Moosbrugger: Potenziale heimischer Agrarrohstoffe für Energieunabhängigkeit nutzen

EU-Kommission dringend aufgefordert, Sojaöl weiterhin als Biotreibstoff zuzulassen

„Dass die EU-Kommission – mit Präsidentin Ursula von der Leyen und Agrarkommissar Christophe Hansen – in Zeiten weltpolitischer Unsicherheiten, explodierender Treibstoffkosten und der Klimakrise plant, ihre Eigenversorgung und Unabhängigkeit auch mittels Biokraftstoffen zu stärken, wird von uns befürwortet und unterstützt. Andererseits ist völlig unverständlich, dass Sojaöl, das gleichzeitig mit einem wertvollen Eiweißfuttermittel regional und nachhaltig gewonnen wird, aus reiner Willkür von dieser Zukunftsentwicklung ausgeschlossen werden soll. Im Grunde wäre die Einbeziehung von heimischem Sojaöl eine Win-Win-Situation – für Autofahrer, Umwelt und unsere heimische Landwirtschaft und Lebensmittelversorgung“, betont LK Österreich-Präsident JOSEF MOOSBRUGGER.

„Mit ihrer ‚Accelerate EU – sichere und leistbare Energie‘-Initiative will die EU-Kommission die Auswirkungen des USA-Iran-Kriegs auf die europäische Energieversorgung abmildern und die Energieversorgung der Bevölkerung unabhängiger und widerstandsfähiger machen. In der aktuellen geopolitischen Phase sind solche strategischen Vorhaben mehr denn je richtig und wichtig. Der Teufel steckt jedoch im Detail“, berichtet Moosbrugger.

Sojaöl muss weiterhin im technischen Bereich nutzbar bleiben

„Die Kommission spricht zwar ständig von Vereinfachungen und mehr Eigenversorgung im Energie- und Treibstoffbereich. Gleichzeitig werden allerdings bestehende Regelungen derart geändert, dass sie das Gegenteil bewirken. So ist vorgesehen, dass Sojaöl zukünftig nicht mehr im technischen Bereich genutzt werden darf. Diese Verwendungsmöglichkeit ist aber für die Wirtschaftlichkeit der Kultur und der Verarbeitungskette unbedingt notwendig. Wohin sonst mit all dem bei der Eiweißfuttermittel-Erzeugung gleichzeitig entstehenden Sojaöl?“, kritisiert der LKÖ-Präsident und fordert die EU-Kommission auf, diese unsinnige, vermutlich ideologisch geprägte Verschlechterung wieder rückgängig zu machen.

„Als Leguminose gewinnt Soja ihren Stickstoff aus der Luft und braucht somit keine kostenintensive Stickstoffdüngung. Soja ist in den letzten, von hohen Düngerkosten und schlechten Erzeugerpreisen geprägten Jahren für die Ackerbaubetriebe ein willkommenes Fruchtfolgeglied und gewisser Rettungsanker gewesen. Weiteres Potenzial für diese Zukunftskultur wäre hierzulande vorhanden“, so Moosbrugger.

Nachhaltigkeit der Sojaproduktion in Österreich sichergestellt

„Wir haben in Österreich ein überaus strenges Forstgesetz und kämpfen mehr gegen Verwaldung statt gegen Entwaldung. Daher ist völlig unverständlich, dass Soja von der EU-Kommission in Bausch und Bogen generell als ‚Kultur mit hohem Risiko für indirekte Landnutzungsänderungen‘ eingestuft werden soll. Für Österreich trifft das mit Sicherheit nicht zu, für eine nachhaltige Produktion ist gesorgt. Wir fordern die EU-Kommission daher auf, sich die Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten genau anzuschauen und die Kulturen danach zu bewerten und einzustufen, statt Zukunftsbranchen, die für manche Regionen in Europa überlebensnotwendig sind, generell abzuwürgen“, unterstreicht der LKÖ-Präsident.

Moosbrugger fordert Möglichkeiten statt Hindernisse

„Weitere Auflagen und Erschwernisse für die europäische Landwirtschaft – sei es durch Nutzungseinschränkungen der Produkte oder durch zeit- und kostenintensive Zertifizierungsprozesse – sind abzulehnen. Wir brauchen keinen neuen unsinnigen Hindernislauf. Von der Leyen sollte ihre eigene Vereinfachungsankündigung endlich ernst nehmen und in die Tat umsetzen. Die nobelsten Pläne bringen nichts, wenn die Regelwerke dann erst recht die Produktion einschränken und hemmen. Wir brauchen neue Möglichkeiten statt Hindernisse, um weiterzukommen“, fordert Moosbrugger.

Österreich drittgrößter Sojaproduzent der EU

Laut aktuellen Daten der Agrarmarkt Austria (AMA) war Österreich im Jahr 2025 mit einer Erntemenge von rund 272.000 Tonnen erstmals der drittgrößte Sojaproduzent der Europäischen Union, hinter Italien und Frankreich. Auch flächenmäßig zählt Österreich mit rund 86.000 Hektar Sojaanbaufläche zu den Spitzenreitern und ist unter den Top 5 in der EU. Mit einem Bio-Anteil von 36% spielt die Sojabohne zudem eine zentrale Rolle im biologischen Anbau. „Die Maßnahmen der Österreichischen Eiweißstrategie zeigen Wirkung. Es wäre schade, wenn eine für alle Seiten unverzichtbare Branche wie der heimische Sojaanbau jetzt in ihren Zukunftsbestrebungen aus faktenbefreiter und ideologisch getriebener Willkür gewisser EU-Kommissionsbeamter einfach abgewürgt wird“, schließt Moosbrugger.

Landwirtschaftskammer Österreich (LKÖ)
Mag. Claudia Jung-Leithner,
Pressesprecherin & Leitung Kommunikation,
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E-Mail: c.jung-leithner@lk-oe.at

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