
Die TKG fordert von den Verantwortlichen der Güngör-Studie „wissenschaftliche Verantwortung und Haltung!“
„Es handelt sich ausdrücklich um keine repräsentative Studie.“ (Studie, S. 14) – Dennoch wurden alarmierende Aussagen über muslimische Kinder Jugendliche öffentlich verbreitet.
EINE AUSDRÜCKLICH NICHT REPRÄSENTATIVE STUDIE
Nach Einschätzung der TKG hält der Forschungsbericht ausdrücklich fest, dass es sich um „keine repräsentative Studie“ handelt. Die Datenerhebung fand zwischen dem 17. September und dem 19. Dezember 2024 statt und wurde vom externen Meinungsforschungsinstitut Demox Research durchgeführt. Die mediale Zuspitzung erfolgte erst im Mai 2026, also rund 17 Monate später.
Das vielfach zitierte Ergebnis von 41 Prozent ist kein ungewichteter Rohwert, sondern ein rechnerisch gewichteter Ergebniswert. Laut Forschungsbericht antwortete die Online-Gruppe deutlich polarisierter als die Vor-Ort-Gruppe. Die Ursachen dafür konnten demografisch nicht ausreichend erklärt werden. Dennoch wurden beide Gruppen statistisch im Verhältnis 50:50 zusammengeführt.
„ARABISIERUNG“: KEIN AUSGEWIESENER EMPIRISCHER BEFUND
Besondere Aufmerksamkeit verdient die Aussage von Kenan Doğan Güngör in Die Presse vom 7. Mai 2026 – also noch vor der öffentlichen Präsentation der Studie: „DADURCH WIRD DAS ISLAMVERSTÄNDNIS ZUNEHMEND ARABISIERT.“ Nach Einschätzung der TKG ist dieser Begriff im Forschungsbericht weder definiert noch als eigenständiger empirischer Befund ausgewiesen.
Die TKG weist darauf hin, dass der Begriff „Arabisierung“ seit Jahren Teil politischer Debatten im deutschsprachigen Raum ist und keine neutrale wissenschaftliche Fachkategorie darstellt.
Türkische Kulturgemeinde in Österreich (TKG-Think Tank)
Dr Melissa Günes
E-Mail: m.gunes@turkischegemeinde.at
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