Erster Schüleraustausch zwischen Österreich und Israel gelungen

Nationalfonds ermöglichte den Besuch zweier Schulklassen aus Jerusalem in Wien und stärkt damit das Verständnis für österreichisch-israelische Beziehungen

Zur Förderung von interkulturellem Lernen sowie zur Sensibilisierung für jüdisches Leben und Antisemitismus fand vergangene Woche erstmals ein Schulaustauschprogramm zwischen Österreich und Israel statt.

Am Sonntag, dem 21. Juni, wurde der Auftakt für den Besuch israelischer Schulen in Österreich gesetzt. Insgesamt 23 Schülerinnen und Schüler aus Jerusalem nahmen für fünf Tage an einem Austausch mit ihren Partnerschulen in Wien teil. Beteiligt waren die 10. und 11. Schulstufe des GRG13 Wenzgasse und des GRG23 Alterlaa sowie die israelische Leyada School und Sieff Marks School. Das Programm ermöglichte den Jugendlichen Einblicke in Alltag, Politik und Gesellschaft des jeweiligen Partnerlandes und förderte den persönlichen Austausch über kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede und Gemeinsamkeiten.

Ziel des Projekts ist es, gesellschaftliche Vielfalt erlebbar zu machen und das Verständnis für die österreichisch-israelischen Beziehungen in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zu vertiefen. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch der Shoah-Namensmauern-Gedenkstätte, Workshops zu Antisemitismus, Rassismus und Diskriminierung sowie ein Besuch im Österreichischen Parlament.

HAUBNER: „KAMPF GEGEN ANTISEMITISMUS IST AUFTRAG AN JEDE GENERATION“

Für Österreich und Israel hat dieser Austausch historisch bedingt eine besondere Bedeutung. Die nationalsozialistischen Verbrechen und die Shoah sind ein dunkler Teil der österreichischen Geschichte und begründen eine bleibende Verantwortung.

Peter Haubner, Zweiter Präsident des Nationalrates und Vorsitzender des Kuratoriums des Nationalfonds, mahnte zur Verteidigung demokratischer Werte: „Antisemitismus ist nicht nur ein Thema der Vergangenheit, er ist bittere Realität in unserer Gegenwart. Umso wichtiger ist es, entschieden dagegen aufzutreten und Haltung zu zeigen. ‚Nie wieder‘ ist keine Plattitüde, sondern ein Auftrag an jede Generation und an jede Demokratie.“ Gerade junge Menschen würden durch persönliche Begegnungen lernen, Vorurteile abzubauen, Verständnis zu entwickeln und Verantwortung für ein respektvolles Miteinander zu übernehmen, so Haubner.

Auch Nationalratsabgeordneter Andreas Minnich (ÖVP) hob in seinen Begrüßungsworten die Bedeutung des direkten Austauschs hervor: „Begegnung verändert den Blick. Wer miteinander spricht, sieht nicht ‚die anderen‘, sondern einzelne Menschen – mit ihren Namen, Geschichten, Interessen, Fragen und Hoffnungen. Genau das macht diesen Austausch so wertvoll.“

Der Vorstand des Nationalfonds: „Dieser erste Schüleraustausch zeigt, wie wichtig persönliche Begegnungen junger Menschen sind. Die gemeinsame Auseinandersetzung mit Geschichte, jüdischem Leben heute und aktuellen gesellschaftlichen Fragen fördert Verständnis, eröffnet neue Perspektiven und stärkt den Dialog gegen Antisemitismus. Besonders erfreulich ist, wie rasch dabei persönliche Verbindungen und Freundschaften über Ländergrenzen hinweg entstehen können.“

ERFOLGREICHE PILOTPHASE ALS GRUNDLAGE FÜR FORTSETZUNG

Mit dem Nationalratsbeschluss vom 24. November 2023 wurde der Nationalfonds beauftragt, internationale Austauschprogramme zur Förderung des interkulturellen Verständnisses und zur Sensibilisierung für Antisemitismus zu unterstützen. Auf dieser Grundlage wurde das Schulaustauschprogramm Österreich–Israel im Auftrag des Nationalfonds, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Bildung und gemeinsam mit der OeAD, Österreichs Agentur für Bildung und Internationalisierung, konzipiert und umgesetzt.

Das Schuljahr 2025/26 dient als Pilotphase. Nach erfolgreicher Durchführung des ersten Austauschs und einer positiven Evaluierung soll das Programm fortgesetzt und weiter ausgebaut werden.

Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des
Nationalsozialismus
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