WKNÖ fordert Einführung eines „Gewerbediesels“

Ecker: „Ob Produktion, Handwerk, Handel oder Transport – Die stark gestiegenen Treibstoffpreise belasten alle Branchen.“

„Seit Jahresbeginn ist der Dieselpreis um 41,35 Prozent gestiegen. Das trifft alle, die täglich auf Fahrzeuge angewiesen sind. Für unsere Unternehmen ist das keine normale Schwankung mehr, sondern eine echte Bedrohung für den Betrieb“, warnt Wolfgang Ecker. Der Präsident der Wirtschaftskammer Niederösterreich fordert daher die rasche Einführung eines „Gewerbediesels“, um die Betriebe zu entlasten.

KOSTEN STEIGEN AUF BREITER FRONT

Nicht nur der Dieselpreis selbst, auch viele Zusatzkosten belasten die Wirtschaft:

* CO2-Preis pro Liter: 13,8 Cent
* Mineralölsteuer pro Liter: 39,7 ct (EU-Mittelmaß 33 Cent!)
* gestiegene Mautkosten seit Anfang Jänner um ca. 7,7 Prozent (4-Achs, EURO VI) auf 0,5724 ct/km (4-Achs, EURO VI).
* unsichere Lage an den Energie- und Rohstoffmärkten

Viele Unternehmen kämpfen dadurch mit höheren Ausgaben. „Unsere Betriebe halten das Land am Laufen. Um das weiter zu schaffen, brauchen sie jetzt dringend eine Entlastung beim Spritpreis, sonst wird unser Standort und damit auch Arbeitsplätze weiter gefährdet“, so Ecker.

MARKTEINGRIFF IST TABUBRUCH

Eine Senkung der Treibstoff-Preise ist für den WKNÖ-Präsidenten zwar das Gebot der Stunde, die seit April geltende Spritpreisbremse aber ein klarer Tabubruch: „Mit den Eingriffen in die Preisgestaltung werden nun genau jene Unternehmen zusätzlich unter Druck gesetzt, die zur Versorgungssicherheit beitragen. Der Staat darf nicht damit beginnen, in den freien Markt einzugreifen. Das untergräbt den freien Wettbewerb und schafft Unsicherheit in einer ohnehin angespannten Lage.“ Außerdem würde die Spritpreisbremse bei weitem zu wenig Entlastung bringen.

Vielmehr sollten die höheren Steuereinnahmen 1:1 zurückgegeben und eine befristete Aussetzung der CO2-Bepreisung sowie eine Senkung der Mineralölsteuer auf das EU-Mittel umgesetzt werden, so Ecker: „Das könnte in Form einer pauschalen Rückvergütung erfolgen, was Unternehmen nach dem aktuellen Preisanstieg eine Ersparnis von 205 Euro pro 1.000 Liter getanktem Diesel bringen würde.“

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