GBH-Hitzetage (8): Je länger bei Hitze gearbeitet wird, desto gefährlicher

Gesundheit geht vor: GBH fordert früheren Arbeitsbeginn bei Hitzewellen – und mehr Verständnis dafür

Fast jeder fünfte Arbeitsunfall in Österreich passiert am Bau. Hohe Temperaturen verschärfen dieses Risiko zusätzlich. Konzentration und Reaktionsfähigkeit lassen nach, die Erschöpfung steigt, die Unfallgefahr nimmt zu. Die Gewerkschaft BAU-HOLZ (GBH) zieht daraus eine klare Konsequenz: Schwere Arbeiten müssen aus den heißesten Stunden des Tages herausgehalten werden.

DAS GEFÄHRLICHSTE ZEITFENSTER

Die höchsten Temperaturen werden an Sommertagen meist erst am frühen Nachmittag erreicht. Am frühen Nachmittag steigt die Belastung für Menschen, die im Freien arbeiten, besonders stark an. Gleichzeitig haben Bauarbeiter:innen dann oft bereits sieben und mehr Stunden körperlich schwere Arbeit hinter sich. Genau in diesem Zeitfenster steigt das Risiko für Kreislaufprobleme, Erschöpfung und Unfälle.

Die GBH fordert daher: Bei Hitzewellen soll der Arbeitsbeginn auf Baustellen konsequent in die frühen Morgenstunden vorverlegt werden. Wer früher beginnt, kann früher aufhören. Und wer früher aufhört, muss nicht in der größten Hitze arbeiten.

HITZEFREI BETRIFFT WENIGE STUNDEN – NICHT GANZE TAGE

Wird der Arbeitsbeginn vorverlegt und werden am frühen Nachmittag 32,5 Grad Celsius erreicht, besteht die Möglichkeit, die Hitzefrei-Regelung nach dem Bauarbeiter-Schlechtwetterentschädigungsgesetz (BSchEG) zu nutzen. Dabei geht es um wenige Stunden – nicht um ganze Arbeitstage. Genau dafür wurde diese Möglichkeit geschaffen: um die gefährlichsten Stunden des Tages zu vermeiden.

„Je länger jemand bei extremer Hitze schwer arbeitet, desto größer wird das Gesundheits- und Unfallrisiko. Die Lösung liegt auf der Hand: früher beginnen, die heißesten Stunden vermeiden und, wenn die Schwelle von 32,5 Grad erreicht wird, die Möglichkeit auf Hitzefrei nutzen. Wir reden von wenigen Stunden. Nicht von ganzen Tagen. Das ist machbar – wenn alle Verantwortung übernehmen“, so Abg. z. NR Josef Muchitsch, GBH-Bundesvorsitzender.

EIN APPELL AN DIE BEVÖLKERUNG: VERSTÄNDNIS IST VERANTWORTUNG

Wenn in den Sommermonaten auf Baustellen früher gearbeitet wird, wenn der Bagger schon um sechs Uhr früh zu hören ist dann hat das einen Grund: Gesundheitsschutz. Die GBH appelliert an die Bevölkerung, diesem früheren Arbeitsbeginn mit Verständnis und Respekt zu begegnen. Denn die Alternative ist, dass Menschen in der größten Nachmittagshitze schwere körperliche Arbeit verrichten müssen.

„Unsere Heldinnen und Helden der Hitze bauen die Infrastruktur, auf der unser Alltag beruht. Wenn sie in Hitzewellen früher mit der Arbeit beginnen, dann tun sie das, um gesund nach Hause zu kommen. Dafür verdienen sie nicht Ärger, sondern Verständnis und Respekt“, so Muchitsch.

HITZE.APP: SOFORT WISSEN, WANN ES SO WEIT IST

Die kostenlose Hitze.App der GBH zeigt per Postleitzahl in Echtzeit an, ob die für Hitzefrei relevante Temperatur von 32,5 Grad Celsius erreicht wurde – abgestimmt mit den Wetterdaten der GeoSphere Austria. Download: gbh-news.at/hitze-app

GBH-HITZETAGE – DIE BISHERIGEN THEMEN

Tag 1: Verantwortung übernehmen – Gesundheit schützen

Tag 2: Es geht um wenige Stunden – nicht um ganze Tage

Tag 3: Die coolsten Baustellen Österreichs gesucht

Tag 4: Hitzeschutz beginnt vor dem ersten Spatenstich

Tag 5: Eine heiße Woche. Tausende, die sie durchgearbeitet haben.

Tag 6: Über 500 Gespräche zeigen – Hitzeschutz-Verordnung noch nicht überall angekommen

Tag 7: Die Ironie der Hitzewelle – wer kühlt die, die uns kühlen?

Tag 8: Je länger bei Hitze gearbeitet wird, desto gefährlicher

GBH Presse
Thomas Trabi, MA
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