter Preisdruck geraten. Österreichische Ware muss sich klar von anonymen Importprodukten unterscheiden können. Mit der Novelle wird das nun endlich möglich.“
LKÖ-PRÄSIDENT JOSEF MOOSBRUGGER: „Die Imkerinnen und Imker haben schwierige Jahre am Markt hinter sich, weil die Importe von Honig aus Drittstaaten den Markt dominiert und teilweise ruiniert haben. Eine klare Herkunftskennzeichnung ist hier jedenfalls ein Beitrag zur Transparenz beim Produkt. Österreich folgt damit der Umsetzung, die bereits in Deutschland gewählt worden ist“, betont Landwirtschaftskammer Österreich-Präsident Josef Moosbrugger und weiter: „Mit der Umsetzung unserer Forderung wird Klarheit am Markt und eine bessere Sichtbarkeit und Positionierung des Naturprodukts Honig geschaffen. Das ist auch im Sinne der Landwirtschaft, die in vielen Bereichen von den Bestäubungsleistungen der Bienen profitiert und daher stets auf gute Partnerschaften mit den Imkerinnen und Imkern setzt.“
MEHR KLARHEIT AM ETIKETT
Künftig muss auf dem Etikett angegeben werden, in welchem Land der Honig erzeugt wurde. Stammt der Honig aus mehreren EU-Mitgliedstaaten oder Drittländern, sind die Ursprungsländer im Hauptsichtfeld in absteigender Reihenfolge ihres Gewichtsanteils anzuführen, ergänzt um die jeweiligen Prozentanteile.
Für die Prozentangaben ist eine Toleranzspanne von 5 Prozent vorgesehen. Für Kleinpackungen unter 30 Gramm sind praxistaugliche Vereinfachungen möglich, in diesem Fall dürfen die Namen der Ursprungsländer durch einen zweibuchstabigen Ländercode ersetzt werden. Die neuen Bestimmungen treten mit 14. Juni 2026 in Kraft, bereits zuvor gekennzeichnete Ware darf noch bis zum Abbau der Bestände verkauft werden.
WICHTIGER SCHRITT FÜR KONSUMENTENSCHUTZ UND LEBENSMITTELAUTHENTIZITÄT
Honig zählt weltweit zu den am häufigsten gefälschten Lebensmitteln. Billige Importe aus Drittstaaten, die mit Zuckersirup gestreckt sein können, setzen den Markt unter massiven Druck. Die neue Vollkennzeichnung wirkt hier als wichtiges Instrument für die zukünftige Rückverfolgbarkeit von Honigen für das vorgesehene Tracingsystem der EU.
„Das ist ein entscheidendes Signal für den Konsumentenschutz. Die Politik setzt hier ein klares Zeichen: Wir stehen für volle Transparenz und gegen die Täuschung am Frühstückstisch“, zeigt sich WOLFGANG POINTECKER (OBMANN VON BIENE ÖSTERREICH – DACHVERBAND DER ÖSTERREICHISCHEN IMKEREI) erfreut.
RÜCKENWIND FÜR DIE HEIMISCHE IMKEREI
Besonders für die österreichische Imkereibranche ist dieser Beschluss ein historischer Erfolg. Rund 33.000 Imkerinnen und Imker leisten in Österreich nicht nur einen wertvollen Beitrag zur Lebensmittelsicherheit, sondern sichern durch unverzichtbare Bestäubungsleistung die Biodiversität und landwirtschaftliche Produktion. Umso wichtiger sind klare Regeln, damit Qualität und Herkunft am Markt sichtbar werden und faire Wettbewerbsbedingungen geschaffen werden.
„Unsere Imker:innen in Österreich produzieren unter höchsten Qualitätsstandards. Dass diese Qualität nun durch eine klare Herkunftsangabe vor unfairer Konkurrenz geschützt wird, ist ein Akt der Wertschätzung gegenüber unserer täglichen Arbeit“, betont ING. REINHARD HETZENAUER, OBMANN STELLVERTRETER VON BIENE ÖSTERREICH.
ÖSTERREICHS KLARE LINIE BEI TRANSPARENZ UND HERKUNFT
Österreich hat auf EU-Ebene maßgeblich für strenge Regeln in der EU-Richtlinie (EU) 2024/1438 gekämpft. Dass diese nun auch national so konsequent umgesetzt werden, unterstreicht die Rolle des Landes beim Schutz regionaler Lebensmittel. Für Konsumenten bedeutet dies mehr Sicherheit, mehr Vertrauen und die Möglichkeit, sich bewusst für Qualität aus der Heimat zu entscheiden.
Wir danken dem Landwirtschaftsministerium, der Landwirtschaftskammer Österreich und dem Bauernbund für ihren entschlossenen Einsatz und dafür, dass sie sich gemeinsam mit uns für diese transparente Position stark gemacht haben.
Biene Österreich
Dipl.-Ing. Gabriele Eder
Telefon: +436765718022
E-Mail: office@biene-oesterreich.at
Website: https://www.biene-oesterreich.at/
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