
ÖBB: Passagierrekorde brauchen Weitblick und eine Bahn, die nicht auf Verschleiß fährt
Gewerkschaft vida betrachtet Rechnungshofbericht zu den ÖBB als Mahnung und fordert vom Management mehr strategischen Weitblick ein
Die Rekorde bei den ÖBB-Fahrgastzahlen zeigen deutlich, die Bahn wird stark nachgefragt. Dieser Zuspruch sei ein positives Signal für den öffentlichen Verkehr und die Mobilitätswende in Österreich. Rekorde entstehen jedoch nicht von selbst und sind nur möglich, wenn Angebot, Infrastruktur und der tägliche Einsatz der Beschäftigten zusammenpassen, so Gerhard Tauchner, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida.
„Als Gewerkschaft vida sehen wir den Rechnungshofbericht als Mahnung. Der Rechnungshof hat zuletzt klar aufgezeigt, dass der starke Angebots- und Nachfragezuwachs nicht ausreichend durch Fahrzeuge und betriebliche Reserven abgesichert war. Um hier keine negativen Rekorde zu schreiben, muss umgehen auf allen Ebenen gegengesteuert werden“, fordert Tauchner.
Besonders kritisch ist laut Rechnungshof die Fahrzeugverfügbarkeit.
Lieferverzögerungen bei Neufahrzeugen führten dazu, dass überaltertes Rollmaterial länger eingesetzt und neue Fahrzeuge stärker beansprucht wurden als geplant. Die Folgen sind klar spürbar: sinkende Pünktlichkeit, mehr Totalausfälle sowie Qualitätsverluste bei Fahrzeugen, Fahrgastinformation und Zuverlässigkeit, so Tauchner weiter.
Um die Verfügbarkeit dauerhaft und aktuell sicherzustellen, fordert der stv. Vorsitzende des vida-Fachbereichs Eisenbahn, Franz Raidl, konkrete Maßnahmen im Technischen Service der ÖBB: „Notwendig sind klare Standortstrategien, stabile Instandhaltungsstrukturen und ausreichend qualifiziertes Fachpersonal an den richtigen Standorten. Ohne diese Voraussetzungen bleibt jeder Angebotsausbau ein Risiko für Betrieb, Beschäftigte und Fahrgäste.“
„Hohe Fahrgastzahlen bei der ÖBB Personenverkehr AG und der damit verbundene wirtschaftliche Erfolg sind keine Garantie für die Zukunft. Sie verpflichten zu verantwortungsvoller Planung“, hält der vida-Gewerkschafter weiter fest. Der Rechnungshof stellt dazu klar fest: Nicht das Personal, sondern strukturelle Mängel in der Angebots-, Flotten- und Risikoplanung sind Ursache der Qualitätsprobleme bei den ÖBB.
Die Gewerkschaft vida richtet daher einen deutlichen Appell an die zuständigen Vorstände und Verantwortlichen: „Es braucht strategischen Weitblick, der nicht an kurzfristige betriebswirtschaftliche Kennzahlen oder persönlichen wirtschaftlichen Erfolg gekoppelt ist. Wer heute Rekorde erzielt, muss auch heute jene Entscheidungen treffen, die in Zukunft stabile Leistungen ermöglichen, damit kommende Generationen auf eine starke und verlässliche Bahn bauen können. Nur so werden die ÖBB langfristig erfolgreich bleiben“, bekräftigt Raidl abschließend.
Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
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