ÖGB-Kickinger: „Schöne Worte reichen nicht – Familien brauchen echte Entlastung“

Wer über sinkende Geburtenraten diskutiert, darf bei Kinderbetreuung, Vereinbarkeit und fairer Verteilung der Care-Arbeit nicht weiter zuschauen

Die Debatte rund um sinkende Geburtenraten zeigt einmal mehr: Familien scheitern in Österreich nicht am Wunsch nach Kindern, sondern an den Rahmenbedingungen. Für ÖGB-Bundesfrauensekretärin Dorottya Kickinger ist klar: „Wer ständig über Familien spricht, muss auch Politik für Familien machen – und das bedeutet auch für Gleichstellung und echte Wahlfreiheit zu sorgen.“

„Wir wissen, wo die Probleme liegen: zu wenig Kinderbetreuungsplätze, unpassende Öffnungszeiten, zu hohe Belastung für Frauen und nach wie vor massive Einkommensnachteile. Trotzdem passiert zu wenig“, richtet Kickinger ihre Kritik an das Familien- und Bildungsministerium.

„Es reicht nicht, Familien Mut zuzusprechen oder Kinder romantisch zu verklären. Eltern brauchen konkrete Unterstützung im Alltag: flächendeckende, leistbare Kinderbetreuung, bessere Öffnungszeiten, echte Vereinbarkeit von Beruf und Familie sowie bessere Voraussetzungen, um Väterbeteiligung alltagstauglich zu gestalten“, so Kickinger.

Gerade Frauen würden die Folgen der mangelhaften Kinderbetreuungspolitik tragen, sagt die Gewerkschafterin: „Noch immer reduzieren vor allem Frauen ihre Arbeitszeit oder stecken beruflich zurück. Das verschärft Einkommensunterschiede, schwächt Pensionen und verstärkt den Arbeitskräftebedarf.“

Der ÖGB fordert:

* einen massiven Ausbau der Kinderbetreuung, besonders für unter Dreijährige
* ganztägige und ganzjährige Angebote mit arbeitsrealistischen Öffnungszeiten
* mehr Unterstützung und gezielte Maßnahmen zur Väterbeteiligung in der Arbeitswelt
* bundesweite Qualitätsstandards und ausreichende Finanzierung für Gemeinden

„Wer will, dass Menschen sich für Kinder entscheiden können, muss endlich die Voraussetzungen dafür schaffen. Familien brauchen keine Sonntagsreden, sondern eine Politik, die ihren Alltag tatsächlich leichter macht“, betont Kickinger abschließend.

ÖGB Kommunikation
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