
FORWIT legt Analyse des österreichischen Hochschulsystems vor: Strukturreformen als Schlüssel für die Hochschulstrategie 2040
Mit der Analyse schafft der FORWIT eine wesentliche Grundlage für die Hochschulstrategie 2040 der Bundesregierung und gibt Denkanstöße zur ihrer Entwicklung mit.
Die Analyse des FORWIT zeigt: Österreichs Hochschulen verfügen über große Stärken, stehen aber zugleich vor tiefgreifenden Herausforderungen, die für ihre künftige Leistungsfähigkeit entscheidend sind.
Grundsätzlich spiegelt die Analyse ein System wider, das durch seine strukturell, finanziell und steuerungsseitig stark unterschiedliche Organisation versäult ist. Das schwächt nach Einschätzung des FORWIT die Durchlässigkeit, hemmt die strategische Profilbildung und erschwert die Weiterentwicklung der einzelnen Einrichtungen.
LEHRE, FORSCHUNG, WISSENSTRANSFER: SCHWÄCHEN UND STÄRKEN DER KERNAUFGABEN
In der Lehre zeigt die Analyse durchwachsene Ergebnisse: Zwar bereitet die Hochschulausbildung insgesamt gut auf den Arbeitsmarkt vor, jedoch sind soziale Selektivität und Abbruchquoten hoch, in manchen Fächern an öffentlichen Universitäten sogar über 30 Prozent. In der Forschung zeigen sich einzelne Spitzenleistungen in der Grundlagenforschung, gleichzeitig bleibt Österreich insgesamt aber hinter führenden Vergleichsländern zurück. Der Transfer von Wissen in wirtschaftliche und gesellschaftliche Wirkung gilt zudem als ein Bereich mit besonderem Verbesserungsbedarf.
„Wie viele andere Systeme der Gesellschaft steht auch unser Hochschulsystem an einem Wendepunkt. Wenn wir fähig sein wollen, die Chancen von 2040 zu nutzen, müssen wir jetzt die Rahmenbedingungen so gestalten, dass unsere Hochschulen Qualität, Offenheit und ihr Potenzial dynamischer und wirksamer entfalten können“, sagt FORWIT-Vorsitzender Thomas Henzinger.
Auch aus Sicht der stellvertretenden Vorsitzenden Theresia Vogel braucht es entschlossene Reformen. „Wir sehen deutlich, dass es nicht um punktuelle Nachjustierungen geht, sondern um eine strategische Weiterentwicklung des gesamten Systems. Zukunftsfähige Studienbedingungen, attraktive wissenschaftliche Karrieren und eine stärkere Ausrichtung auf Wirkung sind dafür zentrale Hebel“, so Vogel.
DENKANSTÖSSE FÜR DIE ARBEITSGRUPPEN
Den eingesetzten Arbeitsgruppen, die ein wesentlicher Bestandteil in der Erarbeitung der künftigen Strategie für Österreichs Hochschulsystem sind, gibt der FORWIT auf Basis seiner Erkenntnisse eine Reihe von Denkanstößen mit. Dazu zählen etwa eine Harmonisierung von Studienrecht und Studienplatzbewirtschaftung oder die gesetzliche Verankerung von Teilzeitstudium und Lifelong-Learning-Elementen. Aber auch neue wissenschaftliche Karrierepfade, Reform der Leistungsbewertung, profilbasierte und ergebnisorientierte Finanzierung sowie einfachere Steuerungs- und Entscheidungsstrukturen.
INTERNATIONALES SOUNDING BOARD BESTÄTIGT STRUKTURELLEN ENTWICKLUNGSBEDARF
„Die Leitfrage lautet: Welche Hochschulen braucht Österreich im Jahr 2040? Die Antwort darauf muss in einer mutigen Reformagenda liegen, die Exzellenz, Zugänglichkeit und gesellschaftliche Relevanz zusammen denkt und nicht bestehende Strukturen unreflektiert fortschreibt“, hält Henzinger fest.
Diesen Befund teilt auch das international besetzte Sounding Board. In einem Brief an Bundesministerin Holzleitner legen die vier ausgewiesenen Experten und Expertinnen ihre Perspektive und Vorschläge für eine wirksame und zukunftsorientierte Entwicklung des Hochschulsystems dar – darunter Überlegungen zur hohen Anzahl und fehlender Profilierung der Hochschulen und zu den Rahmenbedingungen für Studium, Lehre und Forschung.
Mit der Analyse unterstützt der FORWIT die Erarbeitung der Hochschulstrategie 2040. Entscheidend ist, dass die identifizierten Herausforderungen als Chance für eine zukunftsorientierte Weiterentwicklung verstanden werden.
FORWIT – Rat für Forschung, Wissenschaft, Innovation und
Technologieentwicklung
Mag. Martin Wagner
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