
Großhandelspreisindizes: Iran-Krieg prägt kurzfristige Entwicklungen
Großhandelspreise günstiger als vor einem Jahr
ALLGEMEINE EINORDUNG: Der Indexmonat April 2026 ist geprägt von den Auswirkungen des Irankriegs. Die Angebotsverknappung, ausgelöst durch die Blockade der Straße von Hormus sowie die Zerstörung von Erdöl- und Erdgas-Produktionsanlagen, hat im März 2026 kurzfristig zu drastischen Preissteigerungen an den internationalen Großhandelsmärkten für Erdöl und Erdgas geführt. Die Internationale Energieagentur spricht in diesem Zusammenhang mit Blick auf die Rohölversorgung bereits von der schwersten Energiekrise der letzten Jahrzehnte, wenngleich die Preise für Gas und Strom an den europäischen Märkten (noch) nicht das Preisniveau der Energiepreiskrisen 2022 und 2023 erreicht haben.
In diesem Kontext sind auch die aktuellen Entwicklungen der von der Österreichischen Energieagentur veröffentlichten Preisindizes zu betrachten. Für den April ist vor allem ein Phänomen zu beobachten: Jene Indizes, die einen kurzen Handelszeitraum berücksichtigen (also der ÖGPI Monat), bilden die Entwicklung der vergangenen vier Wochen und somit die jüngsten Preissteigerungen bereits ab. Bei Indizes mit langfristigeren Betrachtungen und folglich längeren berücksichtigten Handelszeiträumen ist dieser Effekt noch nicht zu beobachten.
Das hat zwei Gründe. Erstens werden durch den längeren Handelszeitraum die jüngeren Handelsergebnisse geglättet. Zweitens befanden sich die langfristigen Indizes grundsätzlich noch in einem sinkenden Trend, der aus der letzten Energiepreiskrise infolge des Russland-Ukraine-Konflikts im Jahr 2022 resultierte. In Summe werden jedoch auch diese Indizes die Preiseffekte abbilden.
Aus heutiger Sicht lässt sich noch nicht mit Gewissheit sagen, wie lange die Verknappung anhalten wird. Es erscheint möglich, dass die Kampfhandlungen und die Blockade bestehen bleiben und somit auch die Ursachen der Verknappung und die daraus resultierenden Preiseffekte fortbestehen.
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