Asbest im Burgenland: Greenpeace sieht besorgniserregende Belastung durch neue Messwerte bestätigt

Neue Messergebnisse aus Minihof-Liebau und Hannersdorf sind besonders besorgniserregend – Land Burgenland muss umgehend Schutzmaßnahmen erlassen

Nach Durchsicht der neuen Messergebnisse der Taskforce des Landes Burgenland beurteilt Greenpeace vor allem die Asbestwerte in der Gemeinde Minihof-Liebau (Bezirk Jennersdorf) und Hannersdorf (Bezirk Oberwart) als besonders besorgniserregend. Dort wurde bei insgesamt fünf Messungen ein Messwert deutlich oberhalb von 500 Fasern pro Kubikmeter festgestellt. Unter Berücksichtigung der hohen Messunsicherheit von Asbest-Luftmessungen liegen vier Werte sogar klar über 1000 Fasern. „_Spätestens bei 500 Fasern ist dringender Sanierungsbedarf gegeben”_, sagt Greenpeace-Umweltchemiker Herwig Schuster. Auch der Asbestexperte Heinz Kropiunik hat in der gestrigen ZIB 2 klar bestätigt, dass 1000 Fasern in der Außenluft sehr problematisch sind.

Greenpeace kritisiert, dass das Land Burgenland die gestrigen Messwerte als „innerhalb der üblichen Schwankungsbreite” bezeichnet und damit den Eindruck einer Entwarnung erweckt. Schuster dazu: „_Selbst der Leiter der Asbest-Taskforce, Prof. Hutter spricht gestern im ORF noch von einem definitiven Gesundheitsproblem. Nur wenige Stunden später gibt der Landespressedienst des Burgenlands gleichsam Entwarnung und spielt die neuesten Messergebnisse herunter. Die Menschen und Gemeinden im Burgenland verdienen endlich Aufklärung und dringend notwendige Schutzmaßnahmen.”_

Auch den neuesten Tipp des Landes Burgenlandes für Privatpersonen, Asbestschotter „durch Asphaltierung zu binden”, kann Greenpeace nicht nachvollziehen. „_Eine kurzfristige Abdeckung zur Verhinderung einer Faserbildung ist sinnvoll, wenn eine behutsame Entfernung nicht gleich möglich ist”_, sagt Schuster. _„Aber eine Asphaltierung verschiebt das Problem nur in die Zukunft und macht es größer, weil am Ende noch mehr asbesthaltiger Bauschutt als gefährlicher Abfall entsorgt werden muss.”_

Greenpeace fordert vom Land Burgenland die Umsetzung des Aktionsplans gegen Asbestgefahren, insbesondere eine zügige und ordnungsgemäße Entfernung von frei herumliegendem Asbestschotter von allen öffentlichen und privaten Flächen.
Überblickskarte zu Asbestfunden: https://act.gp/Asbestbelastung-Karte

Herwig Schuster
Umweltchemiker
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Annette Stolz
Leitung Pressearbeit
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