Samariterbund hebt Ausbildung auf Top-Niveau: Lehrsanitäter:innen jetzt am neuesten Stand der Reanimation

Rund 400 Ausbildner:innen und Lehrsanitäter:innen wurden in Ybbs nach den neuesten ERC-Guidelines geschult und setzen nun konsequent das Prinzip „Treat first what kills first“ um.

Die internationalen Reanimationsleitlinien (European Resuscitation Council Guidelines) bringen regelmäßig Anpassungen für die Erste Hilfe. Um diese aktuellen medizinischen Empfehlungen rasch in die Ausbildung zu integrieren, müssen auch die Ausbildner:innen selbst ihr Wissen laufend aktualisieren.

Rund 400 Trainer:innen für Erste Hilfe sowie Lehrsanitäter:innen aus ganz Österreich trafen einander am Samstag in der Stadthalle Ybbs an der Donau, um ihr Wissen auf den neuesten Stand zu bringen. Die Fortbildung ist Teil der regelmäßigen Rezertifizierung, die Ausbildner:innen im Samariterbund alle fünf Jahre absolvieren. Ziel ist es, höchste Ausbildungsqualität in der Erste-Hilfe- sowie Rettungssanitäter:innen-Ausbildung sicherzustellen.

Die Teilnehmer:innen spielen eine zentrale Rolle im Ausbildungssystem des Samariterbundes: Sie geben ihr Wissen an Ersthelfer:innen sowie an zukünftige Rettungssanitäter:innen weiter und tragen damit wesentlich dazu bei, dass im Notfall rasch und professionell geholfen werden kann.

„Ausbildung ist das Fundament unserer Arbeit. Was hier vermittelt wird, kann im Ernstfall Leben retten“, betonte Hannes Sauer, Präsident des Samariterbundes Niederösterreich bei der Begrüßung der Teilnehmer:innen. Gerade deshalb sei es entscheidend, dass Trainer:innen und Lehrsanitäter:innen ihr Wissen regelmäßig aktualisieren und sich über neue medizinische Erkenntnisse sowie moderne Ausbildungsmethoden austauschen.

Auch aus Sicht des Bundesverbandes hat die Veranstaltung große Bedeutung für die Qualität der Organisation. „Unsere Ausbildnerinnen und Ausbildner sorgen dafür, dass hohe Ausbildungsstandards in ganz Österreich umgesetzt werden und Wissen direkt in die Praxis gelangt“, hält Wolfgang Dihanits, stellvertretender Bundessekretär des Arbeiters-Samariter-Bund Österreichs, fest.

REANIMATIONSLEITLINIEN 2025 DES EUROPEAN RESUSCITATION COUNCIL

* Lebensbedrohliche Blutungen stärker im Fokus, etwa durch rasche Anwendung von Druckverbänden oder Aderpressen
* Mehr Fokus auf das (c)ABCDE-Prinzip, das helfen soll, die Erste-Hilfe-Leistung besser zu strukturieren: Unter dem Motto „Treat first what kills first“ werden zunächst starke Blutungen gestillt, wenn erforderlich, der Atemweg freigemacht, die Atmung und der Kreislauf beurteilt, auf neurologische Beeinträchtigungen, also „Defizite in der Gehirnfunktion“ und bei einer erweiterten Suche nach Beschwerden auch auf Umgebungsfaktoren geachtet.
* Schnellerer Einsatz von Defibrillatoren (AED) durch telefonische Unterstützung aus Notrufzentralen und digitalen Standortsysteme
* Notfälle wie Hitze- und Kälteschäden, Amputationen oder Unterzuckerung werden in den neuen Empfehlungen stärker berücksichtigt.
* Verstärkt regelmäßige Erste-Hilfe-Schulungen für die Bevölkerung

Ein zentraler Schwerpunkt der Fortbildung waren die neuen Reanimationsleitlinien des European Resuscitation Council, die Ende 2025 veröffentlicht wurden. Ziel der aktualisierten Empfehlungen ist es, die Versorgung bei Atem-Kreislaufstillstand weiter zu verbessern.

Der grundlegende Ablauf der Wiederbelebung bleibt zwar unverändert, jedoch enthalten die Leitlinien wichtige Ergänzungen und Klarstellungen für Erste-Hilfe-Maßnahmen. So wird künftig stärker nach dem sogenannten ABCDE-Prinzip vorgegangen: Atemweg (Airway), Atmung (Breathing), Kreislauf (Circulation), neurologische Beeinträchtigungen (Disability) und Umgebungsbedingungen (Exposure).

Lebensbedrohliche Blutungen erhalten dabei eine höhere Priorität. Ersthelfer:innen sollen verstärkt Maßnahmen wie Druckverbände oder Tourniquets einsetzen, um starke Blutungen rasch zu stoppen. Auch Notfälle wie Hitze- und Kälteschäden, Amputationen oder Unterzuckerung werden in den neuen Empfehlungen stärker berücksichtigt.

SCHNELLERE HILFE DURCH MODERNE TECHNOLOGIE

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die verstärkte Förderung des sogenannten dispatcher-unterstützten AED-Einsatzes. Dabei sollen geschulte Mitarbeiter:innen in Notrufzentralen Anrufer:innen telefonisch bei der Suche nach einem automatisierten externen Defibrillator (AED) und bei dessen Anwendung unterstützen. Moderne Technologien – etwa Smartphone-basierte Register mit Standorten der nächstgelegenen Geräte – können die schnelle Verfügbarkeit weiter verbessern.

Darüber hinaus betonen Expert:innen die Bedeutung regelmäßiger Erste-Hilfe-Schulungen für die Bevölkerung. Gefordert werden verpflichtende und kontinuierliche Trainings – idealerweise beginnend ab dem Kindergarten, damit möglichst viele Menschen im Notfall schnell und effektiv helfen können.

WISSEN FÜR TAUSENDE ERSTHELFER:INNEN

Mit Veranstaltungen wie dieser stellt der Samariterbund sicher, dass alle Ausbilder:innen stets auf dem aktuellen Stand der Medizin und Pädagogik bleiben. Das erworbene Wissen geben sie in ganz Österreich an tausende Kursteilnehmer:innen weiter – und sorgen so dafür, dass im Ernstfall mehr Menschen wissen, was zu tun ist. Damit sorgen sie, dass Hilfe in unserem Land funktioniert.

Fotos von der Veranstaltung werden auf Anfrage zugesendet.

Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs
Mag. Martina Vitek-Neumayer
Telefon: 06643582386
E-Mail: martina.vitek@samariterbund.net

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