
ÖGB-Kemperle: Pensions-Bashing stopft keine Budgetlöcher – mehr Jobs für Ältere und Vermögenssteuern schon
Vorsitzende der ÖGB Pensionist:innen kritisiert Fiskalratspräsident Badelt scharf
„Es reicht. Kaum geht es ums Budget, wird reflexartig bei den Pensionist:innen angesetzt. Das ist billig, unfair und löst kein einziges Problem“, reagiert die Vorsitzende der ÖGB Pensionist:innen, Monika Kemperle, auf die jüngsten Forderungen von Fiskalratspräsident Christoph Badelt nach einer Erhöhung des Pensionsantrittsalters.
„Pensionist:innen werden ständig als Belastung dargestellt, obwohl sie längst ihren Beitrag leisten. Sie mussten bereits Pensionsanpassungen unter der Inflation hinnehmen, höhere Krankenversicherungsbeiträge zahlen und werden mit Selbstbehalten bei Krankentransporten belastet. Irgendwann ist genug“, so die Gewerkschafterin.
JOBS FÜR ÄLTERE
Für Kemperle liegt das eigentliche Problem am Arbeitsmarkt: „Viele Menschen schaffen es heute gar nicht gesund bis zur Pensionierung. Vor allem ältere Arbeitnehmer:innen und Frauen werden viel zu oft aus dem Arbeitsmarkt gedrängt und landen direkt aus der Arbeitslosigkeit in der Pension. Wer das Pensionsalter erhöhen will, soll zuerst erklären, wo diese Menschen arbeiten sollen.“
Die Vorsitzende der ÖGB Pensionist:innen fordert endlich wirksame Maßnahmen für ältere Beschäftigte: „Statt ständig über Kürzungen und Verschlechterungen zu sprechen, brauchen wir gute Arbeitsplätze und echte Chancen für ältere Arbeitnehmer:innen. Mehr Beschäftigung bringt auch mehr Einnahmen für das Budget. Das wäre vernünftige Politik.“
MILLIONENVERMÖGEN BESTEUERN
Für die Budgetsanierung sieht Kemperle andere Möglichkeiten: „Wer Geld für das Budget sucht, soll dort hinschauen, wo das Geld tatsächlich liegt. Millionenerben müssen endlich einen fairen Beitrag leisten. Es kann nicht sein, dass immer jene zur Kasse gebeten werden, die ihr Leben lang gearbeitet haben.“
„Die Pensionen sind nicht das Problem. Das Problem ist, dass sich manche seit Jahren erfolgreich davor drücken, ihren gerechten Beitrag für die Gesellschaft zu leisten“, betont die Vorsitzende der ÖGB-Pensionist:innen.
DER ÖGB FORDERT:
* Keine Anhebung des gesetzlichen Pensionsantrittsalters
* Gerechte Budgetsanierung statt weiterer Belastungen für Pensionist:innen
* Mehr Arbeitsmarktchancen für ältere Beschäftigte und Menschen mit erschwertem Zugang zum Arbeitsmarkt
* Höhere Steuern auf Millionenvermögen und Millionenerbschaften
Über uns:
Der Österreichische Gewerkschaftsbund (ÖGB) vertritt rund 1,2 Millionen Arbeitnehmer:innen in Österreich. Gemeinsam mit seinen sieben Gewerkschaften setzt sich der ÖGB als überparteiliche Interessenvertretung für gute Arbeitsbedingungen, faire Löhne und Gehälter sowie soziale Gerechtigkeit ein.
ÖGB Kommunikation
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