ÖÄK-Experte zum Welt-Tuberkulose-Tag: Warnung vor Sorglosigkeit – Krankheit bleibt globale Bedrohung

Für eine Eliminierung von Tuberkulose sind weitere Anstrengungen nötig. Aufmerksamkeit auch in Österreich weiterhin wichtig.

„Tuberkulose (TBC) ist weltweit nach wie vor die tödlichste Infektionskrankheit und zählt zu den zehn häufigsten Todesursachen“, warnt Marcel Rowhani, Obmann der Fachgruppe Pneumologie in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), anlässlich des Welt-Tuberkulose-Tages am 24. März. „Obwohl die Erkrankung inzwischen gut heilbar ist, führen Einschnitte in internationale TBC-Programme zu Rückschlägen in ihrer Bekämpfung. Deshalb muss auch Österreich wachsam bleiben.“

Tuberkulose wird durch Bakterien (Mycobacterium tuberculosis) verursacht und größtenteils über Tröpfcheninfektion übertragen. Die Krankheit betrifft meist die Lunge, zu ihren häufigsten Symptomen gehören Husten, Fieber und Gewichtsabnahme. Die meisten Fälle von Tuberkulose treten in Ländern mit niedrigen Einkommen und mangelhafter medizinischer Versorgung auf. „Im Jahr 2024 erkrankten schätzungsweise insgesamt 10,7 Millionen Menschen an Tuberkulose und 1,23 Millionen Menschen starben laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) an der Erkrankung“, hebt Rowhani die anhaltenden Gefahren hervor. Auch der Anstieg von multiresistenten Tuberkulose-Erregern (MDR-TB) sei besorgniserregend und stelle Gesundheitssysteme vor große Herausforderungen.

Zwtl.: Die globale Bekämpfung fortsetzen

Tuberkulose sei prinzipiell gut heilbar, sagt Rowhani: „In den letzten Jahrzehnten hat es in der Diagnostik und in der Therapie große Fortschritte gegeben und so können mehr als 95 Prozent aller Patientinnen und Patienten geheilt werden. Auch die multiresistente Tuberkulose ist inzwischen besser therapierbar.“ Das habe sich auch auf die globale Entwicklung ausgewirkt, denn seit 2000 hätten durch internationale Tuberkulose-Programme etwa 83 Millionen Menschenleben gerettet werden können. „Doch leider haben in den letzten Jahren Kürzungen in der Entwicklungszusammenarbeit zu massiven Rückschlägen in der Bekämpfung von Tuberkulose geführt. Um die Krankheit zu eliminieren, müssen deshalb unbedingt weitere Anstrengungen unternommen werden“, mahnt Rowhani.

Zwtl.: Auch in Österreich aufmerksam bleiben

Während Tuberkulose in den Nachkriegsjahren in Österreich weit verbreitet war, ist der Langzeittrend rückläufig. Laut Daten der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gab es in den letzten Jahren weiterhin unter 400 TBC-Fälle. Dabei zeigte sich ein leichter Rückgang der Erkrankungen im Vergleich zu den Vorjahren. Rowhani warnt aber vor zu viel Sorglosigkeit: „In der Vergangenheit hat sich immer wieder gezeigt, dass globale Krisen zu einem Anstieg der Fallzahlen auch bei uns führen können. Deshalb sollte man auch hierzulande wachsam bleiben.“

Zwtl.: Rasche Diagnose wichtig

Österreich habe ein gutes Präventions- und Kontrollprogramm, das beispielsweise beim Auftreten von Tuberkulose sofort eine Umgebungsuntersuchung einleite. „Wichtig für eine erfolgreiche Tuberkulosekontrolle sind jedenfalls eine rasche Diagnose und effektive Behandlung – nicht nur für den einzelnen Betroffenen, sondern auch damit die Erkrankung weder weiter übertragen wird noch sich Resistenzen ausbilden können“, sagt Rowhani.

Österreichische Ärztekammer/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ilona Gschmeidler
Telefon: +43 1 51406-3312
E-Mail: i.gschmeidler@aerztekammer.at

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