
Samariterbund: Gesundheitsreform muss auch Rettungswesen mitdenken
Moderne Patientensteuerung braucht auch ein modernes Sanitätergesetz
Der Samariterbund begrüßt die im Rahmen der Reformpartnerschaft präsentierte langfristige Neuausrichtung des österreichischen Gesundheitssystems. Der geplante Ausbau der Primärversorgung, neue Gesundheitsversorgungszentren und eine stärkere Patientensteuerung sind wichtige Schritte, um die Versorgung der Bevölkerung nachhaltig zu sichern.
Aus Sicht des Samariterbundes muss die Zielplanung für das Gesundheitssystem bis 2040 jedoch um einen wesentlichen Baustein ergänzt werden: die Reform des Sanitätergesetzes. Die vorgestellten Pläne beschreiben die künftige Versorgungsstruktur, lassen das Rettungswesen dabei jedoch weitgehend unberücksichtigt. Damit bleibt ein wesentliches Potenzial für eine funktionierende Patientensteuerung und die nachhaltige Entlastung des Gesundheitssystems ungenutzt.
„Wer die Patientensteuerung im Gesundheitssystem stärken will, muss den Rettungsdienst von Anfang an mitdenken. Deshalb ist jetzt der richtige Zeitpunkt, auch die Reform des Sanitätergesetzes auf den Weg zu bringen“, erklärt Gerald Fitz, Samariterbund-Geschäftsführer, Geschäftsbereich Rettungswesen.
FUNKTIONIERENDE PATIENTENSTEUERUNG BRAUCHT ZEITGEMÄSSES SANITÄTERGESETZ
Der Rettungsdienst ist für viele Menschen bei einem Notfall der erste Kontakt mit dem Gesundheitssystem. Mit einer Modernisierung des Sanitätergesetzes könnten Sanitäter:innen die Patient:innen noch gezielter in die jeweils passende Versorgungsstruktur lenken.
Der Samariterbund verweist darauf, dass konkrete Reformvorschläge für eine Modernisierung des Sanitätergesetzes seit Langem vorliegen. Eine Novellierung würde die präklinische Versorgung stärken, die Zusammenarbeit mit Primärversorgung und Krankenhäusern verbessern und damit die Ziele der Gesundheitsreform sinnvoll ergänzen.
„Die Reformpartnerschaft zeigt einen klaren Weg bis 2040 auf. Jetzt gilt es, diesen Weg vollständig zu gehen. Ein zeitgemäßes Sanitätergesetz ist eine unerlässliche Voraussetzung dafür, dass die geplanten Strukturreformen ihre volle Wirkung entfalten können. Diese Chance gilt es jetzt zu nutzen“, betont Fitz abschließend.
Franziska Springer
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