ÖGfE-Schmidt: Österreicher:innen wären Fans einer Nord-Erweiterung der EU

62 Prozent würden Beitritt Norwegens begrüßen, 57 Prozent jenen von Island, 49 Prozent jenen von Grönland – Umfrage

_„In Zeiten geopolitischer Krisen und transatlantischer Verwerfungen stellen sich so manche Fragen neu. So gewinnt ein möglicher EU-Beitritt auch in den Ländern im Norden Europas wieder an Relevanz. Während die Aufnahme der Staaten des Westbalkans, der Ukraine und der Republik Moldau hierzulande bis dato auf wenig Gegenliebe stößt, würde eine solche Nord-Erweiterung der Europäischen Union durchaus ihre Freunde finden“, _kommentiert Paul Schmidt, Generalsekretär der Österreichischen Gesellschaft für Europapolitik (ÖGfE), das Ergebnis einer neuen ÖGfE-Umfrage.

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62 Prozent geben in der aktuellen österreichweiten Umfrage an, dass sie es begrüßen würden, wenn NORWEGEN Mitglied der Europäischen Union werden würde. 9 Prozent würden sich dagegen aussprechen, 24 Prozent wäre es, nach eigener Aussage nach, „egal“. (Rest auf 100 Prozent „weiß nicht / keine Angabe“).

Im Fall von ISLAND würden 57 Prozent eine EU-Mitgliedschaft des Landes unterstützen, 8 Prozent zeigen sich ablehnend, 28 Prozent indifferent.

Dass GRÖNLAND Teil der EU würde, befürworten 49 Prozent der Befragten. 11 Prozent würden dies nicht gutheißen, 32 Prozent wäre es egal.

_„In Island stimmt die Bevölkerung Ende August darüber ab, ob die im Jahr 2013 abgebrochenen Beitrittsgespräche mit der EU wieder aufgenommen werden. In Norwegen, das ebenso bereits Teil des europäischen Binnenmarkts ist, wird nach dem isländischen Votum die EU-Debatte wieder an Fahrt gewinnen. Und auch Grönland, das ein autonomer Bestandteil des Königreichs Dänemark ist und bis 1985 Teil der damaligen EG war, könnte als Folge der geopolitischen Begehrlichkeiten aus Washington auch wieder eine Rückkehr in Betracht ziehen,“ _analysiert Schmidt.

_„Die positive Stimmung gegenüber einer EU-Beitrittsrunde im Norden Europas ist wenig überraschend. Es wären schließlich bevölkerungsmäßig kleine und vor allem wohlhabende Länder, die zur EU stoßen würden“_, so Schmidt._ „Ein Zuwachs aus dem Norden könnte in verhältnismäßig kurzer Zeit umgesetzt werden, würde sich jedenfalls deutlich positiv auf die politische, wirtschaftliche und strategische Position der EU auswirken und könnte auch dem Aufnahmeprozess der aktuellen Kandidatenländer neuen Schwung verleihen.“_

STIMMUNGSBILD ZU EINER ERWEITERUNG UM DIE LÄNDER DES WESTBALKANS UND IN SÜD-(OSTEUROPA)

Laut einer Umfrage der ÖGfE von März 2024 wurde keines der potentiellen Beitrittsländer von den Österreicher:innen mehrheitlich als Neuzugang in der EU begrüßt, wobei eine Mitgliedschaft von Bosnien-Herzegowina noch am ehesten (25 Prozent), jene der Türkei jedoch am wenigsten befürwortet wurde (6 Prozent).
_Hintergrund:_

Österreichische Gesellschaft für Europapolitik
Mag. Paul Schmidt
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