Europäische Impfwoche: Masern- und HPV-Impflücken bei Kindern und Erwachsenen schließen

Impfungen bieten zuverlässigen Schutz vor schweren Erkrankungen und im Falle von HPV vor Krebs. Deshalb gilt: Den niederschwelligen Zugang zur Impfung bei Ärzten konsequent nutzen!

„Masern ist eine schwere, mitunter lebensbedrohliche Krankheit. HPV kann Krebs verursachen. Als Schutz für jeden Einzelnen und um Infektionsketten zu unterbrechen, müssen Impflücken geschlossen werden“, sagt Gerhard Grässl, Facharzt für Kinder- und Jugendheilkunde sowie Referent für Impfangelegenheiten in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), anlässlich der Europäischen Impfwoche. „Die in Österreich angebotenen Impfungen sind hochwirksam, bei Ärztinnen und Ärzten leicht erhältlich, und sollten frühestmöglich erfolgen“, appelliert Grässl, das kostenlose Impfangebot in Anspruch zu nehmen.

Zwtl.: Durch Impfung Masern- und HPV-Infektionen vermeiden

Um bei Masern eine Ausbreitung von Infektionen zu verhindern, müssten 95 Prozent der Bevölkerung zweimal geimpft sein. In der Gruppe der 25- bis 50-jährigen Erwachsenen sei das leider nicht mehr der Fall – wie drastisch gestiegene Infektionszahlen der letzten beiden Jahre zeigten. Aus diesem Grund gilt laut WHO seit heuer Österreich nicht mehr als „masernfrei“. „Masern ist aber eine hochansteckende, schwere Infektionskrankheit, die zu Lungen- oder Gehirnentzündung, Nervenschäden oder Lähmungen führen kann. Und immer eine massive Schwächung des Immunsystems über Jahre verursacht. Die Masernimpfung biete zuverlässigen Schutz vor einer Infektion, betont Grässl. Sie sei Teil des kostenlosen Impfprogramms und werde in Österreich als 3-fach-Kombinationsimpfung gegen Masern, Mumps und Röteln (MMR) angeboten. „Es werden zwei Teilimpfungen ab dem vollendeten neunten Lebensmonat empfohlen, wobei die zweite Impfung nur wenige Monate nach der ersten, spätestens aber vor dem zweiten Geburtstag verabreicht werden soll“, rät der Kinderarzt. “Und Erwachsene sollten unbedingt überprüfen, ob sie als Kind zwei Impfungen erhalten haben, und sich im Zweifelsfall impfen lassen.“

Auch bei den weitverbreiteten und meist schon bei den ersten sexuellen Kontakten im Jugendalter übertragenen Humanen Papillomaviren (HPV) sei die Durchimpfungsrate bei Kindern und Jugendlichen noch viel zu gering. Grässl: „Bestimmte HPV-Typen können zu Krebsvorstufen und sogar zu Krebs führen – und das häufig bereits bei jungen Erwachsenen. Dazu zählen neben Gebärmutterhalskrebs vor allem bösartige Tumore im Mund- und Rachenraum. Die besonders unangenehmen Warzen im Genitalbereich werden ebenfalls durch HPV verursacht“. Die HPV-Impfung schütze sicher vor Tumoren und Genitalwarzen. In Österreich wird sie bis zum vollendeten 21. Lebensjahr kostenfrei zur Verfügung gestellt. Sie ist für Mädchen und Buben im Alter von neun bis elf Jahren empfohlen. „Die Immunantwort der Impfung ist in diesem Alter optimal und die Wirkung besonders langanhaltend. Und am effektivsten ist der Schutz, wenn das Training des Immunsystems durch die Impfung abgeschlossen ist, bevor die ersten HPV-Viren in den Körper gelangen“, erklärt Grässl.

Zwtl.: Niederschwelligen und unkomplizierten Zugang zur Impfung nutzen

Die vorhandenen Impflücken könnten sehr leicht geschlossen werden, denn die Impfungen seien bei fast allen Ärztinnen und Ärzten schnell und unkompliziert erhältlich. „Der Eltern-Kind-Pass sollte stets im Blick behalten werden und es sollte auch jeder Arztbesuch, besonders jener bei Kinderärztinnen und -ärzten dazu genutzt werden, den Impfstatus nochmals zu checken und Impfungen gegebenenfalls nachzuholen bzw. aufzufrischen“, sagt Grässl.

Österreichische Ärztekammer/Öffentlichkeitsarbeit
Mag. Ilona Gschmeidler
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