Stellungnahme Dr. Veronika Sandbichler / KHM-Museumsverband

_Rechtsanwalt Dr. Martin Maxl nimmt zum aktuellen Stand der Untersuchung zu den von Dr. Veronika Sandbichler erhobenen Mobbing/Bossing-Vorwürfen gegen die Geschäftsführung des KHM-Museumsverbandes Stellung:_

KEINE UNABHÄNGIGEN ZEUGENBEFRAGUNGEN, KEINE VERTRAULICHE KONTAKTAUFNAHME FÜR BETROFFENE MITARBEITERINNEN UND MITARBEITER DES KHM-MUSEUMSVERBANDES

Aufgrund der Art und Weise der bis heute durchgeführten Zeugenbefragungen in der von der Vorsitzenden des Kuratoriums in Auftrag gegebenen Untersuchung und aufgrund des Rundschreibens der Betriebsratsvorsitzenden an die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des KHM-Museumsverbandes vom 28. April 2026 wende ich mich nochmals an die Öffentlichkeit und direkt an die Belegschaft:

Die Glaubwürdigkeit einer unabhängigen Untersuchung steht und fällt mit ihrer tatsächlichen und sichtbaren Unabhängigkeit. Wenn bei der Befragung von Dr. Sandbichler und bei den Zeugenbefragungen bis zum heutigen Tag jene Person anwesend ist, die als Vorsitzende des Kuratoriums Auftraggeberin der Untersuchung und damit Teil jener Machtstruktur ist, deren Verhalten aufgeklärt werden soll, ist diese Unabhängigkeit nicht gegeben. Für Zeuginnen und Zeugen entsteht zwangsläufig ein erhebliches Loyalitäts- und Einschüchterungspotenzial. Eine Untersuchung zu Vorwürfen strukturellen Machtmissbrauchs darf nicht unter den Augen der institutionellen Spitze stattfinden. Alles andere gefährdet die Offenheit der Aussagen, die Fairness des Verfahrens und letztlich die Glaubwürdigkeit des Ergebnisses.

Zudem ist nach dem Rundmail der Betriebsratsvorsitzenden vom 28. April Gegenstand der Untersuchung ausschließlich die Klärung der von Dr. Sandbichler gegen die Geschäftsführung erhobenen Vorwürfe betreffend sie – Dr. Sandbichler – selbst. Tatsächlich aber sollte die Untersuchung auch prüfen, ob ein entsprechendes Verhalten darüber hinaus gegenüber weiteren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern gesetzt wurde. Dieser wesentliche Umstand wird im Rundmail nicht erwähnt. Weiters sind Aussagen im Rundmail, wonach nicht anonymisierte, personenbezogene Gesprächsprotokolle beim Kuratorium verwahrt bleiben und eine gerichtliche Verwertung dieser Protokolle ausdrücklich offengehalten wird (!), zusätzlich geeignet, Betroffene von einer offenen und angstfreien Kontaktaufnahme abzuhalten.

Vor diesem Hintergrund lade ich alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des KHM-Museumsverbandes, die selbst von Mobbing oder Bossing durch die Geschäftsführung betroffen waren oder sind oder entsprechende Wahrnehmungen gemacht haben, ein, sich direkt an meine Rechtsanwaltskanzlei zu wenden. Selbstverständlich wird strikte Vertraulichkeit gewahrt; eine persönliche Einsichtnahme erfolgt ausschließlich durch die mit der Untersuchung beauftragte Rechtsanwältin. Auf Wunsch wird Anonymität zugesichert, und es werden keine Informationen ohne ausdrückliche Zustimmung der betroffenen Person weitergegeben oder verwertet.

Dieser Schritt erfolgt, um betroffenen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen sicheren, unabhängigen und vertrauensvollen Rahmen für eine Kontaktaufnahme zu bieten.

MAXL & MÖTZ RECHTSANWÄLTE GmbH
Dr. Martin Maxl
Telefon: 0699/15057380
E-Mail: m.maxl@maxl-moetz.at

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