Netzraum Kärnten: Gesicherte Stromversorgung braucht starke und sichere Netze

Einen Überblick über den aktuellen Planungsstand und einen Ausblick auf die Aktivitäten der kommenden Monate gab es beim heutigen Mediengespräch von APG und KNG

_EINE GESICHERTE STROMVERSORGUNG IST EINE WICHTIGE GRUNDLAGE FÜR UNSERE WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT. STABILE UND SICHERE NETZE WERDEN VON DER INDUSTRIE, VOM TOURISMUS UND ALLEN HAUSHALTEN IN KÄRNTEN UND OSTTIROL DRINGEND BENÖTIGT UND NACHGEFRAGT. DAS JAHRHUNDERTPROJEKT NETZRAUM KÄRNTEN VON AUSTRIAN POWER GRID (APG) UND KÄRNTEN NETZ (KNG-KÄRNTEN NETZ) SETZT GENAU HIER AN UND STÄRKT DIE INFRASTRUKTUR IN KÄRNTEN UND OSTTIROL NACHHALTIG. EINEN ÜBERBLICK ÜBER DEN AKTUELLEN PLANUNGSSTAND UND EINEN AUSBLICK AUF DIE AKTIVITÄTEN DER KOMMENDEN MONATE GAB ES BEIM HEUTIGEN MEDIENGESPRÄCH VON APG UND KNG IM NETZRAUM KÄRNTEN INFOCENTER, LAKESIDE IN KLAGENFURT._

HALBZEIT: INTENSIVE ARBEITEN VOR ORT

Eingangs bedankte sich Projektleiter Wolfgang Hafner insbesondere dafür, dass die vielen bisherigen Gespräche mit den Gemeinden und Grundeigentümer:innen auf Augenhöhe und mit Respekt stattfanden: „Es geht bei den Gesprächen darum, Lösungen zu finden und nicht darum, das Projekt zu verhindern. Das war bei einigen unserer vergangenen Projekte nicht so – deshalb möchte ich mich bei allen Beteiligten für die gute Zusammenarbeit bedanken.”

Die Planung hat die Halbzeit erreicht. APG und KNG haben in den letzten Monaten viele Gespräche mit Gemeinden und Grundeigentümer:innen geführt. „Mit ganz vielen Gemeinden haben wir die Trasse mit den gewünschten Änderungsanpassungen gemeinsam fixiert. Es wurde schon von einigen Gemeinden angekündigt, den nun endgültigen Trassenverlauf über Gemeinderatsbeschlüsse zu fixieren. Wir sind natürlich gerne bereit, gemeinsam die jeweiligen Gemeindebürger:innen bei Veranstaltungen darüber zu informieren”, so Hafner weiter. Nun startet die Intensiv-Phase mit zahlreichen Untersuchungen vor Ort: Geologische und ökologische Kartierungen werden durchgeführt, ebenso die detaillierte Erhebung von Quellen und Wegen. In enger Zusammenarbeit mit den betroffenen Gemeinden und Grundeigentümer:innen wird die Planung weiter konkretisiert. Der Großteil der Trasse ist bereits festgelegt; es gibt nur ganz wenige Bereiche, in denen es noch zwei Varianten gibt. Dazu erfolgen derzeit Untersuchungen; auch hier werden die Entscheidungen bis zum Sommer 2026 fallen. Hafner appelliert: „Wir brauchen die Unterstützung der Gemeinden und Grundeigentümer:innen, die Gespräche auf Augenhöhe sowie den Informationsaustausch auch in der zweiten Halbzeit. Nun geht es um die Festlegung der Maststandorte und Zufahrten bis Ende Herbst 2026.”

VERTRÄGLICH FÜR MENSCH & NATUR: HUMANMEDIZIN WICHTIGER FACHBEREICH BEI PLANUNGEN VON STROMLEITUNGEN

Die Planung erfolgt interdisziplinär unter Einbindung von Fachleuten aus den Bereichen EMF (elektromagnetische Felder), Schalltechnik, Lufttechnik und Humanmedizin, um den bestmöglichen Schutz der Bevölkerung sicherzustellen. Zur fundierten wissenschaftlichen Einordnung werden laufend aktuelle nationale und internationale Forschungsergebnisse systematisch ausgewertet, aber auch eigene Studien in Auftrag gegeben. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass Entscheidungen stets auf dem aktuellen Stand der Wissenschaft basieren und kontinuierlich überprüft werden. „Austrian Power Grid und Kärnten Netz betreiben seit Jahrzehnten tausende Kilometer Hochspannungsleitungen. Die APG hat, neben vielen anderen großen Projekten, in den vergangenen Jahren sieben UVP-Genehmigungsverfahren für neue Höchst- und Hochspannungsleitungen durchgeführt. Bei allen Verfahren wurden von der Behörde unabhängige Humanmediziner:innen zur Beurteilung möglicher gesundheitlicher Auswirkungen beigezogen. Das Ergebnis der behördlichen Prüfungen in allen Verfahren ergab, dass mit Einhaltung der vorgesehenen Grenzwerte keine negativen gesundheitlichen Auswirkungen zu erwarten sind. Auch beim Projekt Netzraum Kärnten wird die Humanmedizin Teil des UVP-Verfahrens sein”, hält Klemens Reich von der APG fest.

NEUESTE GESAMTBEWERTUNG DER STUDIENLAGE ZUM THEMA EMF UND GESUNDHEIT

Eine neue Gesamtbewertung der Studienlage der medizinischen Forschung zum Thema „EMF und Gesundheit” von Univ.-Prof. Dr. Gerald Haidinger vom Zentrum für Public Health an der MedUni Wien wurde im Rahmen des Mediengesprächs präsentiert. Dr. Heinz Fuchsig, Umwelt- und Arbeitsmediziner, Co-Referent bei der Österreichischen Ärztekammer dazu: „Der aktuelle Forschungsstand zeigt, dass trotz jahrzehntelanger intensiver Untersuchungen keine gesundheitsschädlichen Effekte durch niederfrequente elektromagnetische Felder sicher nachgewiesen worden sind. Zudem bieten die geltenden Grenzwerte ein hohes Schutzniveau. Bei deren Einhaltung kann eine Gefährdung der menschlichen Gesundheit mit hoher Sicherheit ausgeschlossen werden, da keine Hinweise auf relevante biologische Effekte vorliegen.”

MENSCH VOR NATUR WIRD UMGESETZT: ÜBER 60 % DER TRASSE IM WALD GEPLANT

Alle gesundheitsrelevanten Fragestellungen werden umfassend im Zuge der Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) untersucht. Neben der Bewertung möglicher Auswirkungen elektromagnetischer Felder unter Berücksichtigung international anerkannter Grenzwerte fließen Aspekte wie Lärmemissionen im Betrieb, die langfristige Sicherung von Luft-, Boden- und Wasserqualität sowie die Auswirkungen auf Landschafts- und Erholungsräume in die Analysen ein. Auch die Bündelung mit bestehender Infrastruktur wird betrachtet, um mögliche kumulative Effekte realistisch einschätzen zu können. Die Trasse wird – soweit technisch und topografisch möglich – in möglichst großem Abstand zu Siedlungen geplant. Über 60 % der Trasse verläuft im Wald. Christian Bellina, Verantwortlicher für die Erstellung der Umweltverträglichkeitserklärung bei der APG, fasst zusammen: „Ziel ist es, auf Basis fundierter wissenschaftlicher Erkenntnisse Lösungen zu entwickeln, die sowohl eine leistungsfähige Stromversorgung als auch eine umweltverträgliche Trasse bieten. Die Freileitung des Netzraum Kärntens ist für den Menschen gesundheitlich unbedenklich und entspricht den höchsten Schutzstandards.“

ÜBER DAS PROJEKT

_Netzraum Kärnten ist ein Kooperationsprojekt von Austrian Power Grid (APG) und Kärnten Netz (KNG-Kärnten Netz). Ziel ist es, das Netz fit für die Anforderungen der nächsten 100 Jahre zu machen, bestehende Lücken im österreichischen Höchstspannungsnetz zu schließen und zugleich das regionale 110-kV-Netz deutlich zu stärken. Das Vorhaben besteht aus einer neuen 380-kV-Verbindung samt 110-kV-Mitführung zwischen Lienz in Osttirol und Obersielach in Kärnten. 192 km beträgt die Gesamt-Trassenlänge des Projekts, davon ca. 170 km Mitführung. Rund 140 km bestehender 110-kV-Leitungen der Kärnten Netz werden im Rahmen des Projekts rückgebaut. Mit diesem Projekt eröffnet sich eine Jahrhundertchance: Es stärkt Kärnten und Osttirol als Wirtschafts- und Lebensraum, sichert die Stromversorgung kommender Generationen, ermöglicht die zusätzliche Einspeisung von Strom aus erneuerbarer Energie und unterstützt den schrittweisen Ausstieg aus fossilen Brennstoffen._

_Ein Factsheet und weitere Informationen zum Thema Gesundheit & EMF finde_n Sie ab 15.4.2026 als Download auf unserem Bürger-Infoportal: www.netzraumkaernten.at

_ÜBER AUSTRIAN POWER GRID (APG)_

_Als unabhängiger Übertragungsnetzbetreiber verantwortet Austrian Power Grid (APG) die SICHERE STROMVERSORGUNG Österreichs. Mit unserer leistungsstarken und digitalen Strominfrastruktur, sowie der Anwendung von STATE-OF-THE-ART-TECHNOLOGIEN integrieren wir die erneuerbaren Energien und reduzieren somit die Importabhängigkeit, sind Plattform für den Strommarkt, schaffen Zugang zu preisgünstigem Strom und bilden so die Basis für einen versorgungssicheren sowie zukunftsfähigen Wirtschafts- und Lebensstandort. Das APG-Netz erstreckt sich auf einer Trassenlänge von etwa 3.500 km, welches das Unternehmen mit einem Team von rund 1.000 Spezialist:innen betreibt, instand hält und laufend den steigenden Anforderungen der ELEKTRIFIZIERUNG von Gesellschaft, Wirtschaft und Industrie anpasst. Über die Steuerzentrale in Wien wird ein Großteil der insgesamt 67 Umspannwerke, die in ganz Österreich verteilt sind, remote betrieben. Auch 2025 lag die Versorgungssicherheit, dank der engagierten Mitarbeiter:innen, bei 99,99 Prozent und somit im weltweiten Spitzenfeld. Unsere Investitionen in Höhe von 680 Millionen Euro 2026 (2025:595 Mio., 2024: 440 Mio., 2023: 490 Mio. Euro) sind WIRTSCHAFTSMOTOR und wesentlicher Baustein für die Erreichung der Energieziele Österreichs. Insgesamt wird APG bis 2034 rund 9 Milliarden Euro in den Netzaus- und Umbau investieren_

APG – Austrian Power Grid
Mag. Wolfgang Gröger, MAS
Telefon: +43 664 883 42824
E-Mail: wolfgang.groeger@apg.at
Website: https://www.apg.at

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