
Internationale Energieagentur: Österreich muss Ausbau erneuerbarer Energien deutlich beschleunigen
Der aktuelle „Länderreport Österreich“ der Internationalen Energieagentur (IEA) zeigt klar: Österreich hat ambitionierte Klima- und Energieziele und eine starke erneuerbare Basis – doch die Lücke zwischen Anspruch und Realität beim Erneuerbaren-Ausbau wird größer. Der Report unterstreicht damit auch die Positionen des Dachverbands Erneuerbare Energie Österreich (EEÖ): Langwierige Genehmigungsverfahren und Verzögerungen bei der Planung und Gesetzgebung bremsen den notwendigen Erneuerbaren-Ausbau, unklare Förderbedingungen und ein fehlender Rechtsrahmen sorgen für hohe Kosten und stiften Unsicherheit bei Verbrauchern und Unternehmen.
„Die IEA bestätigt, dass Österreich bei erneuerbarem Strom eine solide Basis hat – mit starker Wasserkraft, Pumpspeichern und einem erfolgreichen Solarboom. Gleichzeitig macht sie klar: Damit die Ziele für 2030 und 2040 erreichbar bleiben, muss die Energietransformation deutlich schneller werden“, fasst Martina Prechtl-Grundnig, Geschäftsführerin des Dachverbandes Erneuerbare Energie Österreich, den Bericht zusammen.
Die IEA hält fest: Obwohl erneuerbare Energien 2024 rund 90 Prozent des österreichischen Strombedarfs gedeckt haben, sei Österreich derzeit nicht auf Zielkurs. Photovoltaik ist zwar stark gewachsen und erreichte 2024 11,3 Prozent der Stromversorgung. Zugleich betont die IEA, dass der Windkraftausbau beschleunigt werden muss, um etwa saisonale Nachfrage im Winter abzudecken – doch Genehmigungshürden und Governance-Probleme hemmen den Ausbau. „Gerade das Beispiel Wind zeigt exemplarisch, wo Österreich ansetzen muss: ausreichend Flächen, schnellere Genehmigungen und verlässliche Verfahren. Der Ausbau darf nicht länger an zersplitterten Zuständigkeiten und Verzögerungen auf Ebene der Bundesländer hängen bleiben“, so Prechtl-Grundnig. Die IEA verweist außerdem auf lange Verzögerungen bei zentralen gesetzlichen Reformen und verweist auf das weiterhin ausstehende Erneuerbaren-Ausbau-Beschleunigungsgesetz.
Auch im Wärmebereich sieht die IEA erheblichen Handlungsbedarf. Zwar sei der Anteil von Öl am Energieverbrauch von Gebäuden zwischen 2005 und 2024 deutlich gesunken, dennoch sind weiterhin rund 850.000 Gasheizungen und 450.000 Ölheizungen in Betrieb. Die IEA empfiehlt unter anderem integrierte Wärme- und Kältepläne auf nationaler, regionaler und kommunaler Ebene, sowie gezielte Anreize für Vermieterinnen, Vermieter, Mieterinnen und Mieter. Bei erneuerbarer Wärme braucht es deutlich mehr Kontinuität. Das zuletzt erlebte Stop-and-go bei der Förderung des Heizkesseltauschs verunsichert Betriebe ebenso wie Konsument:innen. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass das Budget der aktuellen Förderschiene im Sommer ausgeschöpft sein dürfte.
„Die Branche braucht daher dringend Planungssicherheit und eine klare Perspektive. Investitionen in den Heizkesseltausch rechnen sich auch für den Staat: Sie lösen Wertschöpfung aus, sichern Beschäftigung und fließen über Steuereinnahmen rasch und mehrfach zurück. Biomasse, Pellets, Solarthermie, Geothermie und Wärmepumpen können Österreichs Haushalte unabhängiger von fossilen Preisschocks machen. Dafür braucht es einen verlässlichen Rahmen und einen klaren Pfad.“, so Prechtl-Grundnig. Die Internationale Energieagentur zeigt deutlich: Der Austausch fossiler Heizsysteme kommt derzeit nicht schnell genug voran.
Der Dachverband sieht die IEA-Länderanalyse als klaren Auftrag: Österreich kann seine Klima- und Energieziele erreichen, wenn Ausbau, Netze, Speicher, Flexibilität und erneuerbare Wärme konsequent beschleunigt werden. „Österreich hat die Voraussetzungen, nicht nur bei den Vorhaben, sondern auch in der Umsetzung Vorreiter der Energiewende zu werden. Jetzt braucht es Umsetzung statt Verzögerung – in der Gesetzgebung, in den Verfahren und in allen Bundesländern“, so Prechtl-Grundnig abschließend.
Erneuerbare Energie Österreich
Mag.a Judith Brockmann
Telefon: 0664 34 36 129
E-Mail: judith.brockmann@erneuerbare-energie.at
Website: https://www.erneuerbare-energie.at
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