GBH-Hitzetage (7): Die Ironie der Hitzewelle – wer kühlt die, die uns kühlen?

Hitze trifft alle – manche härter. GBH: Wer Österreich klimafit macht, verdient besonderen Schutz.

250.000 Menschen arbeiten täglich auf Österreichs Baustellen — bei jeder Hitze, mit vollem Körpereinsatz. Sie bauen unsere klimafitte Zukunft. Und sie verdienen Schutz. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) appelliert an alle: Schaut hin. Noch immer wird auf manchen Baustellen trotz über 32,5 Grad weitergearbeitet. Das muss sich ändern — und jede und jeder kann dazu beitragen.

Die Hitze ist dieser Tage überall spürbar. Die Schritte werden schwerer. Die Luft steht. Alle merken: Es wird heißer. Ob am Bahnsteig oder im Büro oder beim Einkaufen – die Hitze trifft uns alle. Aber sie trifft nicht alle gleich. Während viele Menschen ins Kühle ausweichen können, arbeiten allein 250.000 Beschäftigte in den Branchen der Gewerkschaft BAU-HOLZ draußen weiter. Insgesamt arbeiten rund 400.000 Menschen in Österreich im Freien. Jeder Grad mehr macht ihre Arbeit schwerer. Bei jeder Temperatur. Mit vollem Körpereinsatz.

HITZE TRIFFT ALLE – MANCHE HÄRTER

Polizistinnen und Polizisten in voller Uniform. Feuerwehrleute und Rettungskräfte in Schutzausrüstung. Busfahrerinnen und Busfahrer in heißen Kabinen. Verkaufspersonal auf Märkten und an Imbissständen. Paketzusteller auf glühenden Asphaltstraßen. Erntehelferinnen und Erntehelfer auf den Feldern. Arbeiterinnen und Arbeiter in Produktionshallen ohne Kühlung. Sie alle können nicht ins Kühle ausweichen. Sie alle müssen diese Hitze ertragen. Und sie alle verdienen Schutz. Hitze ist kein Bauproblem. Hitze ist ein gesellschaftliches Problem – und es betrifft jeden, der draußen oder unter schweren Bedingungen arbeitet.

DIE IRONIE DER HITZEWELLE

Wärmedämmung, Solaranlagen, Schienen, Freibäder oder klimatisierte Büros – all das entsteht durch Menschen, die selbst stundenlang in der prallen Sonne arbeiten. „Die Menschen, die unsere klimafitte Zukunft bauen, dürfen nicht die Leidtragenden des Klimawandels sein. Diese Menschen verdienen unseren Respekt, unsere Aufmerksamkeit und besonderen Schutz“, so Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.

JEDE UND JEDER KANN ETWAS TUN

Auf Hitzeschutz aufmerksam zu machen und zu informieren ist nicht nur Aufgabe der Gewerkschaft. Es ist eine Frage der Verantwortung und des Respekts — und jede und jeder kann dabei helfen. Wer jemanden kennt, der draußen arbeitet, kann nachfragen, wie es ihm geht. Wer an einer Baustelle vorbeikommt, kann hinschauen — und fragen, warum trotz über 32,5 Grad noch gearbeitet wird. Und wer Verantwortung trägt, kann Schutzmaßnahmen konsequent umsetzen und Hitzefrei gewähren, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind. Gerade jetzt lohnt es sich, an all jene zu denken, die ihre Arbeit auch bei extremer Hitze verrichten – auf Baustellen, Straßen, Feldern und in Produktionshallen. Achten wir auf unsere Heldinnen und Helden der Hitze. Und sorgen wir gemeinsam dafür, dass sie gesund nach Hause kommen.

HITZE.APP: SOFORT WISSEN, WANN ES SO WEIT IST

Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob die für Hitzefrei relevante Temperatur von 32,5 Grad Celsius erreicht wurde – abgestimmt mit den Wetterdaten der GeoSphere Austria. Download: gbh-news.at/hitze-app

GBH-HITZETAGE – DIE BISHERIGEN THEMEN

Tag 1: Verantwortung übernehmen – Gesundheit schützen

Tag 2: Es geht um wenige Stunden – nicht um ganze Tage

Tag 3: Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht

Tag 4: Hitzeschutz beginnt vor dem ersten Spatenstich

Tag 5: Eine heiße Woche. Tausende, die sie durchgearbeitet haben.

Tag 6: Über 500 Gespräche zeigen – Hitzeschutz-Verordnung noch nicht überall angekommen

Tag 7: Die Ironie der Hitzewelle – wer kühlt die, die uns kühlen?

GBH-Presse
Thomas Trabi, M.A.
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