
Arbeitsrechtstagung 2026: Arbeitszeitrecht, betriebliche Praxis und rechtspolitischer Handlungsbedarf im Mittelpunkt
Kooperation zwischen JKU Linz und Gewerkschaften PRO-GE, vida und GBH
Die Arbeitsrechtstagung der Johannes Kepler Universität Linz und der Gewerkschaften PRO-GE, vida und GBH unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Reinhard Resch hat auch heuer gezeigt, wie wichtig der unmittelbare Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis ist. Im Zentrum der Veranstaltung stand das Thema „Arbeitszeitrecht – Möglichkeiten und Grenzen“. Die Tagung hebt sich von vielen anderen arbeitsrechtlichen Fachveranstaltungen durch ihren klaren Praxisbezug hervor. Neben der Präsentation der aktuellen Entwicklungen durch Universitätsangehörige bringen auch Betriebsratsmitglieder, Rechtsanwält:innen und Gewerkschaftsvertreter:innen ihre Erfahrungen aus dem Arbeitsalltag unmittelbar in die Debatte ein.
Behandelt wurden unter anderem der Begriff der Arbeitszeit nach der Arbeitszeitrichtlinie, die Grenzen einseitiger Änderungen der Arbeitszeit durch den Arbeitgeber, die Einordnung von Weg- und Reisezeiten als Arbeitszeit, das Recht auf Unerreichbarkeit sowie Fragen der Auslandsarbeit im Arbeitszeitrecht. Damit wurden genau jene Bereiche aufgegriffen, in denen sich rechtliche Unsicherheiten und betriebliche Konflikte besonders häufig zeigen.
Gerade bei Änderungen der Lage der Arbeitszeit zeigt sich, wie eng Rechtsfragen und betriebliche Realität miteinander verbunden sind. Wenn Arbeitszeiten kurzfristig verschoben werden, wenn Erreichbarkeit über den eigentlichen Arbeitstag hinaus erwartet wird oder wenn unklar ist, ob bestimmte Zeiten als Arbeitszeit zu werten sind, betrifft das nicht nur die rechtliche Einordnung, sondern ganz unmittelbar den Alltag der Beschäftigten. An solchen Fragen wird sichtbar, dass arbeitsrechtliche Schutzbestimmungen nur dann wirksam sind, wenn sie verständlich, praktisch handhabbar und auch tatsächlich durchsetzbar sind.
Auch rechtspolitische Fragen kamen daher nicht zu kurz. Diskutiert wurde, dass gute gesetzliche Regelungen allein nicht ausreichen, wenn ihre Verletzung in der Praxis zu selten kontrolliert oder zu wenig sanktioniert wird. Arbeitsrecht braucht nicht nur klare Normen, sondern auch wirksame Durchsetzung. Gerade im Bereich der Arbeitszeit bleibt das ein zentrales Thema. Dass aktuelle Erhebungen weiterhin auf ein erhebliches Ausmaß unbezahlter Mehr- und Überstunden hinweisen, unterstreicht zusätzlich, wie groß der Handlungsbedarf in diesem Feld nach wie vor ist.
Die Veranstaltung hat damit einmal mehr gezeigt, dass Arbeitsrecht dort diskutiert werden muss, wo Wissenschaft, betriebliche Erfahrung und rechtsberatende Praxis zusammenkommen. Dass sich neben Professor:innen auch zahlreiche Betriebsrät:innen und Rechtsanwält:innen aktiv eingebracht haben, bestätigt den Anspruch der Tagung, nicht bloß theoretische Fragen zu behandeln, sondern konkrete Schlussfolgerungen für die Arbeitswelt zu ermöglichen. Die große Resonanz – auch im Livestream – hat zusätzlich deutlich gemacht, dass das Interesse an einem solchen Format ungebrochen ist. Aufgrund dieses Erfolges soll die Arbeitsrechtstagung auch im kommenden Jahr wieder stattfinden.
VIDEO-SERVICE: Der Livestream zur Arbeitsrechtstagung ist abrufbar unter: https://www.youtube.com/watch?v=j7eJ7-we3xg&t=5689s
PRO-GE Öffentlichkeitsarbeit
Mathias Beer
Mobil: 0664 6145 920
E-Mail: mathias.beer@proge.at
www.proge.at
OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS. www.ots.at
© Copyright APA-OTS Originaltext-Service GmbH und der jeweilige Aussender