
EQS-News: ÖSTERREICHISCHE POST Q1 2026: Umsatz bei schwierigem Marktumfeld im ersten Quartal leicht verbessert, Ergebnis wie erwartet unter Vorjahresniveau
EQS-News: Österreichische Post AG / Schlagwort(e): Zwischenbericht
ÖSTERREICHISCHE POST Q1 2026: Umsatz bei schwierigem Marktumfeld im ersten
Quartal leicht verbessert, Ergebnis wie erwartet unter Vorjahresniveau
08.05.2026 / 07:55 CET/CEST
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ÖSTERREICHISCHE POST Q1 2026:
Umsatz bei schwierigem Marktumfeld im ersten Quartal leicht verbessert,
Ergebnis wie erwartet unter Vorjahresniveau
Umsatz
• Konzern-Umsatzerlöse +0,9 % auf 770,7 Mio EUR
• Brief, Filiale & Services –7,6 % auf 289,9 Mio EUR
• E‑Commerce & Logistics +6,9 % auf 447,4 Mio EUR
• Bank –7,6 % auf 35,2 Mio EUR
Ergebnis
• EBITDA von 101,6 Mio EUR im Vorjahr auf 93,8 Mio EUR in Q1 2026
• EBIT von 48,4 Mio EUR im Vorjahr auf 36,8 Mio EUR in Q1 2026
Cashflow und Bilanz
• Operativer Free Cashflow von 73,4 Mio EUR
• Eigenkapital zum 31. März 2026 von 722,4 Mio EUR
Ausblick 2026 unverändert
• Leichter Umsatzanstieg erwartet
• Investitionen (CAPEX) von 140–160 Mio EUR
• Weitgehend stabile Ergebnisentwicklung (EBIT) in der Größenordnung der
letzten Jahre
Der Start ins Jahr 2026 war von einem schwierigen geopolitischen und
wirtschaftlichen Umfeld geprägt. Digitalisierung und Kostendruck bei
wichtigen Kund*innengruppen führten auch im ersten Quartal zu einem
weiteren Brief- und Werbemengenrückgang, dem es durch regulatorische und
prozesstechnische Anpassungen zu begegnen gilt. Am Paketmarkt ist
E‑Commerce nach wie vor der Wachstumstreiber, verbunden mit hohen
Qualitätsanforderungen und intensivem Wettbewerb in den Märkten. „Mit
Blick auf das schwierige Marktumfeld hat sich die Österreichische Post im
ersten Quartal gut gehalten. Der Umsatz konnte – getragen vom
E‑Commerce-Wachstum – leicht verbessert werden, das Ergebnis im ersten
Quartal 2026 liegt wie erwartet unter dem Niveau des Vorjahres“, sagt
Generaldirektor Walter Oblin. „Höhepunkte der ersten Monate waren auch der
erfolgreiche Start unserer Mobilfunkmarke YELLLOW, die gute Entwicklung
der bank99 und die Integration des E‑Commerce-Dienstleisters
euShipments.com.“
Die Umsatzerlöse im ersten Quartal 2026 erhöhten sich um 0,9 % auf
770,7 Mio EUR. In der Division Brief, Filiale & Services reduzierten sich
die Umsatzerlöse um 7,6 % auf 289,9 Mio EUR, geprägt vom strukturellen
Rückgang des adressierten Briefvolumens durch die elektronische
Substitution. Darüber hinaus ist insbesondere im adressierten
Werbegeschäft eine Reduktion zu verzeichnen, die auf Einsparungsmaßnahmen
der Werbe-Kund*innen zurückzuführen ist. Die Umsatzerlöse der Division
E‑Commerce & Logistics in Höhe von 447,4 Mio EUR (+6,9 %) haben sich in
Österreich und in der Region Südost- und Osteuropa mit einem
Volumenzuwachs von 10 % bzw. 9 % sehr zufriedenstellend entwickelt, in der
Region Türkei+ (umfasst die Länder Türkei, Aserbaidschan, Georgien und
Usbekistan) waren regulatorisch bedingte Rückgänge bei den Mengen aus
Asien zu verzeichnen (Volumenentwicklung –2 %). Die Division Bank mit
Umsatzerlösen von 35,2 Mio EUR verzeichnete zwar einen Rückgang bei den
Erträgen aus Finanzdienstleistungen aufgrund des niedrigeren Zinsumfelds,
konnte aber sowohl das Zinsergebnis steigern als auch ein nachhaltig
positives Ergebnis erwirtschaften.
Das Ergebnis des ersten Quartals 2026 lag mit der Transformation im
Telekommunikationsbereich, dem herausfordernden Wettbewerbsumfeld in
Südost- und Osteuropa sowie dem regulatorisch bedingten Mengenentfall in
der Türkei durch restriktive Importregeln für Pakete aus Asien
erwartungsgemäß unter dem Niveau des Vorjahres. Das EBITDA verringerte
sich in der Berichtsperiode von 101,6 Mio EUR im Vorjahr auf 93,8 Mio EUR
und das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 48,4 Mio EUR auf
36,8 Mio EUR. Das Periodenergebnis der Österreichischen Post lag im ersten
Quartal 2026 – bedingt durch einen negativen Bewertungseffekt für die
restlichen 20 % der Anteile an Aras Kargo – bei 15,3 Mio EUR nach
39,6 Mio EUR im Vorjahr (basierend auf Inflation und Wechselkurs). Daraus
ergibt sich ein Ergebnis je Aktie für das erste Quartal 2026 von 0,22 EUR
nach 0,56 EUR im Vorjahresquartal.
Für das Gesamtjahr 2026 bleiben die grundlegenden Trends vor dem
Hintergrund anhaltender konjunktureller Unsicherheiten unverändert.
Während im Briefgeschäft infolge fortschreitender
Digitalisierungsbestrebungen von Großkund*innen rückläufige Volumen zu
beobachten sind, sorgt der weiterhin starke E‑Commerce-Trend für
anhaltendes Wachstum bei den Paketmengen. Gleichzeitig ist in zahlreichen
Märkten mit intensivem Wettbewerb zu rechnen. Zusätzliche Unsicherheiten
ergeben sich aus regulatorischen Einschränkungen des internationalen
Handels. Trotz der bestehenden geopolitischen Unsicherheiten geht die
Österreichische Post für 2026 von einem leichten Umsatzanstieg aus.
Daneben rechnet das Unternehmen mit inflationsbedingten
Kostensteigerungen. Es werden daher umfassende Initiativen ergriffen, um
das Ergebnisniveau des Konzerns abzusichern. Für 2026 peilt die
Österreichische Post trotz schwierigem makroökonomischem Umfeld
unverändert eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung in der
Größenordnung der letzten Jahre an. Die Erwartungshaltung eines
schwächeren ersten Halbjahres und stärkeren zweiten Halbjahres wird
bestätigt.
Auch für 2026 werden Investitionen in Sachanlagen wie in den letzten
Jahren in der Bandbreite von 140 bis 160 Mio EUR erwartet. Schwerpunkte
sind die Erweiterung und Modernisierung des Logistikzentrums Salzburg, der
Ausbau von Paketautomaten in Südost- und Osteuropa sowie die
fortschreitende Elektrifizierung der Zustellflotte. Ziel ist eine
vollständig CO₂‑freie letzte Meile in Österreich bis 2030.
KENNZAHLEN
Veränderung
Mio EUR Q1 2025^1 Q1 2026 % Mio EUR
Umsatzerlöse 763,6 770,7 0,9 % 7,1
Brief, Filiale & Services 313,7 289,9 –7,6 % –23,8
E‑Commerce & Logistics 418,3 447,4 6,9 % 29,1
Bank 38,1 35,2 –7,6 % –2,9
Corporate/Konsolidierung –6,6 –1,9 71,2 % 4,7
Sonstige betriebliche Erträge 32,0 32,0 0,0 % 0,0
Materialaufwand und Aufwand für bezogene
Leistungen –222,0 –234,9 –5,8 % –12,9
Aufwand für Finanzdienstleistungen –12,9 –8,7 32,8 % 4,2
Personalaufwand –360,2 –367,8 –2,1 % –7,6
Sonstige betriebliche Aufwendungen –102,6 –102,1 0,5 % 0,5
Ergebnis aus nach der Equity-Methode
bilanzierten Finanzanlagen 1,0 1,3 33,9 % 0,3
Gewinn aus der Nettoposition monetärer
Posten 2,8 3,3 18,7 % 0,5
EBITDA 101,6 93,8 –7,6 % –7,7
Abschreibungen –53,2 –57,0 –7,3 % –3,9
EBIT 48,4 36,8 –23,9 % –11,6
Brief, Filiale & Services 37,4 27,5 –26,4 % –9,9
E‑Commerce & Logistics 18,6 12,4 –33,3 % –6,2
Bank –0,6 2,6 >100 % 3,2
Corporate/Konsolidierung^2 –7,0 –5,7 19,0 % 1,3
Finanzergebnis 2,3 –14,2 <-100 % –16,5
Ergebnis vor Ertragsteuern 50,7 22,6 –55,4 % –28,1
Ertragsteuern –11,1 –7,3 34,3 % 3,8
Periodenergebnis 39,6 15,3 –61,3 % –24,3
Ergebnis je Aktie (EUR)^3 0,56 0,22 –60,8 % –0,34
Cashflow aus dem Ergebnis 81,4 70,7 –13,1 % –10,7
Cashflow aus Geschäftstätigkeit 64,0 137,6 >100 % 73,6
CAPEX 24,8 20,6 –17,0 % –4,2
Free Cashflow 45,2 27,9 –38,3 % –17,3
Operativer Free Cashflow^4 116,8 73,4 –37,2 % –43,4
^1 Angepasst an die neue Segmentstruktur ab 1. Jänner 2026
2 Umfasst auch das konzerninterne Umlageverfahren
3 Unverwässertes Ergebnis je Aktie, bezogen auf 67.552.638 Stück Aktien
4 Free Cashflow vor Akquisitionen, Geldmarktveranlagungen, Growth CAPEX,
CBA und temporären Geldern
Wien, am 8. Mai 2026
AUSZÜGE AUS DEM KONZERNLAGEBERICHT Q1 2026
UMSATZENTWICKLUNG IM DETAIL
Die Umsatzerlöse des Österreichischen Post-Konzerns erhöhten sich im
ersten Quartal 2026 um 0,9 % auf 770,7 Mio EUR. In der Division Brief,
Filiale & Services gab es einen Rückgang um 7,6 %, in der Division
E‑Commerce & Logistics einen Anstieg um 6,9 % und in der Division Bank
reduzierten sich die Umsatzerlöse um 7,6 %.
Der Anteil der Division Brief, Filiale & Services am Umsatz der
Österreichischen Post betrug im ersten Quartal 2026 37,5 %. Der
Divisionsumsatz in der Höhe von 289,9 Mio EUR ist geprägt vom
strukturellen Rückgang des adressierten Briefvolumens durch die
elektronische Substitution. Darüber hinaus ist insbesondere im
adressierten Werbegeschäft ein Rückgang zu verzeichnen, der vor allem auf
Einsparungs- und Digitalisierungsmaßnahmen der Werbe-Kund*innen
zurückzuführen ist.
Die Division E‑Commerce & Logistics erwirtschaftete im Berichtszeitraum
einen Anteil von 57,9 % am Konzernumsatz bzw. 447,4 Mio EUR. Die
Umsatzerlöse haben sich in Österreich und in der Region Südost- und
Osteuropa sehr zufriedenstellend entwickelt, in der Region Türkei+
(umfasst die Länder Türkei, Aserbaidschan, Georgien und Usbekistan) waren
regulatorisch bedingte Rückgänge bei den Mengen aus Asien zu verzeichnen.
Das Geschäft in der Türkei ist nach wie vor maßgeblich von der hohen
Inflation und dem Wechselkurs der türkischen Lira beeinflusst.
Die Division Bank erreichte im ersten Quartal 2026 einen Anteil am
Konzernumsatz von 4,6 % bzw. 35,2 Mio EUR. Bei den Erträgen aus
Finanzdienstleistungen war aufgrund des niedrigeren Zinsumfelds ein
Rückgang zu verzeichnen.
Der Umsatz der Division Brief, Filiale & Services von 289,9 Mio EUR
stammte im ersten Quartal 2026 zu 61,7 % aus dem Bereich Briefpost &
Business Solutions, zu 35,8 % aus Werbe- und Medienpost und zu 2,5 % aus
Filialleistungen & Telekommunikation.
Im Bereich Briefpost & Business Solutions lag der Umsatz mit 178,8 Mio EUR
in den ersten drei Monaten 2026 um 6,7 % unter dem Niveau des Vorjahres.
Im Volumen zeigte sich weiterhin eine rückläufige Mengenentwicklung
infolge der Substitution von Briefen durch elektronische
Kommunikationsformen. Die klassischen Briefvolumen in Österreich haben
sich in den ersten drei Monaten 2026 um 9 % reduziert. Die internationale
Briefpost zeigte einen Rückgang im Umsatz, der Bereich Business Solutions
entwickelte sich stabil.
Die Umsatzerlöse der Werbe- und Medienpost verringerten sich im ersten
Quartal 2026 um 3,8 % auf 103,8 Mio EUR. Rückgänge waren vor allem im
adressierten Werbe- und Medienpostgeschäft zu verzeichnen. Es besteht nach
wie vor ein konjunkturbedingt verhaltenes Werbegeschäft mit strukturellen
Rückgängen in bestimmten Kund*innensegmenten (z.B. Möbel- und
Versandhandel). Die Anpassungen in der Preisstruktur konnten den
Volumenrückgang im Umsatz nicht kompensieren. Die Werbe- und
Medienpost-Mengen haben sich im ersten Quartal um 11 % reduziert.
Der Umsatz mit Filialleistungen & Telekommunikation reduzierte sich im
Vorjahresvergleich um 48,3 % auf 7,3 Mio EUR, bedingt durch die Beendigung
der bisherigen Telekom-Vertriebskooperation per 31. Dezember 2025. Im
ersten Quartal 2026 waren keine Erträge aus dem Telekommunikationsgeschäft
enthalten. Im Vorjahresvergleich waren noch rund 7 Mio EUR an
Telekom-Umsätzen inkludiert.
Der Umsatz der Division E‑Commerce & Logistics erhöhte sich im ersten
Quartal 2026 um 6,9 % auf 447,4 Mio EUR. Es zeigte sich ein Anstieg in
Österreich und in Südost- und Osteuropa, während es in der Region Türkei+
zu einem Rückgang kam.
In Österreich wurde im Berichtszeitraum ein Umsatzanstieg von 9,5 % auf
251,1 Mio EUR generiert. Die Paketvolumen verzeichneten im ersten Quartal
2026 ein Wachstum von 10 %.
Die Umsatzerlöse in der Region Türkei+ reduzierten sich um 2,7 % auf
127,6 Mio EUR im Vergleich zu den ersten drei Monaten 2025. Die türkische
Regierung hat die Importregeln verschärft und niedrigwertige
Paketsendungen aus Asien mit deutlich höheren Zöllen und Abgaben belegt,
zugleich wurde die Einfuhr bestimmter als gefährlich eingestufter Waren
wie Kosmetika und Elektronik teilweise untersagt. Diese Maßnahmen führten
zu einem Mengenentgang von rund 5 %. Parallel dazu ist der
Geschäftsverlauf weiterhin stark von der Entwicklung der Inflation und dem
Wechselkurs der türkischen Lira beeinflusst.
Im Paketgeschäft in Südost- und Osteuropa (CEE/SEE) stiegen die
Umsatzerlöse im ersten Quartal 2026 um 6,8 % auf 52,3 Mio EUR. Die
Paketvolumen stiegen in der Region um 9 % im Vergleich zur
Vorjahresperiode, bei hohem Wettbewerbsdruck war ein verstärkter Zuwachs
an Paketen aus Asien zu bemerken.
Die Umsatzerlöse im Bereich Group Logistics Solutions stiegen in der
aktuellen Berichtsperiode um 51,3 % auf 19,8 Mio EUR. Mit 6. März 2026
wurde der bulgarische E‑Commerce-Dienstleister euShipments.com
erstkonsolidiert, mit einem Umsatzbeitrag von etwa 5 Mio EUR.
Die Erträge aus Finanzdienstleistungen in der Division Bank verringerten
sich in den ersten drei Monaten 2026 um 7,6 % auf 35,2 Mio EUR.
Umsatzsteigernd wirkte der Kund*innenhochlauf der bank99, gegenläufig die
rückläufigen Zinserträge durch den geringeren Leitzinssatz im
Quartalsvergleich.
ERGEBNISENTWICKLUNG
Bezogen auf die Umsatzerlöse der Österreichischen Post sind die größten
Aufwandspositionen der Personalaufwand (47,7 %), der Materialaufwand und
Aufwand für bezogene Leistungen (30,5 %) sowie sonstige betriebliche
Aufwendungen (13,2 %). Weiters entfielen 7,4 % auf Abschreibungen und
1,1 % auf den Aufwand für Finanzdienstleistungen.
Der Personalaufwand belief sich im ersten Quartal 2026 auf 367,8 Mio EUR,
dies entspricht einer Erhöhung von 2,1 % bzw. 7,6 Mio EUR. Die Veränderung
beinhaltet umgesetzte Effizienz- und Kostenmaßnahmen ebenso wie
kollektivvertragliche Gehaltsanpassungen im operativen Personalaufwand und
die Erstkonsolidierung neuer Tochtergesellschaften. Der Österreichische
Post-Konzern beschäftigte in den ersten drei Monaten 2026 durchschnittlich
27.868 Mitarbeiter*innen (Vollzeitkräfte), während in der Vorjahresperiode
durchschnittlich 28.014 Mitarbeiter*innen tätig waren (–0,5 %). Die
nicht-operativen Personalaufwendungen betreffen Abfertigungen und
Rückstellungsveränderungen, die primär auf die spezifische
Beschäftigungssituation beamteter Mitarbeiter*innen zurückzuführen sind.
In den ersten drei Monaten 2026 sind diesbezüglich keine signifikanten
Belastungen angefallen.
Der Materialaufwand und Aufwand für bezogene Leistungen erhöhte sich um
5,8 % auf 234,9 Mio EUR. Der Anstieg ist überwiegend auf
Transportdienstleistungen externer Frächter zurückzuführen.
Die sonstigen betrieblichen Erträge betrugen im ersten Quartal 2026
32,0 Mio EUR und zeigten keine Veränderung zum Vorjahr.
Für die türkischen Tochtergesellschaften ist der Bilanzierungsstandard
IAS 29 (Rechnungslegung in Hochinflationsländern) anzuwenden.
Dementsprechend wurden Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie die
nicht-monetären Posten anhand des allgemeinen Preisindex angepasst (siehe
Geschäftsbericht 2025, Konzernabschluss, Punkt 2.2 Hochinflation). Der
Gewinn bzw. Verlust aus der Nettoposition monetärer Posten ist in der
Gewinn- und Verlustrechnung als eigener Posten dargestellt. Im ersten
Quartal 2026 betrug der Gewinn aus der Nettoposition monetärer Posten
3,3 Mio EUR (+18,7 %).
Das EBITDA lag im ersten Quartal 2026 mit 93,8 Mio EUR um 7,7 Mio EUR
unter dem Vorjahreswert von 101,6 Mio EUR, das entspricht einer
EBITDA-Marge von 12,2 %. Die Abschreibungen waren in den ersten drei
Monaten 2026 mit 57,0 Mio EUR um 7,3 % bzw. 3,9 Mio EUR über dem
Vorjahresniveau.
Das EBIT reduzierte sich um 11,6 Mio EUR und erreichte 36,8 Mio EUR im
ersten Quartal 2026 nach 48,4 Mio EUR im Vorjahr. Die EBIT-Marge betrug
4,8 %.
Das Finanzergebnis des Konzerns hat sich im ersten Quartal 2026 von
2,3 Mio EUR auf minus 14,2 Mio EUR reduziert, primär bedingt durch einen
volatilen Bewertungseffekt der Finanzparameter (Inflation und Wechselkurs)
für die Optionsverbindlichkeit der restlichen 20 % Anteile an Aras Kargo
in Höhe von 8,4 Mio EUR enthalten, während in der Vorjahresperiode ein
positiver Effekt von 4,4 Mio EUR inkludiert ist. Die Ertragssteuern
verringerten sich von 11,1 Mio EUR auf 7,3 Mio EUR (+34,3 %). Das
Periodenergebnis für die ersten drei Monate 2026 betrug 15,3 Mio EUR nach
39,6 Mio EUR im ersten Quartal des Vorjahres (–61,3 %). Das Ergebnis je
Aktie betrug 0,22 EUR nach 0,56 EUR in der Vorjahresperiode (-60,8 %).
ERGEBNIS NACH DIVISIONEN
Nach Divisionen betrachtet verzeichnete die Division Brief, Filiale &
Services in den ersten drei Monaten 2026 ein EBIT von 27,5 Mio EUR nach
37,4 Mio EUR im Vorjahr. Dieser Rückgang ist einerseits auf den starken
Mengenrückgang der Brief- und Werbepost zurückzuführen und andererseits
auf den Entfall von Telekomerträgen im ersten Quartal 2026 durch die
Beendigung der bisherigen Vertriebskooperation per Ende 2025 sowie dem
Start von der Mobilfunk-Eigenmarke YELLLOW per 1. April 2026.
Die Division E‑Commerce & Logistics erwirtschaftete ein EBIT von
12,4 Mio EUR im ersten Quartal 2026 nach 18,6 Mio EUR in der
Vorjahresperiode. Während in Österreich eine gute Entwicklung im
Paketgeschäft zu vermerken war, mussten in den internationalen Märkten der
Österreichischen Post Rückgänge verzeichnet werden. Positiv zeigte sich
auch der Bereich Group Logistics Solutions in der Berichtsperiode.
Die Division Bank verzeichnete ein EBIT von 2,6 Mio EUR in den ersten drei
Monaten 2026 nach minus 0,6 Mio EUR im Vorjahresquartal. Die
Ergebnisverbesserung ist auf die operative Entwicklung der bank99 sowie
den Fokus auf Kosteneffizienz zurückzuführen. Darüber hinaus ist ein
positiver Einmaleffekt im Ergebnis enthalten.
Das EBIT der Division Corporate (inklusive Konsolidierung und
konzerninternes Umlageverfahren) reduzierte sich von minus 7,0 Mio EUR auf
minus 5,7 Mio EUR. Die Ergebnisverbesserung ist überwiegend auf
Kosteneinsparungen zurückzuführen. Die Division Corporate erbringt
nicht-operative Dienstleistungen, wie sie typischerweise für Zwecke der
Verwaltung und Steuerung eines Konzerns erbracht werden. Diese Tätigkeiten
umfassen neben den klassischen Governance-Aufgaben die Verwaltung und
Entwicklung der nicht-betriebsnotwendigen Immobilien, die Verwaltung
wesentlicher Finanzbeteiligungen, die Erbringung von IT-Dienstleistungen,
die Entwicklung neuer Geschäftsmodelle sowie die Administration des
Post-Arbeitsmarkts.
CASHFLOW UND BILANZ
Der Cashflow aus dem Ergebnis erreichte im ersten Quartal 2026
70,7 Mio EUR nach 81,4 Mio EUR im vergangenen Jahr (–13,1 %). Der Cashflow
aus Geschäftstätigkeit betrug in der Berichtsperiode 137,6 Mio EUR im
Vergleich zum Vorjahreswert von 64,0 Mio EUR. Diese Position inkludiert
einerseits die Veränderungen der Core Banking Assets (CBA) der bank99 in
Höhe von 49,8 Mio EUR, die im Vergleichszeitraum des Vorjahres minus
79,3 Mio EUR betrugen. Die Core Banking Assets beinhalten die Veränderung
der Bilanzposten Finanzielle Vermögenswerte aus Finanzdienstleistungen und
Finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen exklusive der
Zahlungsmittel, Zahlungsmitteläquivalente und Guthaben bei Zentralbanken
und fassen somit das Einlagen- und Veranlagungsgeschäft der bank99
zusammen. Andererseits ist die Veränderung der temporären Gelder in Höhe
von 8,9 Mio EUR enthalten. Das sind Forderungen und Verbindlichkeiten aus
vereinnahmten Geldern, die auf fremde Rechnung gehalten werden, wie etwa
Gelder aus Werttransporten. Der Cashflow aus Geschäftstätigkeit exklusive
CBA und temporärer Gelder belief sich im ersten Quartal 2026 auf
78,9 Mio EUR nach 135,5 Mio EUR im Vorjahr.
Der Cashflow aus Investitionstätigkeit belief sich in den ersten drei
Monaten 2026 auf minus 109,8 Mio EUR nach minus 18,8 Mio EUR in der
Vorjahresperiode, wobei minus 59,1 Mio EUR Akquisitionen, im Wesentlichen
für den Erwerb der bulgarischen Gesellschaft euShipments.com, betrafen.
Die Ausgaben für den Erwerb von Sachanlagen und als Finanzinvestitionen
gehaltenen Immobilien (CAPEX) betrugen in der aktuellen Berichtsperiode
20,6 Mio EUR im Vergleich zu 24,8 Mio EUR im ersten Quartal 2025.
Die Österreichische Post setzt auf die Kennzahl des Operativen Free
Cashflows, um damit die Finanzkraft des operativen Geschäfts zu betrachten
und daraus die Dividende des Geschäftsjahres abzudecken. Der Operative
Free Cashflow belief sich in der aktuellen Berichtsperiode auf
73,4 Mio EUR. Im Vergleichswert des Vorjahres von 116,8 Mio EUR war ein
positiver Sondereffekt enthalten.
Die Österreichische Post setzt auf eine solide Bilanz- und
Finanzierungsstruktur. Die Bilanzsumme der Österreichischen Post zum
31. März 2026 von 6,6 Mrd EUR hat sich seit dem Einbezug der bank99 im
Jahr 2020 deutlich ausgeweitet. Aktivseitig bildeten Sachanlagen in der
Höhe von 1.359,5 Mio EUR bildeten eine der größten Bilanzpositionen und
inkludierten Nutzungsrechte aus Leasingverhältnissen von 367,7 Mio EUR.
Zudem gab es immaterielle Vermögenswerte und Geschäfts- oder Firmenwerte
aus Unternehmenserwerben, die per 31. März 2026 mit 247,2 Mio EUR
ausgewiesen sind. In der Bilanz sind Forderungen in Höhe von 520,8 Mio EUR
ausgewiesen, die kurzfristige Forderungen aus Lieferungen und Leistungen
von 390,3 Mio EUR enthalten. Andere finanzielle Vermögenswerte lagen zum
31. März 2026 bei 97,1 Mio EUR. Finanzielle Vermögenswerte aus
Finanzdienstleistungen betrugen per Ende des ersten Quartals 2026
4.151,7 Mio EUR und resultieren im Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit
der bank99.
Auf der Passivseite der Bilanz lag das Eigenkapital des Österreichischen
Post-Konzerns zum 31. März 2026 bei 722,4 Mio EUR (Eigenkapitalquote von
10,9 %). Die Logistik-Eigenkapitalquote (Eigenkapital zu Gesamtkapital
ohne finanzielle Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen) betrug per
Ende März 2026 27 %. Die Rückstellungen lagen mit Ende der Berichtsperiode
bei 510,3 Mio EUR, die anderen finanziellen Verbindlichkeiten beliefen
sich auf 684,4 Mio EUR und die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und
Leistungen und Sonstiges betrugen 738,4 Mio EUR. Finanzielle
Verbindlichkeiten aus Finanzdienstleistungen in Höhe von 3.967,3 Mio EUR
resultierten im Wesentlichen aus der Geschäftstätigkeit der bank99.
Ausblick 2026
Vor dem Hintergrund konjunktureller Unsicherheiten zeigen sich die
Basistrends der internationalen Brief- und Paketmärkte unverändert. Im
Briefgeschäft verursachen Digitalisierungsbemühungen Volumenrückgänge,
während der anhaltende E‑Commerce-Trend für weitere Zuwächse bei
Paketmengen sorgt. In vielen Märkten ist gleichzeitig mit intensivem
Wettbewerb zu rechnen. Unsicherheiten entstehen durch regulatorische
Einschränkungen internationaler Handelsströme.
Umsatzerlöse 2026
Die Österreichische Post geht trotz bestehender geopolitischer
Unsicherheiten für 2026 von einem leichten Umsatzanstieg aus.
Im Geschäftsjahr 2026 erfolgte eine Änderung in der
Segmentberichterstattung: Umsatzerlöse aus Filialdienstleistungen werden
nicht mehr mit Finanzdienstleistungen kombiniert dargestellt, sondern in
der Division Brief, Filiale & Services (vormals Brief & Werbepost). In
dieser Division wird mit einem Umsatzrückgang im mittleren einstelligen
Bereich gerechnet. Basis dieser Entwicklung sind rückläufige Brief- und
Werbemengen, die durch Produkt- und Preisanpassungen nicht vollständig im
Umsatz kompensiert werden können. In dieser Division enthalten sind
nunmehr Filialleistungen in der Größenordnung von etwa 35 Mio EUR p.a.,
inklusive dem Aufbau der neuen Mobilfunk-Eigenmarke YELLLOW in Österreich
ab dem zweiten Quartal 2026. Es entfällt ein Umsatzbeitrag von 20 Mio EUR
p.a. aus einer mittlerweile beendeten Telekom-Vertriebskooperation.
In der Division E‑Commerce & Logistics (vormals Paket & Logistik) wird
hingegen mit einem Wachstum im oberen einstelligen Bereich gerechnet. Auf
Basis der aktuellen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen ist weiterhin mit
Impulsen aus dem E‑Commerce zu rechnen, insbesondere mit Zuwächsen bei
internationalen Versender*innen. Unsicherheiten zur Prognose zukünftiger
Handelsströme ergeben sich jedoch durch regulatorische Maßnahmen von
Seiten der Europäischen Union, aber auch von nationalen Gesetzgebern, das
Volumen internationaler Privatkund*innenpakete einzuschränken bzw. diese
Sendungen mit Gebühren zu belegen. Dies kann einerseits zu
Volumenschwankungen führen, aber auch zu intensivem Wettbewerb unter den
Paketdienstleistern. Speziell in Südost- und Osteuropa, aber auch in der
Türkei, ist daher mit einem erschwerten Marktumfeld zu rechnen. Einen
positiven Beitrag zum Konzernumsatz 2026 in der Größenordnung von
55 Mio EUR sollte die mit 6. März 2026 erstkonsolidierte bulgarische
Gesellschaft euShipments.com beitragen. Das Unternehmen bietet mit neun
eigenen Fulfillment Standorten E‑Commerce Dienstleistungen für Kund*innen
in der gesamten Europäischen Union an.
In der Division Bank (vormals Filiale & Bank) werden im Geschäftsjahr 2026
ausschließlich Erträge aus Finanzdienstleistungen berichtet. Trotz der im
Vergleich zum Vorjahr niedrigen Leitzinsen gehen wir von Umsatzerlösen
leicht über dem Niveau des Vorjahres aus.
Ergebnis 2026
Neben einer leicht positiven Umsatzentwicklung ist auch weiterhin mit
steigenden inflationsbedingten Kostensteigerungen zu rechnen. Daher werden
umfassende Initiativen ergriffen, um das Ergebnisniveau des Konzerns
abzusichern. Für 2026 peilt die Österreichische Post trotz schwierigem
makroökonomischem Umfeld eine weitgehend stabile Ergebnisentwicklung in
der Größenordnung der letzten Jahre an. Zu einer weiteren
Ergebnisverbesserung sollte nach dem Wegfall der erfolgten
Kernbankenmigration und der Erweiterung um das Depotgeschäft ab Sommer
2026 die bank99 beitragen.
Die Erwartungshaltung eines schwächeren ersten Halbjahres und stärkeren
zweiten Halbjahres wird bestätigt, dies vor dem Hintergrund eines
herausfordernden Marktumfelds in Südost- und Osteuropa sowie der Türkei,
aber auch in Folge der beendeten Telekom-Vertriebskooperation und dem
Aufbau der eigenen Mobilfunkmarke YELLLOW zu sehen.
Investitionen 2026
Die Investitionen in Sachanlagen (CAPEX) werden für das Jahr 2026
weiterhin in der Bandbreite von 140 bis 160 Mio EUR erwartet. Schwerpunkte
der Jahre 2026 und 2027 sind die Erweiterung und Modernisierung des
Logistikzentrums in Salzburg und der Ausbau von Paketautomaten, vorrangig
in Südost- und Osteuropa. Ein weiterer Schwerpunkt ist die schrittweise
Elektrifizierung der Zustellflotte, um die letzte Meile in Österreich bis
2030 vollständig CO₂-frei zu gestalten.
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