BMASGPK: Arbeitsmarktlage bleibt weiterhin herausfordernd

Schumann: Gezielte Arbeitsmarktinvestitionen für ältere Beschäftigte

Vor dem Hintergrund der konjunkturellen Entwicklung bleibt die Lage auf dem österreichischen Arbeitsmarkt weiterhin herausfordernd: Die Arbeitslosigkeit liegt Ende Mai um rund +5.500 (+1,9% auf 301.676) über dem Wert von 2025. Die Register-Arbeitslosenquote beträgt 7,1% (+0,1%-Punkte gegenüber Mai 2025). Leicht positiv zeigt sich die Entwicklung der Beschäftigtenzahlen: Die Beschäftigung steigt gegenüber dem Vorjahr geschätzt um +6.000 Beschäftigungsverhältnisse. Regional ist aktuell in den Bundesländern Tirol (-2,6%), Kärnten (-2,2%), Oberösterreich (-0,8%) und Salzburg (-0,2%) der Zuwachs der Arbeitslosigkeit gestoppt.

Österreichweit blieb der Zuwachs an Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden gegenüber dem Vorjahr über die letzten Monate annähernd stabil. Die Zahl der Arbeitslosen und AMS-Schulungsteilnehmenden erreicht im Mai 2026 den Gesamtwert von 378.278 (rund +2.900 oder +0,8% gegenüber dem Vorjahr).

Die Arbeitslosigkeit von Frauen erhöht sich im Mai mit +5,0%, während die Arbeitslosigkeit der Männer leicht rückläufig ist (-0,7%).

Die Jugendarbeitslosigkeit steigt Ende Mai 2026 wieder leicht (+210 oder +0,7%).

Die Zahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren Lehrstellensuchenden steigt deutlich (+11,4% oder +823), während die Zahl der beim AMS gemeldeten offenen Lehrstellen gegenüber dem Vorjahr deutlich sinkt (-796). Die Lehrstellenlücke beträgt somit -1.673 Stellen.

Die Arbeitslosigkeit von Personen mit ausländischer Staatsbürgerschaft sinkt leicht um -0,2%, während sich die Arbeitslosigkeit von Inländer:innen mit +3,3% erhöht.

Da die Zahl der Arbeitssuchenden schon über viele Monate ansteigend ist, wächst auch die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen mit Status Arbeitslos und mindestens einem Jahr AMS-Vormerkung auf 102.788 (+11.837 oder +13,0%). Der Anteil der Langzeitbeschäftigungslosen an allen arbeitslos vorgemerkten Personen liegt bereits bei 34%.

Die Bestandszahl der beim AMS gemeldeten sofort verfügbaren offenen Stellen sinkt Ende Mai 2026 gegenüber dem Vorjahr um -5,4% auf 79.116.

Der Zugang an offenen Stellen beim Arbeitsmarktservice ist im Mai mit +0,7% jedoch bereits gegenüber dem Vorjahr etwas ansteigend (+274).

Ende Mai 2026 waren rund 32 % mehr Frauen ab 60 Jahren beim Arbeitsmarktservice als arbeitslos vorgemerkt als im Vorjahr.

Mit derzeit rund 8.100 arbeitslosen Frauen ab 60 Jahren ist die Zahl der Betroffenen dennoch vergleichsweise gering. Da jedoch immer mehr Frauen aufgrund des gerade im Anheben befindenden gesetzlichen Pensionsantrittsalters länger im Erwerbsleben bleiben müssen, ist allerdings mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit in dieser Altersgruppe zu rechnen.

Für viele Betroffene ist die Rückkehr in Beschäftigung besonders schwierig. Rund 47 % der arbeitslosen Frauen ab 60 Jahren sind gesundheitlich eingeschränkt. Zusätzlich bestehen in vielen Betrieben weiterhin Vorbehalte gegenüber der Einstellung von Personen kurz vor dem Pensionsantritt, was den Wiedereinstieg in den Arbeitsmarkt deutlich erschwert.

SCHUMANN: GEZIELTE INVESTITIONEN IN ÄLTERE ARBEITNEHMER:INNEN UND UMDENKEN DER WIRTSCHAFT NOTWENDIG

Arbeits- und Sozialministerin Korinna Schumann setzt deswegen auf gezielte Investitionen in Arbeitsmarktangebote für Ältere und fordert von den Betrieben ein Umdenken bei der Beschäftigung älterer Arbeitnehmer:innen: „Ältere Arbeitssuchende müssen vor allem in wirtschaftlich schwierigen Zeiten die Chance auf einen Wiedereinstieg ins Erwerbsleben haben. Auch wenn die budgetäre Situation fordernd ist, will die Bundesregierung arbeitsmarktpolitisch gegensteuern und gezielt in Angebote für ältere Arbeitssuchende investieren. Es braucht aber auch ein deutliches Umdenken in den Betrieben: Gerade in Zeiten, wo die Wirtschaft einen Fachkräftemangel beklagt, sind die Arbeitgeber:innen aufgefordert, den Erfahrungsschatz älterer Arbeitnehmer:innen gezielt zu nutzen und die Arbeitsplätze so zu gestalten, dass gesundes und produktives Arbeiten bis zum Pensionsantritt möglich bleibt“, so der Appell der Arbeitsministerin.

Bundesministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Pflege und
Konsumentenschutz (BMASGPK)
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