AK Anderl: Rege Nachfrage nach Teilzeit durch Betriebe

AK mit Petition zu fairer Teilzeitarbeit – Gleiche Arbeit muss gleich viel wert sein

1,4 Millionen Menschen in Österreich arbeiten Teilzeit – aus unterschiedlichen Gründen. Auch viele Unternehmen suchen gezielt nach Teilzeitkräften, zeigt eine aktuelle Auswertung von Jobinseraten auf großen Anzeigenportalen. „Umso unverständlicher ist das Teilzeit-Bashing, das manche Interessenvertreter der Arbeitgeberseite betreiben“, sagt AK Präsidentin Renate Anderl. Die AK steht klar an der Seite der Beschäftigten, egal, ob sie Vollzeit oder Teilzeit arbeiten – und hat nun eine Petition für faire Teilzeit gestartet.

Die hohe Teilzeitquote in Österreich hat viele Gründe. Einer davon ist, dass auch viele Betriebe gezielt nach Teilzeitkräften suchen. Das zeigt eine aktuelle Stichprobe des Marktforschungsunternehmens Media Affairs vom März 2026 unter vier großen Jobportalen – karriere.at, willhaben.at, jobs.at, ams.or.at. Eine Auswertung von Angeboten von Voll- und Teilzeitstellen in Österreich ergab: In vielen Jobs, etwa im Einzelhandel, in der Reinigung, im Bereich Aus- und Weiterbildung und in der Pflege suchen sehr viele Unternehmen nach Teilzeitkräften. So beträgt zum Beispiel auf willhaben.at der Anteil an Teilzeitstellen-Inseraten im Einzelhandel – bei Kassier:innen – rund 45 Prozent. Noch höher ist er bei Nachhilfelehrer:innen mit etwa 54 Prozent, bei Pädagog:innen, Aus- und Weiterbildungspersonal beträgt der Anteil rund 41 Prozent. Bei jobs.at sind rund 65 Prozent der Inserate für Raumpflegejobs in Teilzeit ausgeschrieben, bei ams.or.at liegt dieser Wert sogar bei rund 67 Prozent. Bei Pflegejobs ist der Teilzeitanteil bei allen vier Jobportalen sehr hoch – im ams.or.at Jobportal liegt er sogar bei rund 45 Prozent.

Vollzeitjobs dominieren bei jobs.at in Branchen wie Bau- und Nebengewerbe, Elektronik und Elektrotechnik, Handwerk und Montage sowie in der Produktion. Bei karriere.at und willhaben.at zeigt sich ein ähnliches Bild mit vielen Angeboten in der Produktion sowie Technik/Ingenieurwesen. Bei ams.or.at wird Vollzeit ebenfalls in den Branchen Bau und Elektronik, aber auch im Umweltbereich angeboten.

„Teilzeit ist echte Arbeit und verdient vollen Respekt“, sagt Anderl. Nicht immer jedoch arbeiten die Beschäftigten freiwillig Teilzeit. Für alle Teilzeitbeschäftigten, die regelmäßig Mehrarbeit leisten müssen, verlangt die AK einen Rechtsanspruch auf Stundenaufstockung. „Das wäre nur gerecht. Ich fordere die Wirtschaftskammer auf, darüber mit uns in Verhandlungen einzutreten“, sagt Anderl.

Die AK fordert mehr Fairness für Teilzeitbeschäftigte – mit einer Petition unter https://mitmachen.arbeiterkammer.at will die AK für faire Arbeit Druck machen. Konkret verlangt die AK: Gleiche Arbeit muss gleich viel wert sein!

+ ZUSCHLAG AB DER 1. STUNDE MEHRARBEIT: Wer mehr arbeitet, soll dafür fair bezahlt werden. Jede zusätzliche Stunde muss einen Zuschlag bringen.

+ GLEICHE ZUSCHLÄGE WIE BEI VOLLZEIT – 50 STATT 25 PROZENT: Teilzeitbeschäftigte dürfen bei Mehrarbeit nicht schlechter gestellt werden.

+ RECHTSANSPRUCH AUF AUFSTOCKUNG DER ARBEITSZEIT: Wer regelmäßig Mehrarbeit leistet, muss ein Recht auf Stundenaufstockung haben.

SERVICE: Die AK Petition für faire Arbeit finden Sie unter mitmachen.ak.at.

Arbeiterkammer Wien – Kommunikation
Doris Strecker
Telefon: +43 1 50165 12677 mobil: +43 664 845 41 52
E-Mail: doris.strecker@akwien.at
Website: http://wien.arbeiterkammer.at

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