Bundesverband Österr. Kinderschutzzentren präsentiert erstes Digitales Kinderschutzzentrum und warnt vor Sparmaßnahmen im Kinderschutz

Kriseninterventions-Förderung brachte Verbesserungen, wie u.a. das erste digitale Kinderschutzzentrum. Expert:innen fordern nachhaltige Finanzierung im Kinderschutz

Kinder und Jugendliche in Österreich sind besonders häufig von Gewalt betroffen – ihr Risiko ist zwei- bis dreimal höher als jenes von Erwachsenen. Gleichzeitig fällt es vielen Betroffenen schwer, Hilfe zu suchen. Vor diesem Hintergrund warnen Expertinnen des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren vor möglichen Einsparungen im Kinderschutz. Diese könnten zentrale Unterstützungsangebote gefährden – darunter auch das neu gestartete Digitale Kinderschutzzentrum.

GEWALT IN DER KINDHEIT ERHÖHT RISIKO FÜR LANGFRISTIGE FOLGEN, PERSÖNLICH UND GESELLSCHAFTLICH

Gewalt in der Kindheit – ob körperlich, psychisch oder sexualisiert, durch Vernachlässigung oder das Miterleben von Partnerschaftsgewalt – hat oft langfristige Folgen. Traumatisierungen erhöhen das Risiko für spätere psychische und körperliche Erkrankungen und wirken sich auch gesellschaftlich aus, etwa durch hohe Folgekosten im Gesundheits- und Sozialsystem. Frühzeitige Hilfe ist daher entscheidend. „Wenn von Gewalt betroffene Kinder rasch Unterstützung erhalten und ihnen geglaubt wird, stärkt das ihr Vertrauen und verbessert ihre Zukunftsperspektiven nachhaltig“, sagt Petra Birchbauer, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren.

FÖRDERUNG ZUR STÄRKUNG DER KRISENINTERVENTION BRACHTE VERBESSERUNGEN FÜR DEN KINDERSCHUTZ

Eine zentrale Rolle spielt dabei die seit 2024 ausgebaute Förderung zur Krisenintervention. Rund 8 Millionen Euro fließen direkt in die 36 Kinderschutzzentren österreichweit. Dadurch konnten etwa 300 spezialisierte Fachkräfte finanziert und rund 45.000 Stunden Krisenintervention ermöglicht werden. Insgesamt profitieren rund 18.000 Kinder, Jugendliche und ihre Familien von diesen Maßnahmen. Zusätzlich wurden Wartezeiten verkürzt, Öffnungszeiten erweitert und Angebote – insbesondere in strukturschwachen Regionen – ausgebaut.

NACHHALTIGE FINANZIERUNG ZUR WEITERFÜHRUNG NOTWENDIG

Die Förderung läuft mit September 2026 aus. Die Kinderschutzzentren betonen die Notwendigkeit nachhaltiger Finanzierung im Kinderschutz. „Ohne nachhaltige Finanzierung im Kinderschutz drohen nicht nur Projekte zu enden, sondern auch wertvolle Strukturen und Fachkompetenzen verloren zu gehen“, so Karin Thiller, Geschäftsführerin des Bundesverbands Österreichischer Kinderschutzzentren.

ERSTES DIGITALES KINDERSCHUTZZENTRUM AUS MITTELN DER FÖRDERUNG ENTSTANDEN

Ein innovatives Angebot, das durch die Förderung entstanden ist, ist das Digitale Kinderschutzzentrum. Es bietet Kindern und Jugendlichen im Bereich des Kinderschutzes erstmals eine anonyme und niederschwellige Online-Beratung via Chat. „Das Angebot des Digitalen Kinderschutzzentrums reagiert auf die Lebensrealität junger Menschen, für die der digitale Raum ein zentraler Kommunikationsort ist. Viele Betroffene finden gerade in der Anonymität den Mut, über Gewalt zu sprechen und erste Hilfe in Anspruch zu nehmen“, weiß Gabriela Ulram, Leiterin des Digitalen Kinderschutzzentrums.

Die Erfahrungen aus der Praxis zeigen den hohen Bedarf. „Oft ist bereits eine erste Nachricht, die ein Kind oder Jugendlicher mit Gewalterfahrung, in den Beratungs-Chat schreibt, ein entscheidender Schritt aus der Isolation und hin zu weiterer Unterstützung_“,_ berichtet Miriam Sturm, Sozialarbeiterin im Digitalen Kinderschutzzentrum. Das digitale Angebot ergänzt die bestehenden Kinderschutzzentren und erreicht insbesondere jene, die bislang keine Hilfe gesucht haben.

KINDERSCHUTZ BRAUCHT NACHHALTIGE FINANZIERUNG

Der Bundesverband appelliert daher eindringlich an die Politik, den Kinderschutz langfristig abzusichern. Investitionen in Prävention und Unterstützung seien nicht nur eine gesellschaftliche Verpflichtung, sondern auch eine nachhaltige Entscheidung für die Zukunft. Nur mit stabiler Finanzierung könne gewährleistet werden, dass gewaltbetroffene Kinder und Jugendliche weiterhin rasch und wirksam Hilfe erhalten.

Langversion des Pressetextes: Presseinfos Kinderschutzzentren

OnDemand-Aufzeichnung: https://events.streaming.at/oe-kinderschutzzentren-20260319

Bundesverband Österreichischer Kinderschutzzentren
E-Mail: info@oe-kinderschutzzentren.at
Website: https://www.oe-kinderschutzzentren.at

Website https://digitales-kinderschutzzentrum.at/

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